(openPR) (Berlin, 22.06.2009) Dass Immobilienfinanzierungen förmlich verramscht werden, kann sich eigentlich niemand so recht vorstellen. Dieser Eindruck entsteht aber, wenn aktuelle Angebote vieler Hypothekenvermittler in den Medien auftauchen.
Baufinanzierungen ab sagenhaften 2,00% p.a. – unglaublich, aber wahr. Allerdings hat diese Art der Immobilienfinanzierung einen Haken. Es handelt sich hierbei um variable Darlehen. Die variablen Darlehen orientieren sich am 3-Monats-Euribor, der als Referenzzins gilt. Dies ist der Zinssatz, zu dem auf dem Interbankenmarkt kurzfristig Gelder ausgeliehen und aufgenommen werden können. Der Zinssatz für den 3-Monats-Euribor liegt aktuell bei ca. 1,24%. Die Banken schlagen bei der Immobilienfinanzierung noch ca. 0,8% - 1,3% Bruttomarge auf. Damit ergibt sich ein endgültiger Kundenzins, der ab 2,00% angeboten wird.
Die Verzinsung einer variablen Immobilienfinanzierung wird alle drei Monate fixiert bzw. neu festgelegt. Steigt der 3-Monats-Euribor zum nächsten Fixingtermin, so erhöht sich auch die Verzinsung des variablen Darlehens. Daher einigt sich dieser Form der Baufinanzierung hervorragend für kurzfristige Zwischenfinanzierungen. So kann beispielsweise die Auszahlung aus einem Bausparvertrag günstig vorfinanziert werden. Es ist allerdings nicht ratsam die komplette Immobilienfinanzierung langfristig in Form eines variablen Darlehens abzuschließen. Denn das Zinsänderungsrisiko kann bei größerem Volumen mit voller Wucht zuschlagen. So bewirkt eine Zinserhöhung von nur 1,00% bei einem Darlehensbetrag von 150.000,00 Euro eine Mehrbelastung im ersten Jahr der Zinserhöhung von ca. 1.500 Euro. In den nachfolgenden Jahren sind weitere Zinserhöhungen nicht auszuschließen. Das anfängliche Schnäppchen kann sich im Nachhinein als eine teure Immobilienfinanzierung erweisen, wenn nicht entsprechende Absicherungsmaßnahmen abgeschlossen werden. Ein variables Darlehen kann zwar jederzeit in ein Festzinsdarlehen umgeschuldet werden, doch zum Zeitpunkt der Umschuldung können die Konditionen für langfristige Zinsbindungen so stark angestiegen sein, dass diese nicht mehr attraktiv sind.
Bereits jetzt kann der Anstieg am langen Ende der Zinsstrukturkurve beobachtet werden. In den letzten Monaten hat sich der inverse Verlauf der Zinsstruktur hin zu einem normalen Verlauf gedreht. Aus diesem Grund sollten derzeit bei Immobilienfinanzierungen langfristige Zinsbindungen eingegangen werden. Spekulationen auf weitere wesentliche Zinssenkungen werden sich höchstwahrscheinlich als heiße Luft erweisen. Variable Darlehen sollten daher eher defensiv bei einer Immobilienfinanzierung eingesetzt werden.
Weitere Informationen:
Immobilienfinanzierung richtig planen
http://www.immokredit24.com/immobilienfinanzierung/immobilienfinanzierungen.html
Zwischenfinanzierung zum Überbrücken der Finanzierungslücke
http://www.immokredit24.com/baufinanzierung/zwischenfinanzierung.html










