(openPR) Der neue Personalvorstand des Chemie- und Energiekonzerns Evonik soll aus den eigenen Reihen kommen. Nach FTD-Informationen ist Ralf Blauth, Arbeitsdirektor der Chemietochter Evonik Degussa, als Nachfolger von Ulrich Weber vorgesehen.
Weber wechselt zur Deutschen Bahn. Das Präsidium des Evonik-Aufsichtsrats sollte Blauth am Mittwoch bei einer Sitzung des Kontrollgremiums als einzigen Kandidaten vorschlagen, wie aus Unternehmenskreisen verlautete. Damit wäre der umfassende Umbau im Management des Konzerns abgeschlossen, der eine Kombination aus dem früheren Bergbaukonzern RAG und dem Chemieunternehmen Degussa ist.
Anfang dieses Jahres hatte Vorstandsvorsitzender Werner Müller sein Amt an Klaus Engel abgegeben, der 2006 vom Chemikalienhändler Brenntag gekommen war. Im April löste Wolfgang Colberg als Finanzchef Heinz-Joachim Wagner ab. Der Vorstand des Mischkonzerns hat nun nur noch drei Mitglieder statt bis vor Kurzem sieben.
Evonik lehnte eine Stellungnahme zu der Personalie ab. Blauth ist ein alter Haudegen der Chemie-, Energie- und Bergbaugewerkschaft IG BCE - und hat Erfahrung in allen drei Branchen. Er war früher Konzernbetriebsratsvorsitzender sowohl von Degussa als auch des Versorgers Eon, der früheren Degussa-Muttergesellschaft.
2005 wechselte er ins Arbeitgeberlager - erst als Arbeitsdirektor bei der RAG-Bergbautochter RAG Coal International, im darauffolgenden Jahr in selber Funktion bei Degussa. Bei Arbeitnehmern ebenso wie bei Vorstandsmitgliedern genießt er als verlässlicher Gesprächspartner hohes Ansehen.
RAG hatte 2006 die wesentlich größere Degussa erworben. Das Unternehmen sollte im vergangenen Jahr eigentlich an die Börse gehen, was aber maßgeblich am plötzlich verschlechterten Marktumfeld scheiterte. Stattdessen wurde ein Viertel der Unternehmensanteile an den britischen Finanzinvestor CVC verkauft, der jetzt Miteigentümer neben der RAG-Stiftung ist.
Der Gang an die Börse wurde zunächst bis zum Jahr 2013 verschoben, ist aber inzwischen auf unbestimmte Zeit vertagt. Die Investor-Relations-Abteilung, die in Konzernen die Beziehungen zu Anlegern pflegt, verlor damit ihre Kernaufgabe. Evonik hatte sie im Sommer 2006 aufgebaut, gab aber am Mittwoch bekannt, die Abteilung werde aufgelöst. Ihre Mitarbeiter übernähmen nun Aufgaben im Portfoliomanagement, sagte eine Evonik-Sprecherin.
Blauth kommt in schwieriger Zeit auf den Posten. Wegen eines Nachfrageeinbruchs startete das Mischunternehmen mit einem Verlust ins Jahr und weitete seine Sparmaßnahmen aus. Mitarbeiter wurden in Kurzarbeit geschickt. Zudem hat das Essener Unternehmen angekündigt, rund 100 Jobs in der Konzernzentrale abzubauen.








