(openPR) Osnabrück. Die Jungen Liberalen Osnabrück-Stadt lehnen den bundesweiten Bildungsstreik 2009 entschieden ab. Am heutigen Mittwoch (17. Juni 2009) findet auch in Osnabrück ein Schul- und Uni-Boykott statt. Die Osnabrücker JuLis halten die Bildungspolitik zwar für dringend reformbedürftig, den Streik aber nicht für einen sinnvollen Beitrag, um die Bildung in Deutschland zu verbessern.
Hierzu erklärt Charlotte Winkler, Kreisvorsitzende der JuLis Osnabrück-Stadt: „Unser Bildungssystem ist in zahlreichen Punkten verbesserungswürdig. An den Unis besteht insbesondere bei den Studiengebühren und der Umsetzung des Bologna-Prozesses Verbesserungsbedarf. An den Schulen bietet in erster Linie das Konzept der Gesamtschule enormes Konfliktpotential. Im Rahmen der politischen Auseinandersetzung sollten allerdings sachliche Diskussionen im Mittelpunkt stehen. Populistische Forderungen und Blockaden im Rahmen eines sogenannten Bildungsstreiks sind dagegen wenig hilfreich.“
Für die Osnabrücker Jungliberale ist es daher nicht überraschend, dass der Bildungsstreik bei den Osnabrücker Schülern und Studierenden bisher nur wenig Anklang findet. Hintergrund ist dabei aber nicht eine Entpolitisierung oder sogar Resignation der Schüler und Studenten, wie dies von den Organisatoren gerne als Schutzbehauptung erklärt wird. Statt auf reißerische Slogans und Konfrontationskurs sollten die Organisatoren lieber auf eine inhaltliche Auseinandersetzung mit der Thematik und den Dialog mir der Politik setzen.
„Die Organisatoren des Bildungsstreiks fordern unter anderem die Abschaffung der Studiengebühren. Diese sind aber zwingend erforderlich, um ein hohes Bildungsniveau zu garantieren. Die Kosten der universitären Ausbildung sollten nicht alleine vom Steuerzahler getragen werden. Einen wichtigen Beitrag zur Bildungsgerechtigkeit würde es dabei bedeuten, wenn eine Bezahlung der Gebühren nach Abschluss des Studiums einkommensabhängig ermöglicht würde. Die Hochschulen sollten die Gebührenhöhe und Zahlungsmodalitäten dabei autonom festlegen können. Es ist nicht ersichtlich, warum in Niedersachsen unabhängig von der Hochschule und dem Studiengang 500 Euro gezahlt werden müssen.“, so Winkler weiter.
Die Osnabrücker JuLis halten darüber hinaus die Neugestaltung der meisten Studiengänge im Rahmen des Bologna-Prozesses für verfehlt. Die Umstellung der Studiengänge hat die Arbeitsbelastung der Studenten so enorm erhöht, dass eine Nebenbeschäftigung für Studenten kaum noch denkbar ist. Dies könnte von der Aufnahme eines Hochschulstudiums abschrecken. Problematisch ist auch, dass nach dem erfolgreichen Abschluss des Bachelor-Studiums kein Anspruch auf einen Studienplatz für ein Master-Programm besteht. Mit einem einfachen Bachelor-Abschluss sind die Chancen auf dem Arbeitsmarkt aber eher begrenzt. Die Jungen Liberalen Osnabrück-Stadt fordern daher, die Studienpläne anzupassen und das Angebot an Master-Studiengängen auszubauen. Dabei muss in Zukunft unbedingt die Anerkennung von an anderen Hochschulen oder im Ausland erbrachten Leistungen garantiert werden.
Bildung ist eines der wichtigsten Güter unserer Zeit. Investitionen in Bildung und Forschung kommt daher eine große Bedeutung zu. Die JuLis aus Osnabrück fordern deshalb, die bekannten strukturellen Defizite im Bereich der Bildungspolitik zu beseitigen. Gerade im Bereich der Bildung gilt, dass Diskussionen dabei ergebnisoffen und frei von jeder Ideologie geführt werden müssen.








