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E.ON verzichtet auf betriebsbedingte Kündigungen

(openPR) Eon reagiert auf die wachsenden Proteste in der Belegschaft gegen das geplante Sparprogramm: Der Energiekonzern will nach Informationen des Handelsblatts betriebsbedingte Kündigungen vermeiden. In der Belegschaft ist der Unmut trotzdem groß.


Ein entsprechendes Eckpunktepapier werde zurzeit zwischen Betriebsrat und Management erarbeitet, heißt es in einem internen Informationspapier des Unternehmens an die Mitarbeiter. Die Gespräche seien schon weit gediehen und könnten noch vor der Sommerpause abgeschlossen werden, hieß es ergänzend sowohl aus Konzern- als auch aus Arbeitnehmerkreisen. Zumindest in Deutschland solle auf Kündigungen verzichtet werden. Ein Stellenabbau solle beispielsweise über die ohnehin hohe Fluktuation, Vorruhestandsregelungen oder freiwillige Abfindungen aufgefangen werden.

Eon-Chef Wulf Bernotat hatte große Teile der Belegschaft gegen sich aufgebracht, als er im Februar das Programm "perform to win" ankündigte, mit dem Eon schlanker und effizienter werden soll. Europaweit lässt er die Strukturen des Unternehmens überprüfen, um unter anderem die Entscheidungswege zu straffen und die Zahl der Gesellschaften zu verringern. Bernotat erwartet so ab 2011 einen positiven Effekt auf Kosten und Ergebnis von 1,5 Mrd. Euro.

Die Gewerkschaft Verdi befürchtet nach einer Analyse der Pläne, dass europaweit etwa jeder zehnte der derzeit rund 93 000 Arbeitsplätze verlorengeht. 6 000 Stellen würden entfallen. Weitere 4 000 könnten zu schlechteren Bedingungen, außerhalb von Tarifverträgen, ausgelagert werden. Die Gewerkschaft warf dem Konzern gestern schon "Tarifflucht" vor.

Eon weist die Zahlen zurück. Es sei zwar unvermeidlich, dass es auch Auswirkungen auf die Beschäftigung geben werde, Entscheidungen seien aber noch keine gefallen, sagte ein Sprecher. Der Konzern diskutiere intensiv mit den Arbeitnehmervertretern, bestätigte er. Zu dem geplanten Eckpunktepapier wollte er sich aber nicht äußern.

Mit dem Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen würde Eon eine zentrale Forderung der Arbeitnehmervertreter erfüllen. Seit Mitte der 90er-Jahre seien in der Energiebranche 80 000 Stellen ohne diese Maßnahme abgebaut worden, sagte Verdi-Energieexperte Sven Bergelin, der auch im Eon-Aufsichtsrat sitzt: "Sollte Eon das jetzt ändern, wäre das ein Tabubruch." Bergelin kritisiert, dass Eon trotz der guten Geschäftslage Stellen abbauen will. Selbst in der Wirtschafts- und Finanzkrise habe der Konzern das Ergebnis zuletzt schließlich noch um über sieben Prozent und die Dividende um zehn Prozent gesteigert.

In der Tat sind für Eon derartige Konflikte mit der Belegschaft neu. Während Konkurrent RWE bei Umstrukturierungen schon häufiger große Probleme mit den Arbeitnehmervertretern hatte, da sich diese bei Standortfragen im Aufsichtsrat mit den kommunalen Aktionären verbündeten, konnte Eon in den vergangenen Jahren die Belegschaft vergleichsweise ruhighalten - zumal das Geschäft gut lief und der Konzern nur moderat Stellen abbauen musste. Jetzt schwört Bernotat das Unternehmen aber auf schwierigere Zeiten ein. Zwar ist der Energiekonzern von der Wirtschaftskrise vergleichsweise wenig betroffen, der Marktführer spürt aber zunehmend Druck durch die Regulierungsbehörden und die wachsende Konkurrenz.

In der Belegschaft ist der Unmut trotzdem groß. Im Mai, vor der Hauptversammlung, startete der Betriebsrat eine Unterschriftenaktion und sammelte innerhalb von vier Tagen 19 000 Stimmen gegen das Sparprogramm. Und für kommenden Donnerstag hat Verdi eine große Demonstration vor der Konzernzentrale in Düsseldorf organisiert. Allein aus Deutschland sollen 4 000 Mitarbeiter kommen, und aus sieben Auslandsmärkten haben sich auch mehrere Hundert angekündigt.

Die Veranstaltung ist aber umstritten. Die zweite Gewerkschaft, die bei Eon aktiv ist, die IG BCE, hat bei der Organisation der Demonstration nicht mitgewirkt. Und unter der Hand kritisieren vereinzelte Arbeitnehmervertreter die Demonstration sogar. Der Termin sei schon Anfang Mai festgelegt worden, als die Verhandlungen über die Rahmenbedingungen mit der Konzernführung noch gar nicht richtig begonnen hätten, heißt es. Jetzt müsse die Demonstration durchgezogen werden, obwohl eine Einigung schon greifbar sei.

Verdi-Vertreter Bergelin weist das aber zurück: "Noch gibt es keine Vereinbarung."

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