(openPR) Deutschlands neue Tennis-Hoffnung Andreas Beck startet beim ATP-Tennisturnier NORD/LB Open in Braunschweig (26. Juni bis 5. Juli 2009). Im Vorfeld des mit 150.000 Dollar Preisgeld dotierten ATP-Challengers in der Löwenstadt stellte sich der 23-jährige Ravensburger den Fragen zu seiner Hauptfeldpremiere in Braunschweig.
Andreas, Du wirst durch die Agentur cmg gemanagt, die auch die Organisation des ATP-Tennisturniers NORD/LB Open Braunschweig verantwortet. Was weißt Du bisher über dieses Challenger-Turnier und wie groß ist die Vorfreude, dort zu spielen?
Andreas Beck: „Das Turnier ist auf jeden Fall ein einmaliges Event in Deutschland und unter allen ATP-Challenger Turnieren. Ich selbst habe vor ein paar Jahren nur einmal in der Quali gespielt, aber die Atmosphäre auf der Anlage war schon da sehr gut. Jetzt bin ich durch cmg und meinen Manager Lars Zimmermann bestens über das gesamte Turnier informiert und besonders motiviert. Natürlich möchte ich erstmal in Wimbledon erfolgreich spielen, aber falls ich dort die zweite Woche nicht erreichen sollte, freue ich mich sehr auf das Turnier und das Publikum in Braunschweig.“
Braunschweig zeichnet sich durch die Mischung aus Spitzensport und abendlicher Unterhaltung aus. Hast Du ähnliche Konzepte in dieser Dimension auch bei anderen Turnieren auf der ATP-Tour erleben dürfen, insbesondere bei Challenger-Events?
„Wenn man während der Saison von Turnier zu Turnier reist, bleibt einem ein Turnier wie die NORD/LB Open mit diesem aufwändigem Rahmenprogramm und der Rundum-Versorgung für uns Spieler natürlich in besonders guter Erinnerung. Man findet kein vergleichbares Turnier in dieser Größenordung unter den Challenger-Events und das macht es bei den Spieler zu einem der beliebtesten Turniere.“
Über die Chancen zu sprechen, ist immer schwer, ohne das endgültige „Main Draw“ zu kennen. Trotzdem: Mit welchen Erwartungen gehst Du in Braunschweig an den Start? Es ist sicherlich nicht so, dass solch ein Challenger für einen Top-60-Spieler ein Selbstläufer ist, oder …?
„Ich habe durch meine Ergebnisse der letzten Wochen viel Selbstvertrauen dazu gewonnen und fühle mich sehr gut. Mein Ziel ist es, immer so weit wie möglich in einem Turnier zu kommen und am Ende das Turnier zu gewinnen. Gerade in diesem Jahr rechne ich aber mit sehr starker Konkurrenz und höchstem Niveau ab der ersten Runde.“
Wie beurteilst Du die Leistungsdichte im internationalen Herrentennis, insbesondere unter den Top 100 der Welt. In Monte Carlo hast Du Simon Gilles, die Nummer 7 der Welt, mit 7:5 und 6:1 besiegt und zuvor gegen Nicolas Kiefer gewonnen …
„Der Ergebnisse der letzten Zeit zeigen, wie eng die Spieler unter den Top 100 zusammen liegen. Es gibt keine leichten Erstrunden-Matches mehr und auch die gesetzten Spieler müssen von Anfang an kämpfen und an ihrem Limit spielen, um im Turnier zu bleiben. Die Top 4 (Nadal, Federer, Djokovic, Murray) sind dabei sicherlich momentan dominierend und konstanter als der Rest.“
Das Jahr 2009 scheint Dein Jahr zu sein und weiter zu werden: Erstmals stehst Du unter den Top 60 der Welt, hast bei einem 1000er in Monte Carlo das Achtelfinale als Qualifikant erreicht, zudem ein Challenger gewonnen und ein weiteres Finale erreicht. Worin siehst Du die Gründe, dass jetzt der Knoten geplatzt ist?
„Dieses Jahr läuft wirklich sehr gut für mich und ich hoffe, dass es so weiter geht. Im Fitnessbereich habe ich viel gearbeitet und mich stark verbessert und auch die kontinuierliche Arbeit mit meinen Coaches trägt jetzt die ersten Früchte. Ich bin aber noch lange nicht zufrieden und arbeite stetig weiter an meinem Spiel und meiner Fitness, um weitere Erfolge feiern zu können.“
Was sind Deine weiteren Ziele in der laufenden Saison? Und wo sollte der Name Andreas Beck im Ranking stehen, wenn er 25 Jahre alt geworden ist…?
„Grundvorraussetzung ist erstmal, gesund zu bleiben und von Verletzungen verschont zu bleiben. Ich bin mir sicher, dass ich noch viel erreichen kann, wenn ich weiterhin konzentriert an mir arbeite und mich stetig verbessere. Wo ich dann am Ende stehe, wird man sehen.“
Du bist eine rühmliche Ausnahme, aber was sind aus Deiner Sicht die Gründe dafür, dass es ansonsten bei den nachwachsenden, jungen deutschen Spielern nicht gerade rosig aussieht… ?
„Viele deutsche Spieler haben Talent und beste Vorraussetzungen, um den Sprung nach oben zu schaffen. Leider fehlt es aber häufig an der Einstellung und dem letzten Biss. Einige Spieler geben sich zu schnell zufrieden und entwickeln sich dann nicht weiter. Gerade das ist aber bei der momentanen Leistungsdichte im Spitzentennis notwendig, um den Durchbruch zu schaffen und sich dann auch oben zu halten.“
Vielen Dank für das Interview, Andreas Beck.
Interview: Marko Mädge
Weitere Informationen unter www.nordlb-open.org.











