(openPR) Türkischstämmige Patienten klagen wesentlich häufiger als deutsche über Schmerzen. Die Therapieergebnisse sind entsprechend unbefriedigend. Das Sprachproblem ist ein Grund. Eine andere Ursache untersuchte Dr. Jan Kizilhan, Psychologe an der Universität Freiburg: Verständnis und Verarbeitung von Krankheit entsprechen bei Türken meist kaum dem aufgeklärten Wissensstand.
"Türkischstämmige Patienten sehen die Ursachen ihrer Erkrankung häufiger in externalen Einflüssen wie ´Schicksal´ oder ´Gottes Wille´, d.h. sie attribuieren allgemein externaler" und entwickeln daher weniger eigenes Engagement und Verantwortungsbewusstsein beim Umgang mit der Therapie. Im Gegensatz dazu "verwenden deutsche Patienten häufiger die Strategie des Planens und versuchen, aktiv und problemorientiert zu agieren."
"Diese Unterschiede wurden bisher bei der Behandlung nicht berücksichtigt", kritisiert Kizilhan in seiner Studie. "Es ist folglich notwendig, für die Behandlung türkischstämmiger Patienten speziell auf sie zugeschnittene Konzepte bzw. Therapiestrategien zu entwickeln, deren Wirksamkeit überprüft werden muss."
Jan Kizilhan:
Interaktion von Krankheitswahrnehmung und Krankheitsbewältigung bei türkischstämmigen Patienten
in: Verhaltenstherapie und Verhaltensmedizin 4/2008, S. 352-366









