openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Steuerflucht, die keine ist

Bild: Steuerflucht, die keine ist

(openPR) Was haben Luxemburg, Liechtenstein, die Schweiz und Burkina Faso gemeinsam?

Eigentlich nicht viel, doch der Bundesfinanzminister Peer Steinbrück hat diese Länder aneinander näher gebracht, in dem er sie in einem Atemzug als Steueroasen bezeichnete und mit verschiedenen Beschimpfungen überzog.



Natürlich ist eine Reaktion auf Bundesbürger verständlich, die abends im Wagen Bargeld in die Nachbarländer verbringen. Diese Differenzierung findet sich jedoch nicht in Steinbrücks Rhetorik, der sich bereits auf den Wahlkampf vorbereitet.

Die Wahrnehmung von Steuervorteilen in anderen Ländern ist nämlich völlig legitim und EU-rechtlich abgesichert, vorausgesetzt man trägt das Geld nicht in der Tasche abends über die Grenze, sondern nutzt die vielfältigen legalen Möglichkeiten.
Dafür, dass dies Herr Steinbrück eigentlich auch so sieht, in seiner Wahlkampfrhetorik davon nur keine Reklame macht, haben wir Beweise aus dem Bundesfinanzministerium vorliegen (siehe unten).

Zeit zum Umdenken

Niemand, auch Herr Steinbrück nicht, spricht von Steuerflucht, wenn eine Firma oder Gesellschaft aus einer deutschen Stadt mit hoher Gewerbesteuer in eine kleinere Gemeinde mit geringer Gewerbesteuer umsiedelt. Schließlich befindet sich die Gesellschaft ja noch in demselben Erhebungsgebiet, nämlich der Bundesrepublik. So zumindest aus der Sicht der steuereinziehenden Bundesbehörde. Nicht aber aus der Sicht der Stadt oder Gemeinde.

Es ist also eine Frage des Blickwinkels!

Und genau dies ist der neuralgische Punkt! Deutschland ist Gründungsmitglied der damaligen EWG und heutigen EU, welche gegründet wurde mit dem Ziel, einen gemeinsamen Wirtschaftsraum zu gründen. Konsequenterweise ist die Umsiedlung eines Unternehmens von Deutschland zum Beispiel in das EU-Land Zypern nichts anderes mehr, als die Umsiedlung von einer größeren deutschen Stadt in eine kleinere deutsche Gemeinde. Im ersten Fall werden Körperschaftssteuern gespart, im zweiten Fall Gewerbesteuern. Und dies auf der Grundlage verbriefter EU-Rechte. Insofern kann man hier nicht von Steuerflucht sprechen!

Selbstverständlich gibt es unterschiedliche Steuersätze in den verschiedenen Mitgliedsstaaten der EU, genauso wie es innerhalb Deutschlands verschiedene Gewerbesteuerhebesätze gibt. Es ist nun endlich an der Zeit, auch für Herrn Steinbrück, aus dem kleinen muffigen Schuhkarton der nationalen Sichtweise herauszukommen und sich dem europäischen Geist zu verpflichten, dessen Mitbegründer Deutschland ist.

Die Ambivalenz des Herrn Steinbrücks

Auf der einen Seite beschimpft der Bundesfinanzminister europäische Staaten auf „Biertischniveau“ (Jean Asselborn) und beschuldigt sie der Mithilfe zur Steuerhinterziehung, obwohl diese Staaten in den meisten Fällen nichts anderes tun, als die relevanten EU-Richtlinien konsequent anzuwenden. Auf der anderen Seite liegt uns eine Dienstanweisung des Bundesministeriums der Finanzen vom 8. Januar 2007 an seine ihm untergeordneten Behörden, die Obersten Finanzbehörden der Länder vor, in dem das BMF klar und unmißverständlich anweist, die EU-Mutter-Tochter-Richtlinie anzuwenden, wenn die entsprechenden Umstände gegeben sind!
Die genannte Dienstanweisung liegt allen Finanzämtern in Deutschland vor!

Die EU-Mutter-Tochter-Richtlinie besagt unter anderem, dass Gewinnausschüttungen eines Tochterunternehmens an seine Muttergesellschaft auf der Ebene der Muttergesellschaft zu besteuern sind. Zahlt also zum Beispiel das deutsche Tochterunternehmen Dividenden an seine Muttergesellschaft in der Republik Zypern, sind diese Dividenden nicht in Deutschland, sondern in Zypern zu versteuern.

Wer sein Unternehmen so ausrichtet, dass er in den Genuss der zyprischen Steuervorteile kommt, muss sich nach Steinbrücks Rhetorik bereits als Steuerflüchtiger bezeichnen lassen, obwohl er nichts anderes tut, als EU-verbriefte Rechte wahrzunehmen, die nach BMF-Anweisung auch bei deutschen Finanzämtern angewandt erden.

„Ich wende EU-Recht an, nur soll das niemand merken“, so sagt sich wohl Herr Steinbrück.

Steuervorteile Zyperns

Neben dem generellen Körperschaftssteuersatz von nur 10 % bietet Zypern außerdem den Vorteil, dass Einkommen aus Dividenden grundsätzlich steuerfrei ist. Dies ist der Hauptgrund für Tausende europäischer Firmen, ihren Geschäftssitz rechtlich nach Zypern zu verlegen. Darüber hinaus ist Einkommen aus Wertzuwachs von Wertpapieren sowie dem Handel mit Wertpapieren steuerfrei.

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 308536
 1147

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Steuerflucht, die keine ist“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Shanda Consult

Bild: Die EU-Dienstleistungsrichtlinie: Erleichterungen für Unternehmen der DienstleistungsbranchenBild: Die EU-Dienstleistungsrichtlinie: Erleichterungen für Unternehmen der Dienstleistungsbranchen
Die EU-Dienstleistungsrichtlinie: Erleichterungen für Unternehmen der Dienstleistungsbranchen
Der Dienstleister für Steuerstrukturierungen Shanda Consult Ltd. (shandaconsult.com) informiert: Seit Jahrzehnten ist die EU um einen freien EU-Binnenmarkt bemüht. Dabei war jedoch stets der freie Warenverkehr innerhalb der EU im Fokus der Bemühungen, obwohl Dienstleistungen etwa 70 % des Bruttosozialproduktes der EU ausmachen. Die bisher einseitige, auf den Warenverkehr beschränkte Haltung der EU hat sich nun geändert. Seit dem 28.12.2009 gilt die Umsetzung der am 12.12.2006 vom Europäischen Parlament angenommenen Dienstleistungsrichtlinie,…
Bild: Steuern sparen: Keine IBC-Gesellschaften in ZypernBild: Steuern sparen: Keine IBC-Gesellschaften in Zypern
Steuern sparen: Keine IBC-Gesellschaften in Zypern
Zypern wird als Firmenstandort immer beliebter. Kein anderes Land in der EU bietet vergleichbare Steuervergünstigungen bei gleichzeitiger, EU-weiter Rechtssicherheit. Das wachsende Interesse an zyprischen Limited-Gesellschaften zur Steueroptimierung führt allerdings auch zu einer wachsenden Zahl an Beratungsfirmen, die es mit einer exakten Beratung nicht so genau nimmt und Klienten mittelfristig eher schaden als Vorteile zu schaffen. Aus diesem Grunde veröffentlicht Shanda Consult (www.shandaconsult.com) diese Pressemitteilung über einige w…

Das könnte Sie auch interessieren:

ödp München: Warum wird ein Steuerflüchtling mit Staatsempfang geehrt?
ödp München: Warum wird ein Steuerflüchtling mit Staatsempfang geehrt?
… heutige Ministerpräsident von NRW unter ausdrücklicher Erwähnung der Namen Franz Beckenbauer und Michael Schumacher. Und weiter: „ Es gibt Dinge, die tut man nicht. Steuerflucht ins Ausland gehört dazu.“ Nach Kraus` Ansicht muss man über diese klaren Worte aus Politikermund dankbar sein. „Ein Geburtstagsempfang, finanziert aus der Steuerkasse, die der …
Firmengründung Offshore
Firmengründung Offshore
… wirtschaftlicher Grund vorliegt und die geschäftlichen Aktivitäten nachweibar im Sitzstaat realisiert werden. Grundlage sind hier die Missbrauchsregeln (Gesetze zur Verhinderung der Steuerflucht) der meisten Industriestaaten, allen voran Deutschland und die meisten EU-Staaten. Anders ist die Angelegenheit bei Firmengründungen in der EU durch EU-Ansässige …
Kritik am Datenkauf
Kritik am Datenkauf
… für die Kanzlerin viel wichtiger ist, sie hat ein Thema gefunden für die Landtagswahl im Mai in Nordrhein-Westfalen. Hier gilt es sich sozial zu engagieren und das Thema Steuerflucht kommt ihr gerade recht. Genauso wie in dem Fall als die Bundesregierung aus Liechtenstein Bankdaten erworben hat, wird es auch durch den Datenkauf in Berlin mit Schweizer …
Umfairteilen: Tausende fordern Gerechtigkeit und Chancengleihheit
Umfairteilen: Tausende fordern Gerechtigkeit und Chancengleihheit
… "Umfairteilen - Reichtum besteuern" forderten Demonstranten in mehr als 40 Städten die Einführung von Vermögens- und Finanzmarktsteuern sowie einen stärkeren Kampf gegen Steuerflucht. Zu der Aktion aufgerufen hatte ein Bündnis aus über zwanzig Gewerkschaften, Sozialverbänden und Aktivisten. Nach Ansicht der Initiative Echte Soziale Marktwirtschaft (IESM) …
Bild: Ankauf von Steuerdaten - Sänger: Keine Kriminalität mit Kriminalität bekämpfenBild: Ankauf von Steuerdaten - Sänger: Keine Kriminalität mit Kriminalität bekämpfen
Ankauf von Steuerdaten - Sänger: Keine Kriminalität mit Kriminalität bekämpfen
… verschont und unverfolgt bleiben, der Ankauf von illegalen Beweismitteln kann und darf aber nicht die Antwort eines Rechtstaates wie dem unsrigen sein." In Sachen Steuerflucht setzt der Liberale daher auf andere Maßnahmen. Sänger weiter: "Die Bundesregierung muss verstärkt darauf drängen, dass die Amtshilfebeziehungen zwischen Deutschland und der Schweiz …
Steuersünder machen reinen Tisch - Steuerrecht
Steuersünder machen reinen Tisch - Steuerrecht
… deren Bankensystem sie zu kennen glaubten. Beispiele hierfür sollen Luxemburg, Liechtenstein, Österreich oder die Schweiz gewesen sein. Dabei sollen Banken sogar bei der Steuerflucht in diese Länger geholfen haben. Der Steuerflucht in andere Länder soll nun ein gegenwärtiger Wandel entgegenstehen. Immer mehr Banken wollen sich dadurch absichern, dass …
Steuerpolitik ohne Gesamtkonzept führt zu Verunsicherung
Steuerpolitik ohne Gesamtkonzept führt zu Verunsicherung
… akzeptiert werden. Dies habe das Beispiel Österreich gezeigt, das bereits seit 1993 die Abgeltungssteuer eingeführt hat. Ein weiterer Vorteil wäre, dass die langjährigen Auseinandersetzungen über die Themen Quellensteuer, Steuerflucht und Lockerung des Bankgeheimnisses endlich beendet würden und die Anleger wieder Vertrauen in die Steuerpolitik hätten.
Bild: Untersuchung: Jeder Bundesbürger zahlt pro Jahr rund 1.250 Euro zu viel SteuernBild: Untersuchung: Jeder Bundesbürger zahlt pro Jahr rund 1.250 Euro zu viel Steuern
Untersuchung: Jeder Bundesbürger zahlt pro Jahr rund 1.250 Euro zu viel Steuern
… Bevölkerung massiv Steuern hinterzieht. Das geht aus einer aktuellen Untersuchung der Initiative Echte Soziale Marktwirtschaft (IESM) hervor, die auf Zahlen der OECD basiert. Danach kostet Steuerflucht die Bürger jedes Jahr mehr als 100 Milliarden Euro. „Deutliche Steuersenkungen für die Mittelschicht wären längst möglich, wenn es nicht ein solches Ausmaß an …
Anzahl der Steueroasen nimmt ab
Anzahl der Steueroasen nimmt ab
… auch Länder wie Bulgarien, die mit niedrigen Einheitssätzen bei der Einkommen- und Körperschaftsteuer punkten. Steueroasen trocknen aus Etwas überraschend ist dagegen, dass klassische Steuerflucht-Ziele wie Irland, Malta, Singapur, die Schweiz und Zypern aus Sicht der dortigen Ecovis-Kanzleien nicht (mehr) zu den Steueroasen zählen. „Die Schweiz bietet …
Die Streiks sind unverantwortlich für unsere Wirtschaft und unser Land
Die Streiks sind unverantwortlich für unsere Wirtschaft und unser Land
… linken Kräften (ehem. Rot-Grüne Regierung im Bund und Land) selbst verschuldet: Steuergeschenke an Reiche (Abschaffung der Vermögenssteuer), große Unternehmen (AG) und Finanzinvestoren sowie Steuerflucht, einige Faktoren die uns in diese Lage brachten, aber auch Misswirtschaft durch Filz, und nicht zuletzt überhöhte Gehaltsforderungen - die es im Privaten …
Sie lesen gerade: Steuerflucht, die keine ist