(openPR) Moderne Schiffsbrücken werden in Zukunft immer häufiger mit Monitoren im neuen 16:10 Breitbild („wide-screen“) ausgestattet. Das Radarbild wird dadurch größer und übersichtlicher dargestellt, die Bedienung des Radars wird einfacher. Zusätzlich gibt es neue Funktionen, die die Arbeitsbedingungen weiter verbessern. Die ersten NSC Radar mit dem neuen Breitbild werden bei Raytheon Anschütz in Kürze ausgeliefert.
Im neuen 16:10 Format sind die neuen Monitore bei nahezu gleichbleibender Höhe deutlich breiter. Die gewonnene Anzeigefläche nutzt Raytheon Anschütz in seinem NSC Radar für eine vergrößerte, quadratische Überwachungsfläche (PPI). Der Benutzer überblickt dadurch ein größeres Seegebiet und braucht seltener den Bereich umzuschalten, so dass die Arbeitsbelastung gesenkt, die Sicherheit hingegen erhöht wird. Ein weiterer Vorteil der vergrößerten Anzeigefläche ist, dass mehr Platz für die übersichtliche Darstellung aller Bedienfunktionen zur Verfügung steht. Das NSC Radar kommt weitgehend ohne Untermenüs aus und ermöglicht dem Benutzer, alle wichtigen Bedienelemente direkt und intuitiv zu bedienen.
Die neue Anzeigefläche folgt dabei der besonderen Bedienoberfläche aller NSC Radars: alle Statusanzeigen (bspw. TM / RM) dienen gleichzeitig als Bedienknopf zum Umschalten. Der Radarschirm erscheint darum sehr aufgeräumt und lässt Platz für ein einheitlich großes Schriftbild sowie große Buttons, um eine sichere Bedienung auch unter erschwerten Bedingungen wie starkem Seegang zu ermöglichen. Entsprechend einer einheitlichen Bedienphilosophie ist es auch zukünftig grundsätzlich möglich, alle Radarfunktionen mit einem ergonomischen Trackball zu bedienen. Dazu gibt es weiterhin ein Bediengerät mit Drehknöpfen und Tasten, an dem wichtige Funktionen wie „Gain“, „Anticlutter“ sowie Peilung und Bereichsumschaltung auch direkt zu bedienen sind.
Darüber hinaus bietet das Radar jetzt weitere nützliche Funktionen. Durch das neue Breitbild-Format werden diese Funktionen jetzt noch wertvoller. Störungen durch Seegang (Seaclutter) können durch einen Auto-Mode reduziert werden, manuelle Einstellungen sind nicht mehr nötig. Gegen Regenstörungen bietet das NSC Radar neben der allgemein üblichen FTC Funktion zusätzlich das seit vielen Jahren bewährte und patentierte Raytheon RainRate© Verfahren, das die tatsächliche Regendämpfung fortwährend misst und die Filterung kontinuierlich anpasst.
Neben dem optimalen Radarempfang spielt auch das Thema „Situation Awareness“ im neuen NSC Radar eine besondere Rolle.
Das NSC Radar beinhaltet beispielsweise standardmäßig die innovative SeaScout™ Funktion, die auf Knopfdruck die augenblickliche Verkehrssituation analysiert und Kollisionsgefahren übersichtlich darstellt. In Abhängigkeit der Schiffspositionen, des gewünschten Mindestabstands (CPA), des Kurses und der Geschwindigkeit werden fortlaufend „No-Go-Areas“ kalkuliert und graphisch auf dem Radarbild hervorgehoben. Die intuitive Darstellung von solchen Gefahrgebieten hilft dem Benutzer insbesondere in Stresssituationen einen sicheren Kurs in der jeweiligen Verkehrssituation zu finden. Natürlich gewinnt dieser Vorteil durch das größere Radarbild noch an Bedeutung, indem der Benutzer die größtmögliche Übersicht erhält.
Ein modernes Radar hat heute als Zusatzausstattung außerdem eine eingebaute Autopilot-Funktion, mittels derer der Benutzer direkt am Radar den Kurs des Schiffes ändern kann. Auf dem Bildschirm wird der gewünschte Sollkurs als „Curved Heading Line“ angezeigt. Das ist sehr nützlich für Ausweichmanöver, bei denen man das Radarbild im Auge behalten muss. Die Autopilot-Funktion in NSC Radars enthält darüber hinaus einen Override Tiller, mit dem im Notfall sogar Hartruderlagen gefahren werden können. Im Falle eines Ausweichmanövers ist es allerdings nicht nur wichtig zu wissen, ob der Ausweichkurs frei von anderen Schiffen ist, sondern auch, ob dort die Wassertiefe ausreicht. Dazu ist es nützlich, das Radarbild mit Seekarteninformationen zu hinterlegen. Das Chart Radar zeigt dem Benutzer daher an, wo sich das Schiff hinsichtlich Küstenlinien, Flachwassergebieten und Verkehrszonen befindet, und vereinfacht die Interpretation des Radarbildes. Eine Besonderheit ist, dass bei Raytheon Anschütz alle Seekarten im NSC Chart Radar gespeichert sind, so dass das Chart Radar gleichzeitig eine unabhängige Chartstation ist.
Bei beiden Funktionen, Autopilot-Bedienung und Chart Radar, kommt der Vorteil des neuen Breitbild-Formats zum Ausdruck, da deutlich mehr Seekarteninformationen auf der Überwachungsfläche angezeigt werden können. Insbesondere in Situationen, wo Ausweichmanöver notwendig werden, kann die „Situation Awareness“ so deutlich erhöht werden.
Darüber hinaus werden auf dem Radarschirm Die AIS Transponder Daten fremder Schiffe als Vektor dargestellt, weitere Daten wie Schiffsname, Länge, Zielhafen etc. sind per Knopfdruck abrufbar. Wenn ARPA- und AIS Vektoren eines Schiffes übereinstimmen, wird nur noch ein Vektor angezeigt (Target Association), was das Bild sehr viel übersichtlicher macht. Ein wichtiger Nebeneffekt dabei ist die Reduktion eines „Dangerous Target Alarm“, die durch individuelle Einstellungen möglich wird. Die Assoziation der Vektoren ist seit dem letzten Jahr durch die neusten IMO Performance Standards vorgeschrieben. Raytheon Anschütz war das erste Unternehmen, das Radarssysteme nach dem neuen Standard ausgeliefert hat.
Natürlich erreicht ein Radar noch zusätzliche Funktionen, wenn es in einem Integrierten Brückensystem eingesetzt wird. Ein Beispiel hierfür sind moderne Multifunktionssysteme, die Radar, Chart Radar, ECDIS, Conning Display und Alarm Monitoring kombinieren und die Anzeige aller relevanten Informationen an jedem beliebigen Arbeitsplatz ermöglichen. Stichworte für wichtige Integrationsfunktionen sind AIS, Overlays für ECDIS, Routenanzeige aus der ECDIS, Cursor-Sharing und Alarm Transfer Systeme, die zu einer intelligenten Handhabung von Alarmen beitragen.












