(openPR) Sotheby’s-Auktion übertrifft alle Erwartungen
Hongkong, 08.04.2009. Die Nachfrage auf dem weltweiten Weinmarkt ist nach wie vor ungebrochen. Insbesondere dem asiatischen Raum prophezeien Branchenexperten in den kommenden Jahren enorme Wachstumsraten. Allein Chinas Weinkonsum wird bis zum Jahr 2011 auf 1,1 Milliarden Flaschen oder 828 Millionen Liter ansteigen, wie eine aktuelle Studie der International Wine and Spirit Record London (IWSR) zeigt. Auch die deutschen Exporte ins Reich der Mitte legten zuletzt überdurchschnittlich zu, deutschen Unternehmen bieten sich in Fernost vielerlei Chancen. Als das asiatische Handelszentrum für Weine aus aller Welt hat sich in den vergangenen Jahren Hongkong etabliert. Das Interesse an feinen Weinen ist hier riesig, wie eine Sotheby’s-Auktion am vergangenen Wochenende zeigte, die ein Rekordergebnis erzielte. Eine eher unvermutete Folge des Trends zum Wein: Die Sonderverwaltungsregion zählt seit kurzem nicht mehr nur zu den Importeuren, sondern nach der Eröffnung der 8th Estate Winery, Hongkongs erster Weinkellerei, auch zu den Produzenten von Rot-, Weiß- und Dessertwein.
Erster in Hongkong produzierter Wein erfreut sich großer Nachfrage
„Seit November ist Hongkong nicht mehr nur das bedeutendste Handelszentrum für Wein in Asien, sondern auch Hersteller von Rot-, Weiß- und Dessertweinen“, berichtet Charles Ng, Associate Director-General der Investitionsförderungsbehörde Invest Hong Kong (InvestHK). Produziert werden die exklusiven Tropfen in der 8th Estate Winery, die sich auf der zu Hongkong gehörenden Insel Ap Lei Chau angesiedelt hat. Hier kreiert der italienischstämmige Winzermeister Gianni Seminari original Hongkonger Sauvignon Blanc, Chardonnay und Shiraz. „Die Trauben, die wir zur Herstellung unserer Produkte benötigen, importieren wir tiefgefroren“, erklärt Lysanne Tusar, Geschäftsführerin und Marketingchefin der 8th Estate Winery. Bereut haben Tusar und Seminari ihren mutigen Schritt bisher nicht. Im Gegenteil: „Hongkong ist ein großartiger Standort, um Geschäfte zu machen. Wir wurden von allen Seiten unterstützt, was uns die Eröffnung der Weinkellerei sehr erleichterte“, erläutert Tusar.
Ungebremste Nachfrage nach Wein beschert Sotheby’s-Auktion Rekordergebnis
Der Weinkonsum der asiatischen Staaten ist in den vergangenen Jahren enorm angestiegen. Branchenexperten gehen davon aus, dass dieser Trend auch durch die aktuelle Wirtschaftskrise nicht gestoppt wird. „2007 wurde in Asien – mit Ausnahme des japanischen Marktes – Wein im Wert von 7 Milliarden US-Dollar konsumiert“, erklärt Ng. Bis zum Jahr 2012, so schätzt die Regierung der Sonderverwaltungsregion, wird dieser Wert auf 17 Milliarden US-Dollar ansteigen. „Wenn dieser Trend anhält, wird der asiatische Weinmarkt im Jahr 2017 größer sein als der US-amerikanische“, verdeutlicht Ng die Bedeutung all diese Zahlen für die internationale Weinindustrie. Asiens Liebe zum Wein zeigte sich auch am Samstag, 4. April, bei der ersten Wein-Auktion von Sotheby’s in Hongkong. Insgesamt wurden hier Weine im Wert von über 6 Millionen US-Dollar versteigert, darunter eine 6-Liter-Flasche Château Latour 1961, die 62.000 US-Dollar einbrachte. Die gesamte Versteigerung übertraf die erwarteten Einnahmen um 50 Prozent. Serena Sutcliffe, Leiterin der internationalen Weinabteilung von Sotheby’s, zeigte sich entsprechend zufrieden und nannte die Auktion einen „spektakulären” Erfolg.
Weinsteuer auf Null herabgesetzt
Hongkong hofft, seinen Status als die asiatische Handelsplattform für Weine aus aller Welt ausbauen zu können. Das Hauptaugenmerk der in Hongkong ansässigen Weinhändler liegt dabei auf dem chinesischen Markt. „Auch hier sprechen die Umsatzzahlen eine eindeutige Sprache“, so Ng: „Im Jahr 2007 importierte Festlandchina Wein im Wert von 184 Million US-Dollar. Bis 2017 wird sich dieses Volumen mehr als vervierfacht haben.” Bereits heute machen 24 Prozent aller Weine, die für den chinesischen Markt bestimmt sind, Zwischenstation in Hongkong. Um diesen Anteil zu sichern und die Attraktivität als Handelsstandort noch weiter zu erhöhen, entschloss sich die Regierung der Sonderverwaltungsregion im vergangenen Jahr, die 40-prozentige Steuer auf Wein auf Null herabzusetzen. Die Folge: Hongkongs Weinimporte stiegen nach der Ankündigung der Streichung der Steuer im Februar vergangenen Jahres bis Ende 2008 um 83 Prozent.
Auch deutsche Winzer können profitieren
„Deutsche Weine sind in ganz Asien noch immer unterrepräsentiert“, schlägt Ng eine Brücke zur deutschen Weinwirtschaft. Zwar zeige die Statistik, dass die deutschen Weinexporte nach China im vergangenen Jahr um 73 Prozent gesteigert werden konnten. „Allerdings“, schränkt Ng ein, „von einem sehr niedrigen Niveau aus“. Deutsche Produkte stünden für hohe Qalität, weiß Ng. Um nicht den Anschluss zu verlieren und von den guten Zukunftsaussichten zu profitieren, rät Ng deutschen Unternehmen, ihre Präsenz in Hongkong zu verstärken – insbesondere mit Blick auf die Aktivitäten der Wettbewerber. „Erst im Oktober hat die Regierung Hongkongs Vereinbarungen mit Spanien und der Region Bordeaux unterzeichnet, die u.a. eine Förderung des Handels, von Investitionen und eine verstärkte Zusammenarbeit beim Wein-Tourismus vorsehen“, so Ng.












