openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Die Wut über die Bonuszahlungen von AIG

Bild: Die Wut über die Bonuszahlungen von AIG

(openPR) Wir stehen erst am Anfang der Wirtschaftskatastrophe - Weltweit


Der bankrotte amerikanische Versicherungsgigant American International Group (AIG), der von allen Finanzgesellschaften aus dem Rettungspaket den größten Anteil an Steuergeldern erhalten hat, zahlt an seine Vorstandsmitglieder Bonuszahlungen in Höhe von Millionen von Dollar. Es handelt sich dabei um die gleichen Topmanager, die für die Transaktionen verantwortlich waren, durch die ein großer Teil der amerikanischen und der Weltwirtschaft in den Abgrund gezogen wurde.



Diese Enthüllung hat große Wut in der Bevölkerung erzeugt, denn sie illustriert überdeutlich den Klassencharakter der Wirtschaftspolitik, die die Obama-Regierung angesichts der tiefsten Wirtschaftskrise seit der Großen Depression in den 1920er Jahren verfolgt.

Dem Wall Street Journal zufolge, zahlt AIG 450 Millionen Dollar an Boni an die Vorstände seiner Londoner Tochtergesellschaft AIG Financial Products, die vor allem für die schwindelerregenden Verluste von 99,3 Milliarden Dollar im Jahr 2008 verantwortlich war.

Diese Bonuszahlungen werden zusätzlich zu sogenannten "Anreizzahlungen" für 2008 bezahlt, die 6.400 AIG-Angestellte erhalten und weiteren 600 Millionen "einbehaltenen Zahlungen", die an 4.000 von ihnen gehen, was zusammen mehr als eine Milliarde ausmacht.

Die New York Times berichtet, dass sieben AIG-Vorstände Bonuszahlungen im Wert von 3 Millionen Dollar oder mehr erhalten, die Washington Post teilt mit, dass 165 Millionen unter vierhundert Angestellten aufgeteilt werden - ein Durchschnitt von 412.200 Dollar für jeden. Das ist zehnmal soviel wie der Durchschnittslohn eines Arbeiters.

Wenn man berücksichtigt, dass AIG de facto bankrott ist, dann werden diese Boni, direkt aus Steuergeldern bezahlt, obwohl der Konzern bereits mit 180 Milliarden Dollar bedacht wurde. Diese Summe entspricht ungefähr den angekündigten Ausgaben der Obama-Regierung für das schwächliche Paket zur Konjunkturankurbelung.

Während Millionen voller Wut auf den Bonusplan reagieren, weil sie täglich ihren Arbeitsplatz oder ihr Haus über dem Kopf verlieren und ihr Einkommen infolge der Krise gekürzt wird, kamen von Seiten der Obama-Regierung nur ein paar zahnlose Missfallenskundgebungen.

US-Finanzminister Timothy Geithner soll den von der Regierung eingesetzten Vorstandsvorsitzenden der AIG, Edward Liddy, angerufen und ihn mitgeteilt haben, dass die Bonuszahlen "nicht akzeptabel" seien und verlangt haben, dass sie etwas heruntergeschraubt werden. Wenn man in Betracht zieht, dass die Regierung mit dem ersten Rettungspaket vom September 80 Prozent der Anteile der Firma übernommen hat, dann sollte man annehmen, dass Geithners Forderung einiges Gewicht haben würde.

Aber halt!

Liddy, ein früheres Vorstandsmitglied von Goldman Sachs feuerte einen Brief zurück, in dem der Regierung mitgeteilt wurde, sie solle sich raushalten. Goldman Sachs ist eine Investmentbank, von der man annimmt, dass ein großer Teil des Geldes aus dem Rettungspaket an sie geflossen ist, nachdem es in den AIG-Versicherungen "gewaschen" worden war.

Er schrieb "Um es offen zu sagen, AIG sind die Hände gebunden," und behauptete, dass die Bonuszahlungen "bindende Verpflichtungen" und Teil der Arbeitsverträge der Vorstandsmitglieder seien. Wenn man sie nicht einhalte, würde man Gerichtsprozesse provozieren. Darüberhinaus seien sie auch dann vollkommen gerechtfertigt, wenn man berücksichtigt, dass einige derer die sie erhalten für die vergangenen Verluste verantwortlich sind. Würde man diese zusätzlichen Vergütungen nicht zahlen, behauptete er weiter, würde AIG riskieren, "die besten und klügsten Leute für die Leitung und Durchführung der AIG-Geschäfte" verlieren. Die Angestellten würden kündigen, wenn "ihre Vergütungen Gegenstand fortgesetzter willkürlicher Festsetzung durch das US-Finanzministerium" seien, erklärte er.

"Die Besten und Klügsten?" Die Vorstandsvorsitzenden der Finanzabteilung der AIG führten eine ungesicherte Operation mit Kreditderivaten durch, die genau so betrügerisch war, wie das Schneeballsystem von Madoff und mit noch weit zerstörerischen Folgen.

Die Frage, die sich aufdrängt ist, wo genau sind diese "Besten und Klügsten", die gehen würden, wenn sie ihre Bonuszahlungen in Höhe von Hunderten Millionen nicht erhalten? Der Markt für diese Art parasitäre Finanztransaktionen ist zusammengebrochen und hat die Lebensbedingungen von Millionen arbeitender Menschen mit sich in den Abgrund gerissen. Statt Bonuszahlungen zu bekommen, sollten diejenigen, die für die Finanzmanipulationen bei AIG und ihren Geschäftspartnern verantwortlich waren, gerichtlichen Ermittlungen unterzogen werden.

Schließlich schwenkte die Obama-Regierung auf Liddys Position ein, das die Boni gezahlt werden müssen. Das wurde am Sonntag von Lawrence Summers, dem Vorsitzenden des Wirtschaftsrates des Weißen Hauses, in einem Interview in der ABC Sendung This Week klargemacht.

"In den letzten 18 Monaten sind eine Menge schlimme Dinge passiert," erklärte Summers, "aber was bei AIG passiert ist, ist einfach abscheulich."

Trotz dieser angeblichen Abscheulichkeit bestand Summers darauf, dass die Regierung ungeachtet des 80-prozentigen Anteilseigentums an AIG nichts gegen die Bonuszahlungen unternehmen könne. "Wir sind ein Land mit Gesetzen," verkündete er. "Da gibt es Verträge. Die Regierung kann nicht einfach die Verträge aufheben."

Die Regierung kann keine Verträge aufheben? Versucht einmal dies amerikanischen Autoarbeitern zu erklären, denen nicht nur Bonuszahlungen, sondern auch Löhne, Urlaub, Renten, Gesundheitsversorgung und gute Arbeitsbedingungen - all dies war Teil ihrer Arbeitsverträge - gestrichen wurden, weil das Weiße Haus dies zur Bedingung machte, für die Zahlungen zur Abwendung des Bankrotts.

Da gab es keine frommen Sprüche aus Washington über einen "Rechtsstaat" und die Heiligkeit von Verträgen, als die Regierung hinter dem bösartigen Angriff stand, durch den die Autoarbeiter zurück in die 1930er Jahre getrieben werden sollen. Vielmehr wurden diese Arbeiter - mit Unterstützung der Gewerkschaften -verunglimpft durch die allgemeine Forderung, dass sie von heute auf morgen der Vernichtung ihrer Verträge zuzustimmen hätten.

Das ist der wirkliche Inhalt der Wirtschaftspolitik der Obama-Regierung. Heilig sind Nicht Verträge oder Gesetze, sondern das Prinzip, dass der Reichtum, die Macht und die Privilegien des obersten einen Prozents der amerikanischen Gesellschaft nicht angetastet werden dürfen, ganz gleich, wie tief die Wirtschaftskrise ist.

Wirklich Sorgen machen sich Summers und die anderen in der Regierung, weil diese Bonuszahlungen bei AIG so provokativ sind, dass sie ihrem Versuch in die Quere kommen, eine Politik durchzuführen, durch die die gesamte Last der Krise der arbeitenden Bevölkerung aufgebürdet werden soll unter dem Motto: "Alle müssen Opfer bringen."

Das drückte der Wirtschaftsberater von Obama, Austan Goolsbee, ganz deutlich aus, als er davor warnte, dass das Vorgehen von AIG "den Zorn von Millionen Menschen erregen" könnte. Er fügte hinzu: "Man muss sich Sorgen machen, dass sie zurückschlagen."

Genau diese Entwicklung, die die Regierung und die herrschende Klasse so sehr fürchten, deutet auf den einzigen Weg hin, durch den die drohende Wirtschaftskatastrophe im Interesse der Mehrheit der Bevölkerung gelöst werden kann.

Das Wirtschaftsleben muss umorganisiert werden, so das die Bedürfnisse der Millionen nach Arbeitsplätzen, Wohnungen, Gesundheitsversorgung und Bildung befriedigt werden können statt nur für die herrschende Elite Profit zu bringen.

Bill Van Auken

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 292521
 1072

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Die Wut über die Bonuszahlungen von AIG“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von acting-art-of-memory

Bild: Verschärfung des Kriegs in AfghanistanBild: Verschärfung des Kriegs in Afghanistan
Verschärfung des Kriegs in Afghanistan
Verschärfung des Kriegs in Afghanistan Am Sonntag erteilte Präsident Barack Obama bei einem Treffen mit führenden Militärs im Weißen Haus den Befehl, mindestens 30.000 zusätzliche Soldaten nach Afghanistan zu schicken. Er wartete nicht einmal ab, bis er der amerikanischen Bevölkerung die Eskalation im Fernsehen erklärt hatte. Das unterstreicht seine verächtliche Haltung gegenüber der Opposition in der Bevölkerung gegen den Krieg und gegenüber jeglichen demokratischen Prinzipien. Schon vor der erneuten "Truppenverstärkung" hatte Obama in den…
Bild: Clement is back . . .Bild: Clement is back . . .
Clement is back . . .
No, nur auf "Werbefeldzug" bei Maischberger, nach langer Zeit mal wieder das "Gesicht" des Ex-Spezialdemokraten Wolfgang Clement im Fernsehen gezeigt. Mit "W. C." ist es ähnlich wie mit einer selbstreproduzierenden Fruchtfliege: Kaum denkt man, man ist diesen Typen endlich, endlich los, ist er schon wieder da, so penetrant, überheblich, dass kaum mehr auffällt, dass er alles und jedes was er anfaßt, absolut und zuverlässig kaputtmacht. Borniertheit und Vorurteile sind nicht zu entschuldigen und zeugen nur von mangelnder Souveränität und Int…

Das könnte Sie auch interessieren:

Zusage von Bonuszahlungen durch konkludentes Verhalten
Zusage von Bonuszahlungen durch konkludentes Verhalten
… Arbeitgebers einen Anspruch dem Grunde nach auch für die Zukunft begründen kann. Ein solcher Anspruch scheitert auch nicht daran, dass die Höhe der Bonuszahlungen wechselt. Denn typischerweise hängt die Höhe von Bonuszahlungen von unterschiedlichen Voraussetzungen, wie z. B. Betriebsergebnis oder persönlicher Leistung ab, und kann daher schwanken. Anmerkung …
Bild: james.ag informiert - AIG und Finanzkrise - "In der Not gehen 1000 Freunde auf ein Lot"Bild: james.ag informiert - AIG und Finanzkrise - "In der Not gehen 1000 Freunde auf ein Lot"
james.ag informiert - AIG und Finanzkrise - "In der Not gehen 1000 Freunde auf ein Lot"
Bevor Industriekunden und die Maklerschaft weiterhin umsonst beunruhigt sind und Versicherer die AIG als Mitversicherer hintenrum diskreditieren, liefert Ihnen james.ag ein paar sachliche Argumente: - Das Sach- und Haftpflichtversicherungsgeschäft bei der AIG ist gesund. - Betroffen ist lediglich eine Geselllschaft der AIG, die den Ausfall von Hypothekarkrediten …
MPU für Tiefensee`s Theater?
MPU für Tiefensee`s Theater?
… Hartmut Mehdorn ist sehr verärgert über die Kritik des Bundesverkehrsministers Tiefensee wegen der geplanten Bonus-Zahlungen für Vorstandsmitglieder. Im Streitfall geht es um die Bonuszahlungen für den Vorstand der Deutschen Bahn bei einem erfolgreichen Börsengang gerät Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee immer mehr unter Druck. Ein Sprecher seines …
AIG International Real Estate gibt den Kauf einer gewerblichen Immobilie bekannt
AIG International Real Estate gibt den Kauf einer gewerblichen Immobilie bekannt
Ad-hoc-Mitteilung übermittelt durch euro adhoc. - Für den Inhalt ist der Emittent verantwortlich. 31.12.2003 - Frankfurt am Main, 31. Dezember 2003 - Die AIG International Real Estate GmbH & Co. KGaA (AIRE) gab heute bekannt, dass sie eine Eigenkapitalanlage in Höhe von EUR 23,5 Mio. in den Auto Parts Park, eine Fertigungs- und Lagereinrichtung mit …
Tokushima Worldwide – AIG Aktien Verkauf von dem Finanzministerium.
Tokushima Worldwide – AIG Aktien Verkauf von dem Finanzministerium.
… die mehr als $180 Milliarden in Rettungsfonds bekommen haben.Den Aktienverkauf wird bedeuten,dass zum ersten Mal seit der Rettung,wird die Bundesregierung ein Mindersheitaktionär in AIG sein. “Es gab eine Erwartung,dass die Bundesregierung seine Beteiligung in diesem Monat verkaufen würde,jedoch hat die Grösse von diesem Verkauf die Märkte überrascht” …
Neue Entdeckung: Goldflare erbohrt 15 g/t über 7 Meter auf dem Projekt Goldfields
Neue Entdeckung: Goldflare erbohrt 15 g/t über 7 Meter auf dem Projekt Goldfields
… Unternehmen freut sich, ein erstes hochgradiges Goldergebnis von 15,36 g/t über 7,05 Meter, einschließlich eines Abschnitts von 103,86 g/t über 1 Meter, aus Bohrung AIG-23-13 bekannt zu geben. Folgend einige Eckdaten dieser Bohrung: - Die Mineralisierung in Form von Freigold ist in einer alterierten und zerklüfteten alkalischen Intrusion beherbergt. - …
Hohe Schäden aus Managerhaftpflicht
Hohe Schäden aus Managerhaftpflicht
… Schäden von 6 Mrd. $ führen, erwartet Advisen. Der deutsche Experte Hendricks sieht die Schadenswelle nicht nur im Finanzsektor. "Große D&O-Anbieter wie AIG in Frankfurt erhalten mehr als 50 Schadensmeldungen monatlich", sagte er. Insolvenzverwalter versuchten, Ansprüche wegen angeblicher Managementfehler durchzusetzen. "Außerdem wird jedes schlechte …
Bild: American International Group (AIG) gerettet!? Finanzkrise hält an - Was passiert nun?Bild: American International Group (AIG) gerettet!? Finanzkrise hält an - Was passiert nun?
American International Group (AIG) gerettet!? Finanzkrise hält an - Was passiert nun?
… denn der Wettbewerb ist unvermindert hoch. Ob und ggf. wann die angekündigte Preiserhöhung der Rückversicherer beim Kunden ankommt, ist ungewiss. Und die Rettung der AIG? Bringt sie die gewünschte Stabilität zurück? Wohl kaum. Der nachvollziehbare und wohl notwendig gewordene ordnungspolitische Sündenfall der US-Regierung hat zwar zunächst die erhoffte …
Mitarbeiterbeteiligung erhöht Akzeptanz von Bonuszahlungen.
Mitarbeiterbeteiligung erhöht Akzeptanz von Bonuszahlungen.
Eine aktuelle Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und der Universität Bamberg zeigt: Mehr als die Hälfte der befragten Arbeitnehmer halten Bonuszahlungen an Geschäftsführer für ungerecht oder eher ungerecht. Die Akzeptanz von Bonuszahlungen nimmt aber deutlich zu, wenn die Belegschaft eines Unternehmens ebenfalls am Erfolg …
Sie lesen gerade: Die Wut über die Bonuszahlungen von AIG