(openPR) Von Heinz Mann, Usingen Hessen
Wegen 0,07 Millimetern:
In der gesamten Heizperiode von Oktober bis April setzt sich im Schornstein von Hausbesitzer Heinz M. eine Rußschicht von 0,14 Millimeter ab.
Der Schornsteinfeger besteht darauf, dass diese extrem dünne Rußschicht nicht einmal sondern zweimal im Jahr zu jeweils 0,07 Millimeter abgetragen wird. Eine sachliche Begründung wird verweigert.
Seit zwei Jahren hat Heinz M. eine neue Heizung mit einem neuen Schornstein aus Edelstahl. Zufällig bekam Heinz M. mit, dass bei den ersten beiden Reinigungen des Schornsteins überhaupt kein Ruß unten rauskam. Also da, wo nach dem Putzen eigentlich Ruß sein sollte, war nichts. Wofür wird so ein Schornstein zweimal im Jahr geputzt, fragte sich Heinz M. und interessiert sich seitdem für die Tätigkeit des Schornsteinfegers.
Wirft man einen Blick auf andere behördliche Leistungen, dann stellt man fest, dass nahezu alle Leistungen nach Verbrauch abgerechnet werden, etwa Wasser und Abwasser. Beim Müll gibt es unterschiedlich große Tonnen, wobei sich Größe und Kosten nach dem Bedarf richten. In manchen Städten wird der Müll sogar gewogen und aufs Kilo genau abgerechnet. Bei Strom und Telefon ist die Abrechnung nach Verbrauch ohnehin selbstverständlich.
Nur bei der Schornsteinreinigung wird ohne Rücksicht auf den tatsächlichen Verschmutzungsgrad vorgegangen. Auf Verdacht wird mehrmals im Jahr geputzt, egal ob der Schornstein verschmutzt ist oder nicht. Eine Rußschicht von 0,07 mm ist nicht automatisch eine „Verschmutzung“, so wie ein gebrauchter Autoreifen nicht automatisch „abgefahren“ ist. Es kommt immer auf den Einzelfall an.
Bei Heinz M. und vielen anderen Hausbesitzern wird unabhängig vom Verschmutzungsgrad zweimal im Jahr der Schornstein geputzt. Das ist so, als ob der TÜV verlangen würde, dass man zweimal im Jahr neue Reifen aufzieht, unabhängig davon, wie viele Kilometer man gefahren ist. Das ist unseriös, das ist unakzeptabel, das ist beleidigend für den Verstand und kostet unnötig Geld.
Gegen diese blinde, ungerechte und unnötige Kosten verursachende Vorgehensweise wehrt sich Heinz M. jetzt und verlangt, dass die Häufigkeit der Reinigung am Verschmutzungsgrad ausgerichtet wird.
Um den Verschmutzungsgrad zu ermitteln, muss der Schornsteinfeger nach der Reinigung lediglich den Ruß in einen normalen, haushaltsüblichen Messbecher füllen, um das Volumen des Rußes zu ermitteln. Dieses Volumen in den Computer eingegeben, spuckt der Computer auf Knopfdruck die Dicke der Rußschicht aus. Der Aufwand für eine korrekte Abrechnung wäre beim Schornstein geringer als bei allen anderen behördlichen Leistungen.
Aus welchem Grund wird nicht korrekt abgerechnet? Aus welchem Grund muss eine Rußschicht von 0,07 mm entfernt werden? Warum wird nicht nach Bedarf gereinigt? Warum zieht man den Bürgern unnötig das Geld aus der Tasche? Warum wird auf diese Fragen die sachliche Antwort verweigert?
Irgend jemand wird diese Fragen beantworten müssen, möglicherweise ein Gericht, sagt Heinz M. Der Bürger darf in einer Demokratie und in einem Rechtsstaat nicht alles ungeprüft hinnehmen.
Wer sich über Details informieren möchte oder wissen möchte, wie man die Schichtdicke des Rußes im Schornstein berechnet, kann gerne unter 06081-966437 anrufen.
Die Ausreden des Bezirks-Schornsteinfegermeisters
Selbstverständlich hat Heinz M. zunächst das Gespräch mit dem Bezirksschornsteinfegermeister gesucht. Aber vergeblich. Hier die Ausreden:
1. Ausrede
„Der größte Teil des Russes fliegt beim Putzen oben aus dem Schornstein raus“.
Das klingt aus dem Mund des Meisters zunächst überzeugend, ist aber die Unwahrheit. Ein weißer Plastiksack, der sorgfältig um den Schornstein herum drapiert wurde, brachte es an den Tag: keine einzige Rußflocke kommt beim Putzen oben raus.
2. Ausrede
„Der Schornstein zieht nicht mehr, wenn er Ruß angesetzt hat“.
Diese Aussage ist unhaltbar: Der Heizkessel hat ein sogenanntes „Rauchzuggebläse“. Dieses Gebläse sorgt dafür, dass der Rauch schnell und sicher durch den Schornstein nach oben abtransportiert wird. Und bei 0,07 mm Ruß in einem Rohr von 13 cm Durchmesser ist eine solche Behauptung ohnehin Unsinn.
3. Ausrede
„Sie müssen ja auch alle zwei Jahre zum TÜV.“
Ja, alle zwei Jahre und nicht zweimal im Jahr. Vor allem aber ist bei einem Auto nicht bekannt, ob ein Mangel vorliegt, eine „vorbeugende Kontrolle“ ist deshalb durchaus vertretbar.
Dagegen ist beim Schornstein von Heinz M. genau bekannt, welcher „Mangel“ vorliegt, nämlich eine Rußschicht von 0,14 mm pro Jahr. Diese Schicht in zwei Putzaktionen von jeweils 0,07mm zu entfernen, hat mit Vorbeugen nichts zu tun. Der Verdacht der finanziellen Abzocke liegt nahe.
Heinz Mann, Usingen Hessen











