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Leicht gehopfte Revolution

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Beyoglu Inside
Beyoglu Inside

(openPR) Bünyamin Türksoy braut in Dortmund türkisches Bier nach deutschem Reinheitsgebot

Johannes Schmitz
DORTMUND. Eine große Lagerhalle in einem Industriegebiet vor den Toren Dortmunds. Ein Block aus Paletten, auf denen Sixpacks gestapelt sind, steht hinter einem Sichtschutz. "Pure Taste of Turkey" steht auf den Verpackungen. Durch ein spärlich eingerichtetes Kontorbüro an der Seite der Halle gelangt man, ein wenig überraschend, zu einer hellen Marmortreppe. Dort hinauf, vorbei an Spiegeln, deren Holzrahmen mit Goldfarbe bemalt sind, geht es in das Büro eines Mannes, der nicht weniger plant als eine kleine Revolution auf dem deutschen Biermarkt.



Brennt nicht im Hals

Bünyamin Türksoy wagt etwas etwas Besonderes: Er lässt in Dortmund, einer ehemaligen Hochburg des Brauereiwesens, ein türkisches Bier nach deutschem Reinheitsgebot produzieren. Für die Community der jungen Türken in Deutschland. Und für alle, die ein leichtes Bier bevorzugen. "Wenig gehopft, locker, etwas cremig, es brennt nicht im Hals." So beschreibt Türksoy, der 48-jährige Ingenieur und fünffache Familienvater, den Geschmack seines Produkts. Von der Wand grüßt Kemal Atatürk mit einem Glas Raki in der Hand.

Die Idee, mit Bier Geld zu verdienen, kam dem Unternehmer vor zehn Jahren. Als der deutsche Tourismus in der Türkei richtig boomte, wollte er ein deutsches Bier in die Türkei importieren. Doch dieser Plan scheiterte ebenso wie die Suche nach einer türkischen Brauerei, die in seinem Auftrag ein deutsches Bier brauen sollte. Also drehte Türksoy den Spieß um. Er ließ von Fachleuten in Deutschland ein Bier entwickeln, das geschmacklich auf junge Migranten abzielt. In zahlreichen Tests mit Dortmunder Studenten unterschiedlicher Nationalitäten fand er so etwas wie die türkische Seele im deutschen Bier. Seit mehr als einem Jahr ist er jetzt damit auf dem Markt und hat in dieser Zeit rund 5 000 Hektoliter von seinen Partnern, deren Namen er nicht verraten möchte, brauen lassen.

Jetzt bläst Bünyamin Türksoy zur Offensive. Nachdem er erfahren musste, dass der Handel seine Einwegflaschen oft ablehnte, setzt er seit Dezember auf Mehrweg. Und das nicht nur in Deutschland. Bünyamin Türksoy hat auch den französischen, niederländischen und österreichischen Markt im Visier. In drei Jahren möchte er bei 50 000 Hektolitern sein. Und dann will er richtig Geld in die Hand nehmen, um in Dortmund eine eigene Brauerei zu bauen, die gleichzeitig ein Lifestyle-Zentrum werden soll, samt Gastronomie und mit Kulturangebot.

"Schon 80 Prozent der in Deutschland lebenden Türken kennen unser Bier", sagt Türksoy, dessen Vater 1967 ins Ruhrgebiet kam und dort nicht nur Knoblauch-Wurst herstellte, sondern auch mehrere Lebensmittelläden eröffnete. Von Kindheit an ist Bünyamin Türksoy ein Wanderer zwischen seiner deutschen und seiner türkischen Heimat. Vielleicht auch deshalb kann er die Generation seiner Kinder gut verstehen: "Viele junge Türken fühlen sich vernachlässigt und wissen nicht, wo sie hingehören. Sie wollen dazugehören, aber auch ihre Identität wahren", sagt er.

Ganz auf die Identität stiftende Wirkung, die Marken haben können, setzt er daher mit seinem Bey-Bier. Seine Strategie ist es, ein Lebensgefühl zu verkaufen. Bey - der Fürst - heißt sein Bier, der Name leitet sich vom Istanbuler Stadtteil Beyoglu ab. Seit dem 15. Jahrhundert sei das ein weltoffenes Viertel, dort habe man immer gut gelebt. "Wir sind ein Genießervolk", sagt Bünyamin Türksoy. Er bedauert ein wenig, dass es in Deutschland so viel Hektik gibt. Der Bierbrauer als Weltverbesserer? Ein bisschen vielleicht. Aber Türksoy sagt auch: "Wir sind Kaufleute."

Bey-Bier bewegt sich im Hochpreissegment. Türksoy setzt vor allem auf Sixpacks mit 0,33-Liter-Flaschen. Denn als Szenegetränk soll es direkt aus der Flasche getrunken werden, wenn es nach ihm geht. Der Kasten kostet rund 13 Euro. Mit dem Vorurteil, Muslime würden kein Bier trinken, räumt er gerne auf. Nur jeder fünfte Türke lehne Alkohol strikt ab, sagt er: "Wir trinken gerne in Gesellschaft." Er selbst allerdings kaum mehr als eine Flasche.

Elvira Jankowski, die an der Fachhochschule Bonn/Rhein-Sieg unter anderem Innovations-Management lehrt, räumt dem türkisch-deutschen Pils gute Chancen auf dem Markt ein, vor allem bei einer leistungsbereiten Klientel. Die Professorin hat für Türksoy Umfragen unter Jugendlichen über ihre Werte mitgestaltet, um die Werbestrategie vorzubereiten. Als Ingenieurin und ehemalige Unternehmerin hat sie einen eigenen Blick auf das deutsch-türkische Bier und seine mögliche Bedeutung für den Markt: "Wenn die Deutschen ihre organisatorischen Stärken und die Türken ihre lebensbejahende Leichtigkeit zusammenführen, dann ist das ein echter Brückenschlag zwischen den Kulturen." Das hört Bünyamin Türksoy sicher sehr gern.

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Für die Szene

Der Pro-Kopf-Verbrauch von Bier liegt in Deutschland bei rund 111 Litern pro Jahr. In der Türkei trinken die Menschen im Schnitt 18 Liter Bier pro Jahr.

Bey heißt das Bier des Dortmunder Unternehmers Bünyamin Türksoy. Es wird nach deutschem Reinheitsgebot gebraucht. Türksoy will es als Szenegetränk positionieren.

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