(openPR) Schmerzen an den Füßen werden in unserer modernen Gesellschaft immer häufiger. Dabei kommt die Fehlstellung der Großzehe (Hallux valgus) in allen Kulturkreisen vor. Diese Zehenveränderung wird auch bei Patienten beobachtet, die noch nie in ihrem Leben Schuhe getragen haben. Daher wird eine genetische Veranlagung angenommen. Begünstigt werden Fehlstellungen durch spitz zulaufende Schuhe mit hohen Absätzen. Hierbei rutscht der Vorfuß nach vorne und die Zehen werden in eine ungünstige Stellung gepresst. Das Reiben des Großzehenballens am Schuh kann zu schmerzhaften Schleimbeutelentzündungen und zur Bildung eines hervorstehenden Großzehenballens führen (Pseudoexostose). Frauen sind von Zehenfehlstellungen 3 bis 4 mal häufiger betroffen als Männer. Die nach außen abweichende Großzehe (Hallux valgus) kann die benachbarten Zehen verdrängen und dabei nach oben wegdrücken.
Es entsteht eine Kleinzehendeformität (Krallenzehe), die wiederum, durch den ständigen Druck im Schuh, ein schmerzhaftes Hühnerauge (Klavus) ausbilden kann. Ebenso können Gelenkerkrankungen wie Rheuma die stabilisierenden Elemente in den Gelenken soweit zerstören, dass es zu Zehenfehlstellungen kommt.
"Inzwischen kann die moderne Medizin Zehenfehlstellungen gut korrigieren," so Dr. Jan-Hauke Jens, Chefarzt im Hamburger Zentrum für Endoprothetik. "Fehlstellungen der Großzehe können zu erheblichen Beschwerden führen. In ausgeprägten Fällen können handelsübliche Schuhe nicht mehr getragen werden." Eine Fehlstellung der Großzehe nimmt über die Jahre langsam zu. Dieser Prozess kann leider durch keine nicht-operative Therapie umgekehrt werden. Möglicherweise helfen Einlagen, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen. Aufhalten können Einlagen die Entwicklung eines Hallux valgus jedoch nur in sehr frühen Stadien.
"Zudem führt eine Zehenfehlstellung zu einer anormalen Belastung des Gelenks, was langfristig einen vorzeitigen Gelenkverschleiß begünstigt. Ist eine Arthrose erst einmal entstanden, ist die Bewegung der Großzehe nur noch unter Schmerzen möglich," so Jens weiter. "Häufig ist es sinnvoller durch eine Korrektur der Großzehe die gestörte Lastverteilung im Vorfuß zu normalisieren als Operationen an den Kleinzehen durchzuführen. In schweren Fällen ist beides notwendig."
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Hintergrund:
Fußchirurgie - Welche Operationsmethoden gibt es ?
Von den über 150 Operationsverfahren zur Korrektur von Großzehenfehlstellungen haben sich folgende Verfahren bewährt und international durchgesetzt:
* OP nach Chevron und Scarf: Die Scarf- und Chevron-Osteotomien korrigieren die Fehlstellung des 1. Mittelfußknochens. Das Mittelfußköpfchen kann bis zu 5 mm in Richtung Fußaußenrand geschoben werden. Der Mittelfußknochen wird wieder gerade gestellt und mit 1 oder 2 Schrauben fixiert.
* OP nach Akin und Kleinzehen-OP: Ergänzend zur Korrektur des 1. Mittelfußknochens (siehe oben) kann noch eine Begradigung der Großzehe (Akin-Osteotomie) durchgeführt werden. Ein vermehrter Druck einzelner Mittelfußknochen unter dem Vorfuß kann durch eine Verkürzung wieder korrigiert werden.
* Basisosteotomie: Bei schweren Fehlstellungen wird der 1. Mittelfußknochen an seiner Basis korrigiert. Je nach Zustand des Großzehengrundgelenkes und den anatomischen Voraussetzungen kann eine den Knochen verlängernde oder eine den Knochen verkürzende Technik angewendet werden. Der Knochen wird durch eine kleine, winkelstabile Platte stabilisiert, die das Operationsergebnis sichert.
* Lapidus-Arthrodese: Immer wieder tritt eine Fehlstellung der Großzehe zusammen mit einer Arthrose des 1. Mittelfußgelenkes auf. Bei der Lapidus-Arthrodese wird die Korrektur der Zehenfehlstellung durch eine Versteifung des 1. Mittelfußgelenkes, unter Verwendung eines winkelstabilen Implantats, durchgeführt.










