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Inhalt und Funktionen nonverbaler Kommunikation

26.01.200912:40 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung
Bild: Inhalt und Funktionen nonverbaler Kommunikation

(openPR) Um Kommunikation handelt es sich nach Watzlawick, wenn „das Verhalten jedes einzelnen Individuums das jeder anderen Person bedingt und seinerseits von dem Verhalten aller andern bedingt wird“.1 Sobald sich zwei Menschen gegenüber stehen und wahrnehmen, entsteht Kommunikation. Es ist dabei nicht möglich, nicht zu kommunizieren, denn da sich jedes Individuum immer auf eine gewisse Weise verhält, kommuniziert das Individuum folglich auch immer.2 Dabei wird nur zu einem kleinen Teil verbal kommuniziert. In der Regel findet ein Großteil der zwischenmenschlichen Kommunikation auf der nonverbalen Ebene statt. Ein bedeutender Anteil aller Kommunikationsinhalte wird durch eine Vielfalt von nonverbalen Signalen, wie z.B. Gesichtsausdruck, Blickkontakt, Körperbewegung, interpersönlichen Abstand, Bekleidung vermittelt. Nonverbale Kommunikation findet dabei nicht in Form einzelner Signale statt, sondern besteht aus einer Vielzahl von verschiedenen Blicken und/oder Gesten. Es ist wichtig, die nonverbalen Signale von Anderen verstehen zu können, denn neben dem gesprochenen Wort enthalten die nonverbalen Signale sehr viel mehr Informationen. Die nonverbale Kommunikation macht nach Matschnig vor allem bei ersten Begegnungen mehr als 90% der Interaktion mit anderen Menschen aus.3 Bestimmte nonverbale Botschaften, wie Lächeln oder Anstarren sind leicht zu interpretieren und werden in der Regel sofort verstanden. Ohne die Fähigkeit, nonverbale Botschaften zu senden und zu empfangen ist eine erfolgreiche soziale Interaktion unmöglich.4 Nonverbale Signale sind vielfach eine für das Verständnis der verbalen Äußerungen wichtige Begleitkommunikation. So können sie die verbalen Signale unterstützen, indem sie diesen Nachdruck verleihen. Dabei kann der Sender z.B. durch einen Gesichtsausdruck seine Einstellung zum Gesagten mitteilen oder seinen Äußerungen einen Sinn verleihen, indem durch Mimik Überraschung oder Freude vermittelt wird.5 Nonverbale Signale können aber auch verbale Kommunikation modifizieren oder ganz ersetzen. Bei entsprechenden Problemen verbal zu kommunizieren, z.B. bei Lärm, kann nonverbale Kommunikation in Form von Blicken, Lächeln oder Gestern an die Stelle der verbalen Kommunikation treten.6 Eine derartige Substitution verbaler Signale kann aber auch dadurch begründet sein, dass sich bestimmte emotionale Zustände besser nonverbal ausdrücken lassen. Die Bevorzugung nonverbaler Signale kann in bestimmten Situationen auch durch Konventionen begründet sein oder den Wunsch, Informationen nicht jedem mitzuteilen. Darüber hinaus kann mit nonverbalen Mitteln schneller reagiert werden, z.B. auf eine Grenzüberschreitung von Anderen.7



Nonverbale Signale können sowohl bestimmte emotionale Zustände transportieren als auch klare Wünsche und Einstellungen zum Ausdruck bringen. So kann ein Sprecher z.B. durch Kopfreize signalisieren, dass er freundlich oder aufgeschlossen ist. Körperlich vermittelte nonverbale Signale können Anspannung, Verlegenheit oder Ruhelosigkeit vermitteln.8 Nonverbale Signale dienen außerdem der Steuerung einer sozialen Situation, sind Ausdruck der Selbstdarstellung und der Kanalkontrolle. Bei einer Interaktion ist der Fortgang der Kommunikation an Rückkopplungsinformationen des Gegenübers geknüpft. Dabei kann die Kommunikation durch nonverbale Signale, wie Kopfschütteln oder Stirnrunzeln, gesteuert werden, z.B. um den Sender der Informationen zu veranlassen, das Gesagte näher zu erläutern oder zu wiederholen.9 Nonverbal vermittelte Formen der Selbstdarstellung können eine dem Einzelnen unbewusste Selbstoffenbarung darstellen. So z.B., wenn das Sprechen vom Zittern der Hände begleitet wird, was auf offenkundige Nervosität verweist.10 Unter diese Selbstdarstellung als Form der nonverbalen Kommunikation fällt auch die Kleidung. Die Kleidung ist dabei Selbstausdruck des Einzelnen und mit Hilfe der Kleidung transportiert das Individuum Mitteilungen über sich selbst auf nonverbale Art und Weise. Dabei kann die Kleidung die erfolgreiche Darstellung eines bestimmten sozialen Status ermöglichen.11 Darüber hinaus dient Kleidung aber auch zur nonverbalen Kommunikation von Gruppenzugehörigkeit und Lebensalter. So kann es einem älteren Menschen z.B. wichtig sein, über eine dezente Kleidung das eigene Alter zum Ausdruck zu bringen und es gleichzeitig abzulehnen, sich bunt und verrückt wie ein Jugendlicher zu kleiden.12

Nonverbale Signale haben aber auch eine große Bedeutung für die Kanalkontrolle. Hierbei handelt es sich um die in Gesprächen stattfindende Veränderung der Informationsübertragung und der dann stattfindende Wechsel der Sprecher/Hörer-Position. Dieser Wechsel wird durch so genannte Turn-taking-Hinweise angezeigt. Das Turn-taking basiert auf der Ausrichtung des gemeinsam erreichten Zusammenhalts der Konversationspartner vor, wobei die verschiedenen Wendungen einer Unterhaltung metakommunikativ durch nonverbale Signale gesteuert werden.13 Nichtverbale Kennzeichen für Konversationswendungen sind neben Mimik und Gestik, z.B. Körperbewegungen oder –positionen.14



Literaturverzeichnis

Argyle, M.: Körpersprache und Kommunikation, Paderborn 1979
Delhees, K. H.: Soziale Kommunikation psychologische Grundlagen für das Miteinander in der modernen Gesellschaft, Opladen 1994.
Forgas, Joseph/Dieter Frey: Soziale Interaktion und Kommunikation: Eine Einführung in die Sozialpsychologie, Weinheim 1999.
Franken, Swetlana Verhaltensorientierte Führung: Individuen- Gruppen- Organisationen, Wiesbaden 2004.
Kess, Joseph F.: Psycholinguistics, Amsterdam u.a. 1992.
Klein, Arnd: Adoption von Electronic Meeting Systems. Die erfolgreiche Einführung von Technologien zur Sitzungsunterstützung, Wiesbaden 2004.
Matschnig, M.: 30 Minuten um Körpersprache verstehen. Offenbach 2007.
Schulz von Thun, Friedemann: Miteinander reden, Reinbek 2001.
Watzlawick, Paul: Menschliche Kommunikation: Formen, Störungen, Paradoxien. Bern 2000.


1 Watzlawick 2000, S. 32.
2 Vgl. Wazlawick 2000, S. 51 ff.
3 Vgl. Matschnig 2007, S. 9.
4Vgl. Franken 2004, S. 151-52.
5 Vgl. Klein 2004, S. 56.
6 Vgl. Forgas/Frey 1999, S. 126.
7 Vgl. Delhees 1994, S. 134ff.
8 Vgl. Forgas/Frey 1999, S. 129.
9 Vgl. Klein 2004, S. 57.
10 Vgl. Schulz von Thun 2001, S. 27.
11 Vgl. Argyle 1979, S. 16.
12 Vgl. ebd., S. 310.
13 Vgl. Kess 1992, S. 163.
14 Vgl. Kess 1992, S. 165.

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