(openPR) Veranstaltungen der Konrad-Adenauer-Stiftung
Erfurt/Hornburg (23.1.2009) Im Rahmen der diesjährigen Gedenkfeiern zum Jahrestag der Befreiung des NS-Vernichtungslagers Auschwitz, dem 28. Januar,veranstaltet das Bildungswerk Erfurt der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) wieder „Denktage“ mit Verfolgten und deren Hinterbliebenen. An den Denktagen soll nicht nur des Schicksals von Opfern des Faschismus gedacht, sondern auch darüber nachgedacht werden, wie der Holocaust geschehen konnte und wie den Anfängen des Neofaschismus die Stirn geboten werden kann. Die Konrad-Adenauer-Stiftung lädt dazu regelmäßig überlebende Zeitzeugen aus der Zeit der NS-Verbrechen von 1933 bis 1945 zu Vorträgen, Diskussionen, Geschichtsstunden und Lesungen ein. Ihr besonderes Augenmerk gilt dabei der Erinnerungs-, Sensibilisierungs- und politischen Bildungsarbeit an Schulen.
Am 27. Januar, am Vorabend des Auschwitz-Gedenktags, bittet die KAS
unter anderem zu einer öffentlichen Veranstaltung ins Kulturhotel Kaiserhof in Bad Liebenstein. Dort wird der Publizist und Politologe Eberhard (genannt Ebel) Freise aus seinem neuen zeitgeschichtlichen Roman „Der Mischling“ vorlesen, der die Verfolgung der jüdischen Minderheit durch die NS-Mörder thematisiert. Der autobiografische Episodenroman beschreibt in 40 Kapiteln, wie der Autor die Verfolgung und Ermordung seiner jüdischen Mutter erlebt hat. Er spannt den Bogen seiner Erzählung von 1938, dem Jahr der Reichspogromnacht als dem Startsignal für die systematische Ausrottung der Juden, über den Zusammenbruch des NS-Regimes hinaus bis zum Arbeiteraufstand von 1953 in der DDR.
Buchautor Freise hat in den Jahren 1949 bis 1952 im Oberschulinternat Bad Liebenstein gelebt und dort auch seine Abiturprüfung bestanden. Im „Mischling“ beschreibt er unter anderem Szenen aus dem Unterrichts- und Internatsleben im ehemaligen „Pädagogium Bad Liebenstein“, die für den Schulalltag der frühen DDR-Jahre charakteristisch sind. Da ihm als Mischling Ersten Grades unter der NS-Herrschaft bis 1945 die Türen höherer Schulen verschlossen geblieben waren, hat er als Oberschüler seinen DDR-Schulbesuch zwar kritisch, aber durchaus wohlwollend bewertet. In einer zweiten Lesung vor Schülern der Staatlichen Regelschule „Altensteiner Oberland“ am Vormittag des 28. Januar in der Liebensteiner Stadtbibliothek erzählt Freise daher nicht nur von der NS-Verfolgung, sondern auch von den Höhepunkten seines Schülerlebens.
In der vergangenen Woche hat Publizist Freise bereits fünfmal in Grundschulen, Gymnasien und Berufsschulen sowie in einem ökumenischen Gedenkgottesdienst in Sachsen-Anhalt gelesen. Freise: „Ich möchte so oft wie möglich dazu beitragen, dass Lebensrecht und Menschenwürde von Minderheiten und von Kindern ethnisch, religiös und rassisch ungleicher Eltern geachtet werden.“ Er zieht die Parallele zum aktuellen politischen Geschehen, wenn er bemerkt: „Noch gestern war ‚Mischling’ ein Schimpfwort; seit einigen Tagen jedoch, da ein afro-amerikanisches Halbblut namens Barack Obama eines der höchsten Staatsämter der Welt angetreten hat, ist Mischling ein Ehrentitel!“





















