openPR Recherche & Suche
Presseinformation

CSU-Steuervorschlag: Kein grosser Wurf, nur Etikettenschwindel

01.01.200410:00 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft

(openPR) Zum CSU-Steuerkonzept erklärt der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Joachim Poss:

Noch vor einigen Wochen im Vermittlungsverfahren haben nicht nur die CDU, sondern auch die CSU und Herr Stoiber verhindert, dass die dritte Stufe der Steuerreform 2000 von 2005 auf 2004 vorgezogen und schon am 1. Januar dieses neuen Jahres in vollem Umfang wirksam wird. Zusammen mit der Stufe 2004 wäre dann ein Entlastungsvolumen von fast 22 Milliarden Euro erreicht worden. Das ist mehr als die CSU jetzt vorgibt, die Bürger entlasten zu wollen. Der sich abzeichnende Aufschwung hätte dann schon heute mehr Unterstützung bekommen.



Auch beim Subventionsabbau hat gerade die CSU im Vermittlungsverfahren grössere Schritte verhindert und sich nur als Agrarlobbyist hervorgetan. Jetzt gibt sie vor, auch beim Subventionsabbau grösseren Mut haben zu wollen. Sie muss sich daher fragen lassen, warum sie im Vermittlungsverfahren noch enau das verhindert hat, was sie jetzt - wenige Wochen später - selbst tun will. Das ist keine glaubwürdige Politik, das ist nur Etikettenschwindel.

Denn der von der CSU jetzt vorgeschlagene Tarif unterscheidet sich von dem Tarif 2005, der bereits im Gesetzblatt steht, nicht gravierend. Und wenn es der CSU um eine für die öffentlichen Haushalte verantwortbare Steuerentlastung für die Bürger geht, hätte sie diese vor einigen Wochen bereits haben können. Wo ist aber die grosse Steuervereinfachung, wo ist der grosse Wurf, wo ist das bahnbrechend Neue, das die CSU angekündigt hat? Fehlanzeige!

Es gibt keinen Grund, den Tarifvorschlag der CSU zu übernehmen, denn der seriös finanzierte Tarif 2005 wird am 1. Januar 2005 wirksam werden und die Bürger um weitere 6,5 Milliarden Euro entlasten. Was die CSU darüber hinaus an Entlastungen vorschlägt, hat mit dem Anspruch der Union an mehr als eine reine Steuersatzreform nichts zu tun. Und zudem will sie die Gegenfinanzierung dieser Entlastung in erster Linie den Arbeitnehmern aufbürden.

Wenn die Unionsparteien sich trotz der gravierenden Differenzen der beiden Modelle auf ein gemeinsames Steuerkonzept einigen können, dann sollen sie einen eigenen Gesetzentwurf formulieren und in die gesetzgebenden Körperschaften einbringen. Insbesondere bei den Gegenfinanzierungsmassnahmen muss die Union dann Klarheit schaffen, denn es reicht nicht aus, in einem Konzept ein paar Eckpunkte zu nennen. Und die Union muss ein seriös durchgerechnetes Konzept vorlegen. Das haben weder die CDU noch CSU bisher getan. Die Koalition hat keinen Anlass, jetzt schnell einen Gesetzentwurf vorzulegen, wie Stoiber es fordert. Diese Bedingung Stoibers hat einzig das Ziel, die mangelnde Einigungsfähigkeit der Union zu kaschieren. Die Koalition ist aber nicht bereit, die Kastanien für die Union aus dem Feür zu holen. Oder sollte das bayerische Finanzministerium nicht in der Lage sein, einen Gesetzentwurf auszuarbeiten und Entlastung und Gegenfinanzierung seriös zu berechnen?

Hinsichtlich der weiteren Punkte des CSU-Vorschlags, wie zum Beispiel einer AbgeltungSteuer für Zinserträge und einer Reform der ErbschaftSteuer, ist die Koalition im Rahmen der von der Bundesregierung bereits in Aussicht gestellten umfassenden beziehungsweise nach der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zum Bewertungsrecht noch vorzubereitenden Gesetzgebung natürlich zu konstruktiven Gesprächen bereit. Auch hier muss man sich allerdings fragen, was das Neue beim Vorschlag der CSU sein soll. Der SPD-Parteitag hat zu beiden Punkten bereits im November letzten Jahres entsprechende Beschlüsse gefasst. Und die werden umgesetzt.

 

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 26773
 1427

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „CSU-Steuervorschlag: Kein grosser Wurf, nur Etikettenschwindel“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von SPD

Bild: Engagiert im Sportverein oder der Moschee? SPD lädt zur Tagung "Migration und Ehrenamt"Bild: Engagiert im Sportverein oder der Moschee? SPD lädt zur Tagung "Migration und Ehrenamt"
Engagiert im Sportverein oder der Moschee? SPD lädt zur Tagung "Migration und Ehrenamt"
Migranten und ihr freiwilliges Engagement stehen im Mittelpunkt einer Tagung des SPD-Bezirks Hessen-Süd am 8. Oktober in Frankfurt. Dabei geht es um unterschiedliche „Ehrenamtskulturen“ und die Frage, wie und in welchen Bereichen sich Migranten sowohl in „deutschen“ Vereinen als auch in Migrantenorganisationen verschiedenster Art engagieren. Experten aus Politik, Verwaltung und Gesellschaft werden mit Blick auf die Kommunalwahl im März 2011 diskutieren: Inwieweit ist ehrenamtliche Arbeit ein Integrationsfaktor? Was müsste sich ändern, damit d…
Zum Freispruch des Wuppertaler Oberbürgermeisters Hans Kremendahl
Zum Freispruch des Wuppertaler Oberbürgermeisters Hans Kremendahl
erklärt die Schatzmeisterin der SPD, Inge Wettig-Danielmeier: Ich begrüße den Freispruch des Wuppertaler Oberbürgermeisters Hans Kremendahl. Wir werden nach Vorliegen des schriftlichen Urteils prüfen, ob neue Regeln für die Annahme von Spenden aufzustellen sind. Im Vorgriff auf diese dann für die gesamte SPD geltenden zusätzlichen Regeln hat der SPD-Landesverband Nordrhein-Westfalen sein Verfahren schon verändert.   Berlin, den 19. Dezember 2002 E-Mail-Service der SPD-Pressestelle

Das könnte Sie auch interessieren:

Entwurf zur TKG-Novelle: Industriepolitik statt Wettbewerb
Entwurf zur TKG-Novelle: Industriepolitik statt Wettbewerb
Entwurf muss dringend nachgebessert werden 11. Juni 2003: Anlässlich der Anhörung zum Entwurf des Telekommunikationsgesetzes (TKG) im Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit (BMWA) am 11. Juni 2003 erklärt die Internet-Beauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Dr. Martina Krogmann MdB: Die heftige Kritik von allen Seiten am - sowohl von der Deutschen …
Statt 6 Mrd. Euro-Konjunkturprogramm Steuervergünstigungsabbaugesetz zurückziehen
Statt 6 Mrd. Euro-Konjunkturprogramm Steuervergünstigungsabbaugesetz zurückziehen
… Beschäftigung in Deutschland nicht weiter zu beeinträchtigen. Die bekannt gewordenen Eckpunkte des möglichen Konjunkturprogramms sind unausgegoren und zum Teil nur Etikettenschwindel. Insoweit sich Infrastrukturhilfen auf Kreditprogramme beispielsweise der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beziehen, sind sie keine echte Hilfe für die Kommunen. Die …
Koalition einigt sich auf Wohn-Riester; Mieterbund - Kein großer Wurf – kein Grund zur Euphorie
Koalition einigt sich auf Wohn-Riester; Mieterbund - Kein großer Wurf – kein Grund zur Euphorie
(dmb) „Der Koalitionskompromiss, nach dem die selbst genutzte Immobilie in die geförderte Altersvorsorge mit einbezogen wird, ist alles andere als ein großer Wurf. Es besteht kein Grund zur Euphorie. Tatsächlich weist die Vereinbarung von CDU und SPD gravierende Schwächen auf“, kommentierte der Präsident des Deutschen Mieterbundes (DMB), Dr. Franz-Georg …
Ergebnis der Rürup-Kommission nicht ausreichend - Allgemeinplätze zu längst diskutierten Themen
Ergebnis der Rürup-Kommission nicht ausreichend - Allgemeinplätze zu längst diskutierten Themen
… angesichts des Milliardendefizits in den gesetzlichen Sozialversicherungssystemen nicht ausreichend. Bei der Einsetzung der Kommission hat der Bundeskanzler vollmundig einen großen Wurf zur Sanierung der Krankenversicherung angekündigt. Herausgekommen sind aber nur Allgemeinplätze zu Themen, die längst diskutiert werden. Die Vielstimmigkeit der Rürup-Kommission …
Bild: Gut, wenn die Wähler wissen, woran sie sindBild: Gut, wenn die Wähler wissen, woran sie sind
Gut, wenn die Wähler wissen, woran sie sind
… agendarischen Abirrung unter Gerhard Schröder offensichtlich wieder an ihre Wurzeln und wofür sie ursprünglich standen. Jetzt müssen sie nur erklären, warum sie den Etikettenschwindel bisher mitgemacht und das „sozial“ in ihrem Parteinamen ebenso gestrichen haben wie die Koalitionsführerin das „christlich“ in ihrem. Diese perfide Eintracht der sogenannten …
Bild: Tierschützer appellieren an PolitikerBild: Tierschützer appellieren an Politiker
Tierschützer appellieren an Politiker
Kein Etikettenschwindel zu Lasten der Legehennen! Tierschützer lehnen die von der großen Koalition geplante Verlängerung der Käfighaltung ab. Sie basiere auf dem Wahlprogramm von CDU / CSU, das die 1:1-Umsetzung aller EU-Richtlinien fordert. Bezüglich der Nutztierhaltung bedeute dies die Absenkung der hart errungenen deutschen Tierschutzstandards auf …
Kommt in Bayern die Kastrationspflicht für Katzen? Presseerklärung zum Welttierschutztag am 4.10.
Kommt in Bayern die Kastrationspflicht für Katzen? Presseerklärung zum Welttierschutztag am 4.10.
… drei Mal im Jahr kann eine geschlechtsreife Katze für Nachwuchs sorgen. Nimmt man an, ein Katzenpaar bekommt im Jahr zweimal Nachwuchs und jeweils 2,8 Kätzchen pro Wurf (statistischer Durchschnittswert) überleben, dann ergibt das nach 10 Jahren über 80 Millionen Kätzchen! Die Gefahr einer Katzenschwämme erhöht sich somit mit jeder Kätzin und mit jedem …
Umettikettierung von Lebensmitteln mit Pferdefleisch
Umettikettierung von Lebensmitteln mit Pferdefleisch
Als Recklinghäuser kennen wir viele, die gerne zum Pferde Metzger Hobold gehen und vom Fleisch schwärmen. Klar ist das ein Etikettenschwindel, aber da können wir als Distributor für Primera Farbetikettendrucker helfen. Damit nun nicht tausende Kilo wertvoller Nahrungsmittel vernichtet werden müssen und so z.B. in den Tafeln oder im Handel wieder verwertet …
Bild: Bayernpartei will transparentes Gesundheitssystem statt GesundheitsfondBild: Bayernpartei will transparentes Gesundheitssystem statt Gesundheitsfond
Bayernpartei will transparentes Gesundheitssystem statt Gesundheitsfond
… von CDU/CSU und SPD entstand, die sich einmal „Kopfpauschale“ und „Bürgerversicherung“ nannten. Aus der Kombination zweier an sich schon untauglichen Konzepte konnte kein großer Wurf entstehen. Eine Reihe von Fachleuten stieg bereits aus den Beratungen mit der Bundesregierung aus, weil sie den Gesundheitsfonds für vollkommen untauglich hielten, die …
CSU-Steuerprogramm führt zu Steuerwirrwarr bei der Union
CSU-Steuerprogramm führt zu Steuerwirrwarr bei der Union
… man das alles zusammenrechnet, ist Stoiber mit seinen 15 Milliarden Euro Entlastung fast schon serioes. Aber man muss sich bei ihm fragen, ob er damit den grossen Wurf meint, den die CSU seit laengerem ankuendigt. 15 Milliarden Euro Gesamt-Steuerentlastung - wie Stoiber es mit seinem Fuenf-Punkte-Programm verspricht - hat es schon am 1. Januar, erst …
Sie lesen gerade: CSU-Steuervorschlag: Kein grosser Wurf, nur Etikettenschwindel