(openPR) Viele deutsche Unternehmen stecken nach Expertenmeinung 2009 in der Zwickmühle: Sie müssen trotz drohender Rezession in neue Software investieren, um auf dem globalen Markt bestehen zu können. Das Problem liegt weniger im Kauf, als vielmehr bei der Einführung komplexer Systeme. Laut aktueller Studie der TU München und der Unternehmensberatung C4 Consulting kann derzeit jeder dritte Veränderungsprozess als Totalflop bezeichnet werden. Gründe für das Scheitern gibt es viele, die wichtigsten sind jedoch oftmals hausgemacht. Das wissen auch die Umstellungsspezialistinnen Eveline Lehnert und Jutta Fandler. „Motivationsdefizite auf Seiten der Mitarbeiter und mangelhafte Kommunikation durch Projektleitung oder Geschäftsführung führen dazu, dass im Schnitt 50 Prozent der Mitarbeiter die Veränderungen ablehnen und damit das gesamte Projekt ausbremsen“, erklärt Fandler.
Hakt die Einführung erst einmal, ist guter Rat teuer. „Kosten verdoppeln sich, weil zwei Systeme parallel laufen – das alte, damit das Kerngeschäft weitergeführt werden kann, das neue, weil es sich schnell bewähren und amortisieren soll. Stress und Schuldzuweisungen sind die Folgen“, erläutert Lehnert. Wie kann es aber besser gehen? Eine Antwort könnte die begleitete Systemumstellung sein. Schon im Planungsprozess werden mit Hilfe externer Berater klare Schritte festgelegt. Die Regeln zur Zusammenarbeit mit Softwarelieferanten wie beispielsweise SAP, sind dabei nur ein Faktor. Mindestens ebenso wichtig ist die Klärung der „Einführungspsychologie“. Dazu gehört die Erfassung von Mitarbeiterängsten und Motivationsblockaden, die Festlegung einer gemeinsamen Marschrichtung zwischen Geschäftsführung, verantwortlichen internen Projektleitern und den Mitarbeitern.
„Mitarbeiter müssen verstehen, warum sich der Lernaufwand für das Unter-nehmen, aber auch für jeden einzelnen lohnt. Neugier auf und Interesse an Neuem ist Voraussetzung für jede Veränderung“, meint Jutta Fandler. Bei der Auswahl externer Dienstleister sollten Unternehmen ihrer Meinung nach besonders darauf achten, dass eine Kombination aus IT-Fachwissen, Kenntnisse der Unternehmensprozesse und der Organisationsstruktur sowie Coaching-Know-how vorliegen. „Die Einsparpotentiale bei einer begleiteten Systemumstellung sind riesig. In vielen Fällen ist die Einsparung sogar doppelt so hoch, wie das ursprüngliche Softwarepaket mit Einführung gekostet hat“, führt Eveline Lehnert aus.
Doch was, wenn der Karren schon festgefahren ist, und die Angst vor weiteren Kosten die Verantwortlichen lähmt? „Gerade in solchen Fällen lohnt sich die Durchschlagung des gordischen Knotens besonders, da ansonsten die Gefahr besteht, dass aus dauerhafter Uneffizienz ernster wirtschaftlicher Schaden entsteht“, rät Lehnert. Bekannte Beispiele seien die Telekom, die aufgrund falscher Rechnungsstellungen Kunden und Image eingebüßt habe oder auch „Toll Collect“, die erst nach Wechsel des Projektpartners mit erheblicher Verspätung die LKW-Maut einführen konnten.











