(openPR) Kühlschränke, Waschmaschinen, Unterwäsche: Immer mehr Produkte werden mit Nanosilberpartikeln versehen, die Bakterien und Keime abtöten. Beschichtungen mit Nanosilber könnten in Zukunft womöglich sogar Krankenhäuser nahezu keimfrei machen und so gefährliche Infektionen verhindern. Doch wie sich die winzigen Teilchen auf die Umwelt und Gesundheit des Menschen auswirken, ist noch unsicher. Das Verbraucherportal konsumo.de informiert über die Einsatzmöglichkeiten und Risiken von Nanosilber.
Die Anwendungsmöglichkeiten von Nanosilber sind vielfältig. In Socken und Sportbekleidung verwenden einige Hersteller Nanosilber bereits, um Schweißgeruch zu neutralisieren, in Frischhaltedosen angewendet soll es Lebensmittel länger haltbar machen, in Zahncreme hilft es Zähne weniger empfindlich reagieren zu lassen.
"Die Freude über die neuen Möglichkeiten erhält jedoch einen Dämpfer, denn bisher weiß man noch sehr wenig über Nanosilber – und somit auch kaum etwas über die möglichen Gefahren", sagt Thomas Reintjes vom Verbraucherportal konsumo. Gelangt Nanosilber in hohen Mengen ins Abwasser und als Folge in die biologische Kläranlage, könnte es dort nützliche Bakterien zerstören und dadurch wiederum zur Vermehrung gesundheitsgefährdender Bakterien beitragen. Unklar ist auch, ob Nanosilberpartikel aufgrund ihrer kleinen Ausmaße über die Haut oder die Atemwege in den Körper gelangen und dort eventuell Zell- und Organschäden verursachen könnten. Die Risiken gehen dabei vor allem von ungebundenen Nanopartikeln aus, wie beispielsweise in Sprays.
Nanoteilchen sind im wahrsten Sinne des Wortes Winzlinge. Das Wort "nano" kommt aus dem Griechischen und bedeutet "Zwerg". Der Durchmesser eines menschlichen Haares ist mindestens fünfhundert mal größer als ein Nanoteilchen. In Kombination mit desinfizierendem Silber können so Gegenstände fein und gleichmäßig beschichtet werden. Die winzigen Teilchen geben beständig positiv geladene Ionen ab, die Bakterien keine Chance zum Überleben geben.
Letztendlich stellt sich die Frage, ob es überhaupt nötig und sinnvoll ist, Nanosilber in Haushaltsprodukten und Textilien zu verwenden, solange mögliche Risiken nicht ausgeschlossen werden können. "Aus hygienischen Gründen ist dies nicht unbedingt erforderlich. Im Gegenteil: Leben wir bald alle in einer keimfreien Umgebung, kann sich das negativ auf die Entwicklung des Immunsystems auswirken und Allergien fördern", erklärt Reintjes. Auch sollten Verbraucher selbst entscheiden können, ob sie Produkte mit Nanosilber kaufen wollen oder nicht. Bisher bleibt eine entsprechende Kennzeichnung nämlich dem Hersteller überlassen. "konsumo tritt für Transparenz ein, damit Verbraucher bewusst und eigenverantwortlich kaufen können. Eine eindeutige Kennzeichnung von Produkten mit Nanosilber halte ich deshalb für sinnvoll", so Thomas Reintjes.
Mehr zum Thema unter http://www.konsumo.de/news/2737-nanosilber-nanotechnologie-wundermittel-gegen-bakterien-umwelt-gesundheit
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