(openPR) Mutter von drei Kindern und arbeitslos; als dann der Sprung des Ehemannes in die Selbstständigkeit missglückte, auf Hartz IV angewiesen. Doch Franziska Preißler, 27, fand wieder Arbeit – dank eines gtb-Lehrgangs des IHK-Bildungshauses Schwaben.
Motivierte Leute ist der Chef des Bildungszentrums, Manfred Lang, gewohnt. Wer im Bereich der gewerblich-technischen Bildung (gtb) eine der praxisorientierten Umschulungen oder Fortbildungen absolviert, drängt mit Macht zurück auf den Arbeitsmarkt oder will beruflich aufsteigen. Doch der außergewöhnliche Einsatz von Franziska Preißler hat auch Lang tief beeindruckt. „In dem sechsmonatigen Lehrgang zur geprüften Schweißerin hat sie enorm viel geleistet.“
In der klassischen Männerdomäne erwarb Preißler rund ein Dutzend Pässe für bestandene Prüfungen in unterschiedlichen Schweißverfahren. Der Lohn: Eine Zeitarbeitsfirma stellte sie nach dem Lehrgang ein. Bei Gerstlauer in Münsterhausen (bei Burgau) schweißt sie seitdem so überzeugend an den tragenden Teilen der Achterbahnen, Karussells und Riesenrädern, dass sie nun dort fest angestellt ist.
„Der Lehrgang im IHK-Bildungshaus Schwaben hat mir sehr viel gebracht. Alu, Edelstahl, Rohr: Ich konnte alles schweißen, was ich in der Lehre noch nicht gemacht hatte. Wenn es so weiterläuft, dann bin ich sehr zufrieden“, sagt Franziska Preißler. Auch ihr Ehemann hat wieder einen Job gefunden.
Hinter ihr liegen harte Monate und Jahre – und eine äußerst ungewöhnliche Geschichte. Als sie mit der dritten Tochter schwanger war, kündigte sie ihre frühere Firma aus dem Raum Günzburg. Trotz ihrer Ausbildung zur Konstruktionsmechanikerin/Fachrichtung Schweißtechnik in Aue (Sachsen) hatte die Ostdeutsche nach der dreijährigen Mutterschaftspause eine Stelle als Produktionshelferin angenommen, um überhaupt wieder einen Job zu haben. „Der Fachkräftemangel war noch nicht so groß. Ich habe nicht einmal die Chance bekommen, zumindest mal vorzuschweißen.“
Entmutigen ließ sie sich dadurch nicht. „Ich wollte unbedingt wieder einen festen Job haben, der mich befriedigt.“ In Ostdeutschland aufgewachsen, war es für sie normal, als Mutter von drei Kindern zu arbeiten. „Wir wollten nicht auf Staatskosten leben. Wir möchten uns ein Haus kaufen, unseren Kindern ein paar Wünsche erfüllen und auch mal in den Urlaub fahren.“ Und vor allem wollte sie wieder Fuß fassen.
Im März diesen Jahres bewilligte ihr die ARGE Günzburg den Lehrgang im IHK-Bildungszentrum Augsburg-West in der Nähe des Oberhauser Bahnhofs. Zunächst kümmerte sich der Mann um die drei Mädchen (5, 4, 1/2 Jahr), dann nahm die Schwiegermutter aus dem Erzgebirge die Jüngste übergangsweise zu sich.
Um überhaupt wieder arbeiten gehen zu können, hat Franziska Preißler in ihrem Ort Ochsenbronn bei Ichenhausen beim Bürgermeister dafür gekämpft, dass die Gemeinde eine Kita aufmacht. Auch hier mit Erfolg. Als Frau in einem Männerberuf hat sie es gelernt, sich durchzusetzen.










