(openPR) 26.11.2008
Mit seiner Anzeige gegen den Betrug mit fälschlich als "Freilandeier" etikettierten Eiern aus engen Stallhaltungen hat PETA Deutschland e.V. vermutlich in ein Wespennest gestochen.
Mit Recht fühlen sich die Verbraucher hintergangen, die sich vorstellen, ihre Eier kämen von einem anerkannten und ausgezeichneten Betrieb von Hennen, die, wie es die Verordnung verlangt, uneingeschränkten Zugang zum Freiland haben. Doch Massen-
Hennenhaltung ist im Freiland nicht möglich. Längst hätte dagegen die Politik einschreiten müssen durch Begrenzung der Tierzahlen pro Herde. Es ist unehrlich, den Bereich von 170 m rund um den Stall zum Auslauf zu erklären und entsprechend dieser Fläche Hennen (bis 26 000 Tiere möglich nach dieser Rechnung) einzustallen, die niemals diese Fläche nutzen können. Auch das ist in Deutschland gängige Praxis.
Bevor der Verbraucher das Vertrauen ganz verliert, sollte er wissen: Es gibt ehrliche und gut funktionierende Freilandhaltungen, auch in Deutschland. Doch diese Kleinbetriebe stehen unter dem ruinösen Preisdruck der Pseudo-Freilandhalter mit ihren Billigeiern, die eigentlich mit "Bodenhaltung" gekennzeichnet sein müssten. Klar, dass sie diesem un-gleichen Wettbewerb natürlich oft nicht standhalten.
Wie es landesweit ehrlich und wirtschaftlich funktionieren kann zeigt uns Österreich mit seinen Freilandeiern mit dem Siegel "Tierschutz geprüft". Die Vertragsbauern dürfen nicht mehr als 500 Hennen pro Stall halten. Auch die Bio-Richtlinien der Schweiz, die als Obergrenze 2000 Hennen im Stall erlauben, bieten dem Verbraucher ehrliche Freilandeier.
Voraussetzung ist ein gutes Management, d.h.: die Ställe sollten mobil (zum Weide-wechsel auf Rädern oder Kufen) und die Ausgangsöffnungen groß sein und einen Schlechtwetterauslauf vorgeschaltet haben.
Die Zukunft der echten, praktizierbaren Freilandhaltung auch für Deutschland liegt bei mobilen Ställen, die regelmäßig die Weiden wechseln und nicht mehr als 1200 Hennen beherbergen! Sie haben erst dann eine Chance, wenn sie vor dem Betrug durch industrielle Groß-Unternehmer und ihren gesetzwidrigen Machenschaften mit billigen Pseudo-Freilandeiern, die keine sind, geschützt werden.
Voraussetzung für echte Freilandhaltung ist überdies die Abschaffung der ruinösen, unsinnigen Stallpflicht im Rahmen der Hühnerpest-Verordnung. Denn mit ihr setzt die Politik den ehrlichen Freiland-Bauern unnötig zusätzliche Steinbrocken in den Weg.
Karin Ulich
Tierärztin
Tier & Mensch e.V.
www.tumev.de









