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Münchner Kreis diskutiert Lösungswege im Tauziehen um Rundfunkfrequenzen

26.11.200814:44 UhrMedien & Telekommunikation
Bild: Münchner Kreis diskutiert Lösungswege im Tauziehen um Rundfunkfrequenzen
Münchner Kreis
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(openPR) Der Kampf um die Digitale Dividende kann viele Gewinner haben

Nach der Umstellung des Rundfunks von analoger auf digitale Technik wird für die Übertragung von Fernseh- und Radioprogrammen zukünftig nur noch ein Teil des vorhandenen Frequenzspektrums benötigt. Die frei werdenden Frequenzen werden gemeinhin als Digitale Dividende bezeichnet. Um deren Verwendung ringen nun Rundfunk- und Medienhäuser, Mobilfunkunternehmen, Bundesnetzagentur, EU-Kommission sowie Bund und Länder. Frequenzen im UHF-Band stellen dabei eine besonders wertvolle Ressource dar. Nach Schätzungen der Europäischen Kommission beträgt der Wert dieses Frequenzspektrums europaweit mehrere hundert Milliarden Euro. Der Münchner Kreis setzt sich dafür ein, dass die Aufteilung der frei gewordenen Frequenzen sowohl wirtschaftlichen als auch sozialen und kulturellen Anforderungen gerecht wird. Im Rahmen der Konferenz „Digitale Dividende“ sind auf Einladung des Münchner Kreises Vertreter der IT- und Telekommunikationsbranchen und der Rundfunkanbieter zusammen getroffen. Begleitet von Experten aus Wissenschaft und Politik wurden Wege zur Nutzung der Digitalen Dividende aufgezeigt, die alle Interessen der verschiedenen Akteure berücksichtigen.



Die frei gewordenen Frequenzen können für eine Vielzahl zusätzlicher Anwendungen und Dienste genutzt werden. Sowohl die Anbieter von Rundfunkprogrammen als auch von Mobilfunk, drahtlosem Internet, mobilem Fernsehen, Radiomikrophonen und sogar medizinischen Sensoren könnten hiervon profitieren. Auch für die parallele Nutzung der Frequenzen durch unterschiedliche Anwendungen liegen inzwischen die technischen Voraussetzungen vor. Jedoch ist die Nachfrage für bestimmte Frequenzbereiche deutlich größer als das Angebot. „Nicht weniger bedeutend als der wirtschaftliche Wert der digitalen Dividende ist ihr sozialer und kultureller Wert“, gab Prof. Dr. Arnold Picot, Vorstandsvorsitzender des Münchner Kreises, zu bedenken. „Vernünftig verteilt hilft uns der Frequenzgewinn dabei, die befürchtete Spaltung unserer Gesellschaft in Gruppen mit und ohne Teilhabe an den Errungenschaften des digitalen Zeitalters zu verhindern“, sagte Picot weiter. So wäre eine flächendeckende Versorgung mit günstigen Breitbandverbindungen ins Internet eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Beteiligung aller Bevölkerungsgruppen am digitalen Leben. Vor kurzem hat EU-Kommissarin Viviane Reding betont, wie wichtig die Digitale Dividende für breitbandige Internetanwendungen im ländlichen Raum sei. Sie schlug eine 50:50-Lösung vor. Das durch die Digitalisierung frei werdende Spektrum solle zwischen Rundfunk und Mobilfunk jeweils hälftig aufgeteilt werden.

In vielen Ländern wurden bereits Entscheidungen über die Verwendung der digitalen Dividende für Zwecke des Mobilfunks getroffen. Am weitesten fortgeschritten sind die USA. Hier wurde der obere Bereich des UHF-Bandes unlängst in einem Auktionsverfahren vergeben. Die ausgeschriebenen Lizenzen wurden dabei ausschließlich von Telekommunikations-Unternehmen erworben. Der zunehmende Einsatz von Marktmechanismen in der Frequenzvergabe zielt im Prinzip darauf ab, Frequenzen an diejenigen Nutzer zu vergeben, die die größte Wertschöpfung versprechen. Die zugrunde liegende Annahme ist, dass sich das Wertschöpfungspotenzial der Nutzer in deren Zahlungsbereitschaft widerspiegelt. „Die Gültigkeit dieser Annahme ist allerdings kritisch zu überprüfen“, meinte Dr. Christian Koboldt von DotEcon Ltd. Schließlich würden konkurrierenden Nutzungsmöglichkeiten zum Teil völlig unterschiedliche Frequenzanforderungen und Geschäftsmodelle zugrunde liegen, die einen Vergleich ihrer Wertschöpfung kaum erlauben.

Die Entscheidungen der von der Internationalen Fernmeldeunion ITU veranstalteten Weltfunkkonferenz 2007, die im Herbst des vergangenen Jahres in Genf stattfand, bildeten auf der Fachkonferenz des Münchner Kreises einen wesentlichen Hintergrund der Diskussionen. Wie diese Entscheidungen aus der Sicht der Telekommunikations-Branche zu beurteilen sind, erläuterte Michael Krämer von E-Plus Mobilfunk. Danach seien die für den Mobilfunk freigegebenen UHF-Frequenzen wegen ihrer höheren Reichweite von besonderer wirtschaftlicher Bedeutung, da die größeren Funkzellen weniger Basisstationen und damit geringere Investitionskosten erforderten. Gerade in ländlichen Gebieten mit niedriger Kundendichte sei das wichtig. Skeptischer beurteilte Dr. Klaus Illgner-Fehns vom Institut für Rundfunktechnik die Beschlüsse der Weltfunkkonferenz. Die langfristige Planungssicherheit der Rundfunkanstalten werde dadurch in Frage gestellt. Kameras, drahtlose Mikrofone und der Reportagefunk, die bisher in den Lücken zwischen den analogen UHF-Kanälen betrieben werden konnten, benötigten nun eine neue Frequenzheimat im UHF-Band.

Seitens der Bundesregierung hob Staatssekretär Dr. Bernd Pfaffenbach vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie hervor, dass die Digitale Dividende in erster Linie dem Rundfunk zur Verfügung gestellt werden solle. Staatssekretär Martin Stadelmaier von der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz, sagte, er könne sich eine Zustimmung der Länder für eine Nutzung bestimmter Frequenzbereiche durch den Mobilfunk vorstellen. Dies bedinge andererseits, dass andere Frequenzen allein dem Rundfunk vorbehalten bleiben müssten.

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