Rot-Grün erweist sich einmal mehr als bildungsfeindlich. Das Vorhaben, schulische Ausbildungszeiten nicht bei der Rentenberechnung zu berücksichtigen, läuft dem von der Bundesregierung verkündeten Anspruch, mehr für Bildung tun und eine höhere Zahl von Studierenden erreichen zu wollen, vollkommen zuwider. Neben der Tatsache, dass eine solche Entscheidung für die heute 40- oder 50jährigen Hochschulabsolventen von einst schlicht Rentenraub wäre, sehen sich junge Menschen, die über einen akademischen Berufsweg nachdenken, gleich mehrfach Hürden gegenüber: Studiengebühren drohen, die BaFöG-Rückzahlung nach dem Studium muss eingeplant und nun auch noch bedacht werden, ob sich das Ganze für die Alterssicherung rechnet.
Keine attraktiven Voraussetzungen, um sich für eine längere schulische Ausbildung und ein Studium zu entscheiden. Angesichts der fatalen Lage auf dem Lehrstellenmarkt und der immer wieder verzögerten Entscheidung über eine Ausbildungsumlage stellt sich die Frage, welche Perspektive die Bundesregierung jungen Menschen bieten will. Einmal mehr erweist sich der rot-grüne Grundansatz für die Reformen als falsch. Wer einzig mit dem Kürzungsvorsatz an Reformen herangeht und jedes gesellschaftspolitische Konzept vermissen lässt, wird scheitern. Rot-Grün sollte den Gedanken, die Ausbildungszeiten bei der Rente nicht mehr anzurechnen, schnell wieder fallen lassen. Und stattdessen mit der umgehenden Einführung einer Ausbildungsumlage ein klares Signal zu setzen, dass Bildung und Ausbildung in Deutschland höchsten Stellenwert besitzen.