(openPR) Die bundesweit besten Gesellen der Mühlenwirtschaft traten Anfang November zu einem Leistungswettbewerb an. In der Kunstmühle Wilhelm Benz in Heidenheim (Baden-Württemberg) absolvierten sechs „Verfahrenstechnologen in der Mühlen- und Futtermittelwirtschaft“, die ihre Fertigkeits- und Gesellenprüfung dieses Jahr mindestens mit der Note „gut“ bestanden haben, die Prüfstationen. Schon zum dritten Mal nahmen auch Gesellen aus der Schweiz teil.
Die Aufgaben des Wettbewerbs zeigen die Vielseitigkeit des Müllerberufs. So galt es in der Getreideannahme und Reinigung, den ersten beiden Arbeitsschritten in einer modernen Mühle, beispielsweise die Reinigungsmaschinen richtig einzustellen. Auch Untersuchungen im Labor gehören heute zum müllerischen Alltag. Die Wettbewerber bestimmten den Feuchtklebergehalt im Getreide, der Aufschluss über die Backqualität gibt. Feuchtkleber enthält rund 80 Prozent des Gesamteiweißes eines Kornes. Auch die Fallzahl wurde gemessen, an ihr lässt sich die Enzymaktivität ermitteln. Mit Hilfe eines so genannten „Extensogramms“ bestimmten die Verfahrenstechnologen die Dehnfähigkeit eines Weizenmehlteiges. Die Ergebnisse geben Aufschluss darüber, wie sich der Teig beispielsweise beim Backprozess verhält und für welche Verwendung die aus dem getesteten Getreide hergestellten Mehle am besten geeignet sind. Auch an den Walzenstühlen mussten die Prüfungsteilnehmer arbeiten – dort werden die Getreidekörner in mehrfachen Durchgängen immer feiner vermahlen und zwischen den einzelnen Passagen gesiebt. Je nach gewünschtem Produkt müssen die Walzenstühle unterschiedlich eingestellt werden, und genau das war eine der Aufgaben für die Gesellen. Da in Getreidemühlen nicht nur Mahlprodukte für Haushalt, Backgewerbe und Industrie wie Mehl, Kleie, Schrot und Grieß, sondern auch Futtermittel für die Tierernährung hergestellt werden, standen auch Testaufgaben zur Futtermittelproduktion auf dem Programm. Die Leistungen der Gesellen beurteilten vier Experten aus der müllerischen Praxis und von Fachschulen unter Vorsitz von Burghard Kirsch, Ausbildungsleiter zum Berufsbild Müller der Gewerblichen Schule Im Hoppenlau, Stuttgart. Die drei Bestplatzierten des Wettbewerbs sind Erik Becker, Keltern (Baden-Württemberg), Roland Kapsreiter, Pfarrkirchen (Bayern), und Udo Saß, Wittenberge (Brandenburg).













