(openPR) Auf dem deutschen Arbeitsmarkt zeichnet sich ein neuer Rekord im Bereich der Ausbildungsplätze für das laufende Jahr ab. Wie das Nachrichtenmagazin „Focus“ in seiner Internet-Ausgabe berichtet, erwartet das Bundesbildungsministerium für 2008 einen Rekord bei neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen. „Wir rechnen damit, dass bis zum Jahresende mehr als 640.000 Neuverträge unterschrieben sind“, sagte der parlamentarische Staatssekretär Andreas Storm gegenüber der Zeitschrift „Impulse“. Das würde das beste Ergebnis seit der Wiedervereinigung bedeuten. Der bisherige Rekord wurde im Jahr 1999 verzeichnet. Damals lag die Zahl der neuen Ausbildungsverträge bei 636.000; den niedrigsten Stand gab es im Jahr 2005 mit 559.000 Abschlüssen. Als einen wichtigen Grund für den sich abzeichnenden Höchststand erachtet der CDU-Politiker Storm die gute Konjunktur der vergangenen Jahre. „Die Unternehmen erkennen aber auch, dass Ausbildung ein guter Schutz gegen den Fachkräfte-Mangel ist“, erklärte Storm. Zudem hätten die ausgeweiteten staatlichen Fördermaßnahmen positiven Einfluss gehabt.
Eine aktuelle Studie belegt darüber hinaus, dass beim Thema Ausbildung mit grundlegenden bildungspolitischen Weichenstellungen in den kommenden Jahren bis zu 15,9 Milliarden Euro an Kosten gespart werden könnten. Die Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln, die im Auftrag der Bertelsmann Stiftung erstellt wurde, nimmt die gesellschaftlichen Folgekosten mangelnder Integration von Jugendlichen in Ausbildung und Beschäftigung unter die Lupe. Laut der IW-Studie könnte man für die Jahre 2007 bis 2015 insgesamt 13,4 Milliarden Euro an direkten und 15,9 Milliarden Euro an indirekten Kosten einsparen.
Einige zentrale bildungspolitische Reformziele müssten der Studie zufolge erreicht werden, um diese Einsparungen zu gewinnen: Einerseits sollen die Zahl der Schulabgänger mit mangelnder Ausbildungsreife und die lange Verweildauer im sogenannten „Übergangssystem“ um jeweils ein Drittel reduziert werden. Andererseits sollen fünf Prozent der aktuell Geringqualifizierten durch umfassende Nachqualifizierungen nachträglich einen Berufsabschluss erwerben. Daneben weisen die Wissenschaftler darauf hin, dass bis 2015 aufgrund der sinkenden Zahl der Schulabgänge noch eine „demographische Rendite“ in Höhe von 7,5 Milliarden Euro möglich sei.
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