(openPR) Nobelpreisvergabe rückt HPV-Impfung erneut in den Focus
Eine Impfung gegen krebsauslösende Viren! Ausschließlich bei Gebärmutterhalskrebs ist Primärprävention heute möglich. Seit Ende 2006 steht in Deutschland eine Impfung gegen humane Papillomaviren (HPV) zur Verfügung. Ihr Entdecker, Prof. Dr. med. Dr. h. c. mult. Harald zur Hausen, gilt als Vater des Impfstoffs und wurde jüngst mit dem Nobelpreis für Medizin geehrt. Kein Grund sich zurückzulehnen, warnt die Ärztliche Genossenschaft GenoGyn. Wir müssen deutlich machen, dass die HPV-Impfung kein Ersatz für die Krebsfrüherkennungsuntersuchung ist. Gleichzeitig gelte es, aktueller öffentlicher Kritik an der Impfung entschlossen entgegenzutreten.
Jährlich erkranken etwa 6.200 Frauen neu an Gebärmutterhalskrebs, rund 1.700 sterben daran. Die drei Injektionen umfassende HPV-Impfung ist gemäß Empfehlung der Ständigen Impfkommission für Mädchen von 12 bis 17 Jahren gesetzliche Kassenleistung und sollte möglichst vor dem ersten Geschlechtsverkehr erfolgen. Einige Krankenkassen erstatten jedoch über diese Altersgrenze hinaus. Selbstzahler müssen mit Kosten von etwa 500 Euro rechnen.
Der Impfstoff richtet sich gegen die Papillomvirentypen 6 und 11, 16 und 18. Die Typen 6 und 11 verursachen die Entstehung von Genitalwarzen. HPV-16 und HPV-18 lösen zusammen etwa 70 Prozent aller bösartigen Gebärmutterhalstumoren aus. Nach neuesten Daten schützt die Impfung durch Kreuzreaktionen ebenfalls vor Gebärmutterhalskrebsvorstufen, die durch zehn weitere HPV-Virustypen ausgelöst werden. „Man geht heute von einem 80 bis 85-prozentigen Schutz aus“, so Dr. Jürgen Klinghammer aus dem Vorstand der GenoGyn. Auch vor Vorstufen von Vulva- und Vaginalkrebs, die mit HPV-16 und -18 assoziiert sind, schützt die Impfung nach aktuellen Erkenntnissen.
Dennoch gibt es immer wieder kritische Veröffentlichungen, die die Impfsicherheit und vor allem die Kosten-Nutzen-Rechnung der HPV-Impfung in Frage stellen und damit nach wie vor Zweifel und Verunsicherung schüren. „Dem müssen wir mit einem klaren ‚Ja zur Impfung’ entschlossen entgegentreten“, sagt Dr. Klinghammer und verweist auf eine 10-jährige Studien-Erfahrung an 25.000 Frauen und auf inzwischen 2,1 Millionen Impfungen an 700.000 Patienten. „Die Nebenwirkungen wie Hautreaktionen und zeitweise Fieber sind gering. Einen, von Impf-Gegnern oft hergestellten Zusammenhang zwischen der HPV-Impfung und zwei tragischen Todesfällen im deutschsprachigen Raum im Jahr 2007 hat das Paul-Ehrlich-Institut ausgeschlossen.“ Der Rat der GenoGyn ist eindeutig: „Je früher die Impfung erfolgt, desto besser. Doch nicht nur Mädchen, sondern auch Frauen, die bereits Geschlechtsverkehr hatten, können profitieren!“ Neben der GenoGyn sprechen sich zum Beispiel das Bundesministerium für Gesundheit, der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) und als Partner der Projektgruppe Zervita renommierte Institutionen wie die Deutsche Krebsgesellschaft, die Deutsche Krebshilfe, das Deutsche Krebsforschungsinstitut, das Institut für Frauengesundheit und das Deutsche Grüne Kreuz, sowie die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe und der Berufsverband der Frauenärzte für die HPV-Impfung aus.
Jüngsten Hersteller-Angaben zu Folge sind 41 Prozent der 12- bis 17-Jährigen und 51 Prozent der
18- bis 26-Jährigen bereits durchgeimpft. Die aktuelle Nobelpreisvergabe dürfte die Akzeptanz der Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs weiter steigern. „Jetzt kommt es auf die richtige Botschaft an!“ mahnt die GenoGyn. „Die HPV-Impfung darf in der öffentlichen Meinung keine falsche Sicherheit suggerieren. Die Impfung bietet keinen Komplettschutz und ist deshalb kein Ersatz, sondern eine Ergänzung zur jährlichen Vorsorgeuntersuchung. Frauen, die beide Präventionsangebote kombinieren, können sich indes optimal vor Gebärmutterhalskrebs schützen. Diese historisch einmalige Chance müssen wir als Frauenärzte und Präventionsmediziner durch intensive Aufklärung unterstützen!“


