openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Oettinger - Rundfunkanstalten sollen Bildungsauftrag ernst nehmen

19.10.200817:52 UhrMedien & Telekommunikation
Bild: Oettinger - Rundfunkanstalten sollen Bildungsauftrag ernst nehmen
Der CDU-Ministerpräsident Günther H. Oettinger ist über die Programm­qualität im Privatfern­sehen entrüstet  (Foto: Walter)
Der CDU-Ministerpräsident Günther H. Oettinger ist über die Programm­qualität im Privatfern­sehen entrüstet (Foto: Walter)

(openPR) Bad Boll / Kreis Göppingen - Wenn ein Fernsehkoch seine Soßen erklärt oder auf einer Gala »eingedampftes Hollywood« präsentiert wird, hat das nach Ansicht des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Günther H. Oettinger nichts mehr mit dem Bildungsauftrag der öffentlich-rechtlichen Sender zu tun. In der Evangelischen Akademie Bad Boll forderte der Landeschef am Sonntag (19.10.2008) von den Rundfunkanstalten Qualität auch auf Kosten der Quote. Kaum noch Erwartungen hat er dagegen ans Privatfernsehen: »Was da gezeigt wird«, sagte Oettinger, »entrüstet mich.«



Dabei war der Ministerpräsident keineswegs zu einer pauschalen Medienschelte in die Evangelische Akademie Bad Boll gekommen. Er sei sich sehr wohl bewusst, dass die Politik bei einer »wachsenden Betriebsgröße der Demokratie« darauf angewiesen sei, sich in den Medien darstellen zu können. Ausdrücklich lobte er zum Beispiel »die ausgewogene und breite Berichterstattung« über die aktuelle Finanzkrise.

Sorge bereit Oettinger allerdings, wie sehr die Qualität des Privatfernsehen in den letzten Jahren gesunken ist. »Die Grenzen dessen, was man noch hinnehmen sollte«, schrieb er den Privaten ins Stammbuch, »ist erreicht«. Wenn die Selbstkontrolle nicht mehr funktioniere, fügte er hinzu, sei eine stärke Kontrolle durch den Gesetzgeber und die Landesmedienanstalten erforderlich.

Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ermahnte der Ministerpräsident, ihren Programmauftrag, und damit meinte er vor allem Bildung, Information und Kultur, ernst zu nehmen. Dies gelte auch bei sinkenden Einschaltquoten. Einem Radiogramm vorzuwerfen, es sei »wortlastig« hält er beispielsweise für »grund verkehrt«. Auch wenn SWR 2 nicht viele Hörer habe, sei es wichtig für die Kultur im Lande. Schließlich könne man auch nicht verantwortlich Politik machen, wenn man nur darauf achte, was gerade mehrheitsfähig sei.

Keine Probleme sieht der unter den Bundesländern für Medienfragen zuständige Ministerpräsident in der Übertragung öffentlich-rechtlicher Sendungen im Internet. Zu einer schwierigen Gratwanderung werde es allerdings, wenn in deren Onlineportalen Zusatzangebote eingestellt werden, die kommerzieller Anbietern Konkurrenz machen. »Ich werde nicht in Kauf nehmen«, sagte Oettinger, »dass die private Medienwirtschaft kaputt geht.« Damit meinte er vor allem die Printmedien im regionalen Bereich, die er durch kostenfreie Download-Angebote der Öffentlich-Rechlichen bedroht sieht.

Im Blick auf den in der nächsten Woche zur Verabschiedung anstehenden Medienstaatsvertrag empfahl er den öffentlich-rechtlichen Anstalten »Selbstzurückhaltung zu üben«. In diesem Vertrag werden u. a. die Spielräume für die Internetangebote der öffentlich-rechtlichen Sender definiert. Eine solche Regelung war von der Europäischen Kommission eingefordert worden, weil sie die bestehende Praxis In Deutschland als zu weitreichend erachtet. Wenn sich die öffentlich-rechtlichen Sender auf Dauer gegenüber den Wettbewerbshütern in Brüssel unangreifbar machen wollen, meinte Oettinger, sei es »klug«, sich auf Beschränkungen einzulassen.

Angesichts der einschneidenden Veränderungen im Medienbereich sieht Oettinger den Staatsvertrag ohnehin in einer Erprobungsphase. »Wir müssen sofort Korrekturen vornehmen, wenn sich herausstellt, dass ein Anbieter ohne Verschulden im Wettbewerb nicht mehr bestehen kann«, sagte der Ministerpräsident.

Eine Lanze brach der Landeschef in Bad Boll für die Medienpädagogik. »In der Erziehung müssen wir uns nicht nur um gute Benimm-Regeln bei Tisch oder den Schulerfolg kümmern, sondern vor allem auch um den Umgang mit den Medien«, sagte Oettinger. Ausdrücklich lobte er das Projekt »Zeitung in der Schule« und sprach sich für Kooperationen der Rundfunkanstalten mit den Schulen aus. In solchen Kooperation sehe er vor allem Chance, das Interesse für niveauvolle Beiträge zu steigern und damit langfristig auch die Quoten für ein anspruchsvolles Programm wieder zu heben.

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 251984
 1439

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Oettinger - Rundfunkanstalten sollen Bildungsauftrag ernst nehmen“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Evangelische Akademie Bad Boll

Neues Halbjahresprogramm der Evangelischen Akademie Bad Boll
Neues Halbjahresprogramm der Evangelischen Akademie Bad Boll
Bad Boll – Alice Schwarzer ist im ersten Halbjahr 2012 Gast in der Evangelischen Akademie Bad Boll. Die Journalistin und Frauenrechtlerin referiert bei der Tagung „40 Jahre Frauenbewegung“ am Freitag, 11. Mai. Die Tagung zur Frauenbewegung ist eine von rund 70 offen ausgeschriebene Veranstaltungen der Evangelische Akademie Bad Boll im ersten Halbjahr 2012. Das gedruckte Programm für die Monate Januar bis Juli 2012 ist jetzt erschienen und bietet einen Überblick über Veranstaltungen, Studienreisen und Ferienangebote. Interessierte können es k…
Gabriel: Europa muss ein gerechtes Modell vorleben, sonst scheitert Klimaschutz
Gabriel: Europa muss ein gerechtes Modell vorleben, sonst scheitert Klimaschutz
Zwei Tage vor Beginn des Klimagipfels im südafrikanischen Durban hat Sigmar Gabriel, Vorsitzender der SPD, gefordert, Klimaschutz und die damit verbundenen wirtschaftlichen Fragen zusammen zu denken und öffentlich zu diskutieren. „Bei Klimaverhandlungen gibt es zwei Tagesordnungen, eine öffentliche und eine geheime. In der öffentlichen geht es um Klimaschutz, in der geheimen um Fragen nach Wettbewerbsnachteilen und Wachstum. So lange das so bleibt, wird es keinen Erfolg geben“, sagte Gabriel am Freitagabend bei der Tagung „Ökologisierung Deut…

Das könnte Sie auch interessieren:

EVEU gratuliert Günther Oettinger - Energieberater setzen hohe Erwartungen in den deutschen Energiekommissar
EVEU gratuliert Günther Oettinger - Energieberater setzen hohe Erwartungen in den deutschen Energiekommissar
München, 12. Februar 2010. Der Europäische Verband der Energie- und Umweltschutzberater (EVEU) begrüßt die Wahl von Günther Oettinger zum neuen EU-Kommissar für Energiepolitik. In einem offenen Brief hat der Verband dem bisherigen Ministerpräsidenten Baden-Württembergs herzlich zu seinem neuen Amt gratuliert. Der EVEU hofft mit Günther Oettinger auf …
ARD und ZDF checken im prego-Datenhotel ein
ARD und ZDF checken im prego-Datenhotel ein
Saarbrücken/Ludwigshafen, 28. Februar 2011 – Die Rundfunkanstalten der ARD, das ZDF sowie der Sender Deutsche Welle und die Gebühreneinzugszentrale der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten (GEZ) wickeln ihre Ausschreibungs- und Beschaffungsvorgänge zukünftig zeit- und kostensparend über eine gemeinsame elektronische Vergabeplattform ab. Die Infrastruktur …
ödp in Heidenheim: Oettinger fehlt das Format zum guten Landesvater
ödp in Heidenheim: Oettinger fehlt das Format zum guten Landesvater
HEIDENHEIM, 30.01.2006. Das Geheimnis ist gelüftet! Günther H. Oettinger- lange Zeit wurde gerätselt was das „H-Punkt“ in des Ministerpräsidenten Namenszug zu bedeuten hat. Irgendwann vor einigen Wochen tauchte es plötzlich auf. Niemand wusste so recht woher es auf einmal herkam. Die Ereignisse der letzten Monate brachten nun überraschend die Antwort …
JuLis NRW - Kein Onlinewettbewerb durch öffentlich rechtliche Rundfunkanstalten
JuLis NRW - Kein Onlinewettbewerb durch öffentlich rechtliche Rundfunkanstalten
Die Jungen Liberalen NRW (JuLis) begrüßen die Entscheidung der Ministerpräsidenten, den Onlineauftritt der öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten einzuschränken. "Öffentlich rechtlicher Rundfunk hat einen reinen Bildungsauftrag, dazu gehört aber auf keinen Fall ein breites Onlineportal. Sendungsbezogene Inhalte, die nicht extra für den Internetauftritt …
Die OeTTINGER Deutschland-Studie
Die OeTTINGER Deutschland-Studie
… und wer sind wir eigentlich? Und spukt der hässliche Deutsche immer noch in unseren eigenen Köpfen herum? Die Antworten auf diese Fragen soll die neue, von der OeTTINGER Brauerei GmbH initiierte, Deutschland-Studie geben, die vom rheingold salon in Köln durchgeführt wird. Die OeTTINGER Brauerei hat es sich zum Ziel gesetzt, dem Thema Deutschland …
Bild: Neue Markenidentität soll Nähe zum Verbraucher schaffen: JoussenKarliczek kommuniziert für Oettinger BierBild: Neue Markenidentität soll Nähe zum Verbraucher schaffen: JoussenKarliczek kommuniziert für Oettinger Bier
Neue Markenidentität soll Nähe zum Verbraucher schaffen: JoussenKarliczek kommuniziert für Oettinger Bier
Deutschlands meistverkaufte Biermarke Oettinger – so die aktuelle Marken-Hitliste des Branchenmagazins „Inside“ – poliert sein Marken-Image auf. Zum Jahreswechsel ging die neue Website der Brauerei online, die Bestandteil einer neuen, erweiterten Kommunikation ist. Die neue Strategie stammt federführend von JoussenKarliczek aus Schorndorf. Die Werber …
direct/ FAZ: Ausschreibungspraxis der Rundfunkanstalten verstößt gegen Europarecht
direct/ FAZ: Ausschreibungspraxis der Rundfunkanstalten verstößt gegen Europarecht
EU-Kommission setzt Vertragsverletzungsverfahren förmlich fort Die Ausschreibungspraxis der Rundfunkanstalten für Dienstleistungen verstößt nach Ansicht der EU-Kommission gegen Europarecht. Nach Informationen dieser Zeitung wird die Kommission am kommenden Mittwoch das schon laufende Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland förmlich fortführen. …
Bild: Rundfunkbeitrag: Sixt geht vor das BundesverwaltungsgerichtBild: Rundfunkbeitrag: Sixt geht vor das Bundesverwaltungsgericht
Rundfunkbeitrag: Sixt geht vor das Bundesverwaltungsgericht
… unverändert entschlossen, gegen die völlig missratene Rundfunkfinanzierungsreform, die die Bürger und Unternehmen über Gebühr belastet und den Rundfunkanstalten erhebliche Mehreinnahmen beschert, mit allen verfügbaren Mitteln juristisch vorzugehen.“ Hintergrundinformationen: Laut Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) …
Bild: JuLis: GEZ-Reform unvollständigBild: JuLis: GEZ-Reform unvollständig
JuLis: GEZ-Reform unvollständig
… scheinen keine Grenzen gesetzt zu sein, wenn es darum geht, den Kreis der Beitragszahler auszudehnen. Wenn die Zwangsabgabe für die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten schon nicht abgeschafft wird, dann müssen wenigstens die GEZ-Beiträge gesenkt werden. Durch die Zwangabgabe wurden den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten bisher über sieben …
Bild: Günther H. Oettinger erhält Auszeichnung „Württemberger Köpfe“Bild: Günther H. Oettinger erhält Auszeichnung „Württemberger Köpfe“
Günther H. Oettinger erhält Auszeichnung „Württemberger Köpfe“
… Abendveranstaltung stand unter der Schirmherrschaft von Innenminister Thomas Strobl. Preisträger war der EU-Kommissar und ehemalige Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg Günther H. Oettinger. Die Auszeichnung ist mit 50.000 Euro dotiert. Das Preisgeld wurde an soziale Einrichtungen und Projekte für Kinder und Jugendliche ausgereicht. Mit dem …
Sie lesen gerade: Oettinger - Rundfunkanstalten sollen Bildungsauftrag ernst nehmen