(openPR) Das Thema haben nicht nur Banken auf der Agenda: Unternehmen aller Branchen überdenken ihre Systeme der variablen Vergütung.
Die hohen Boni für Investmentbanker haben wohl dazu beigetragen, dass einige Mitarbeiter übermäßige Risiken eingegangen sind. So könnte die erfolgsabhängige Bezahlung die weltweite Bankenkrise zumindest verschärft haben. Doch nicht nur Banken haben dieses Thema auf der Agenda: Unternehmen aller Branche überdenken ihre Systeme der variablen Vergütung.
„Die Finanzkrise wird die Bonussysteme über alle Branchen hinweg radikal verändern“, meint Dr. Friedrich A. Fratschner, Geschäftsführer von Compensation-Online. Denn allzu oft, so der Vergütungsexperte, würden Anreize an falscher Stelle gesetzt. Viele Vergütungssysteme seien viel zu kurzfristig angelegt: Meist zielten die Leistungsanreize auf den schnellen Erfolg der Firma.
In Verruf geraten sind vor allem kurzfristige Bonuszahlungen: „Sie haben aufgrund von Fehlsteuerungen, irrationalem Verhalten oder der kurzfristigen Optimierung eigener Ziele oft nicht den gewünschten Effekt und können sogar zu Lasten des Unternehmens gehen“, so Fratschner. Immer mehr Personalmanager setzen sich daher mit der Einführung von langfristigen Boni auseinander. Laut Fratschner werde vor allem über so genannte Cash-Pläne auf Basis eines Long-Term-Plans nachgedacht.
Und das über alle Unternehmensgrößen hinweg: Auch mittelständische Unternehmen haben mittlerweile erkannt, dass es für sie existenziell ist, Führungskräfte und Top-Spezialisten insbesondere an der langfristigen Entwicklung des Unternehmens teilhaben zu lassen. In mittelständischen Unternehmen wird die variable Vergütung allerdings generell etwas vorsichtiger eingesetzt.
Fratschner: „Langfristige Anreizsysteme führen zwar dazu, dass die zugrundeliegenden Systeme komplexer werden. Sie sichern aber auf der anderen Seite ab, dass nur verteilt wird, was auch erwirtschaftet wurde.“







