(openPR) Berlin, 1.10.2008: Glatte Wege, schlechte Sicht – Verkehrsunfälle geschehen im Winter schnell. Gerade in der kalten Jahreszeit brauchen Unfallopfer besondere Hilfe. Mit welchen einfachen Mitteln Sie helfen können, erklärt Privatdozent Dr. Ulrich Fauth, Chefarzt der Klinik für Anästhesie, Intensivmedizin und Notfallmedizin am Roten Kreuz Krankenhaus Kassel.
Besonders in Herbst und Winter kommt es gehäuft zu Auto-Unfällen aufgrund plötzlich eintretender Glätte oder wegen rutschiger Herbstblätter. Für Unfallopfer ist jetzt schnelle Hilfe notwendig, denn es droht die Unterkühlung. „Fällt die Körpertemperatur nur um 2 °C, kann das schon lebensbedrohlich sein“, erklärt Fauth. Einerseits beeinträchtig die Kälte die Blutgerinnung, so dass das Unfallopfer zu verbluten droht. Andererseits erhöht der Körper bei Kälte die Pumpleistung des Herzens, und schließlich kann es zu lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen kommen. „Für Opfer mit einer Herzerkrankung ist das kritisch.“
Die 10 besten Tipps, mit denen Sie schon helfen
- Sichern Sie die Unfallstelle mit einem Warndreieck ab.
- Verständigen Sie Rettungsdienste. Die Notrufnummer 110 und 112 sind selbst von Prepaid-Handys ohne Guthaben kostenlos anzurufen.
- Bringen Sie das Unfallopfer aus eventuellen Gefahrensituationen.
- Prüfen Sie Atmung, Kreislauf und Bewusstseinszustand des Opfers.
- Wenn das Unfallopfer nicht mehr ausreichend atmet, überstrecken Sie seinen Hals leicht, indem Sie den Kopf hinten und am Kinn halten. Das schützt vor dem Ersticken.
- Legen Sie dem Opfer eine Decke oder eine spezielle Rettungsdecke aus Verbundmaterial um. Sie verhindert die Unterkühlung.
- Stillen Sie Blutungen. Legen Sie den verletzten Körperteil hoch. Bei größeren offenen Verletzungen legen Sie einen Verband mit sterilen Kompressen ab. Bei starken Blutungen drücken Sie die versorgende Arterie ab.
- Verbrennungen sollten nur wenige Minuten gekühlt werden. Friert das Unfallopfer, dürfen Sie keinesfalls kühlen!
- Die stabile Seitenlage verhindert, dass bei Bewusstlosen Erbrochenes oder andere Flüssigkeiten in die Luftröhre gelangen.
- Erklären Sie möglichst ruhig, was passiert ist. Dabei helfen die W-Fragen: Wo ist der Unfall passiert? Was ist passiert? Wie viele Personen sind verletzt? Welche Verletzungen liegen vor?
Zur Vorsicht mahnt Fauth bei Bewusstlosen, deren Wirbelsäule geschädigt sein könnte. „Eine falsche Bewegung kann dann den Verletzten nachhaltig schädigen. Querschnittslähmungen drohen.“ Der Lebensrettung muss aber immer der Vorzug gegeben werden, etwa, wenn ein Auto einen Hang abzurutschen oder Feuer zu fangen droht.
Angst, etwas falsch zu machen, brauchen Helfer nicht zu haben. „Schlimmer ist es, wenn gar nicht geholfen wird“, erinnert Fauth.
Erste-Hilfe-Kurse bieten unterschiedliche Träger an, darunter das Deutsche Rote Kreuz oder die Deutsche-Lebensrettungs-Gesellschaft.












