(openPR) „Als Künstler wie als Mensch kommt es darauf an,
bewegt zu sein, zu lieben, zu hoffen,
zu schauen und zu leben.“ (Auguste Rodin)
Ein neuer Blick auf das Bekannte kann zu einem spannenden Erlebnis werden. Die Münchner Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung zeigte vor einiger Zeit die Ausstellung „Auguste Rodin. Der Kuss – Die Paare“ (mit ausführlichem Katalog) und stellte dem verbreiteten Bild von Rodin als homme à femmes, wie er zuweilen genannt wurde, eine neue Betrachtung entgegenstellen. Frau Dr. Anne-Marie Bonnet, Professorin für Kunstgeschichte an der Universität Bonn, die seit vielen Jahren das Werk von Rodin erforscht und diese Ausstellung kuratiert hat, legt einen neuen Blickpunkt auf Rodins bekannte Paardarstellungen nahe. Die Ausstellung unterscheide sich darin, daß sie ein bisher als solches nicht beachtetes Thema herausstelle und einige alte Ansichten revidiere, betont die Kuratorin. Ausgangspunkt der Ausstellung ist die wegweisende Schöpfung „Der Kuss“. Der Kuss und andere Figurenpaare Rodins wurden zu Symbolen der erotischen Kunst und sorgten für regelmäßige Skandale in der damaligen Gesellschaft. Das Paris der Jahrhundertwende des 19./20. Jhs. war das Zentrum einer an Ausdrucksvielfalt und Experimentierfreude orientierten Kultur, die über ihrer Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen und sexuellen Moralvorstellungen zugleich deren Verletzung mit einkalkulierte. Rodin brach in Kunst und Leben mit gesellschaftlichen Tabus. Sein bewegtes Liebesleben beruht auf dem unkonventionellen Freiheitsdrang, der Liebe zu Frauen, aber auch auf der Notwendigkeit nach fortwährender künstlerischer Inspiration. Das Thema Paar gestattet Rodin, seinen Gefühlen und erotischen Phantasien freien Lauf zu lassen und die Dualität Mann-Frau in ihren verschiedenen Facetten – allegorisch, mythologisch und literarisch – zu thematisieren. Wie viele Künstler war Rodin an der formalen Ebene der Kunst besonders interessiert und suchte nach neuen Ausdrucksformen. In den Paardarstellungen lotet der Bildhauer das kompositorisch Mögliche zweier Figuren aus. Er experimentierte bei einigen Werken frei in der Kombinatorik mehrerer Figuren und Figurenelemente und mit dem Spiel unterschiedlicher Dimensionen. Zahlreiche Zeichnungen, Aquarelle, Photogravuren und Fotografien begleiten die Ausstellung. Sie erhellen die Arbeitsweise Rodins und zeigen einen künstlerischen Freigeist und Wegbereiter der modernen Kunst jenseits gängiger Clichés.
Autorin: Dagmar Gold
Aktuelle Ausstellung:
31.10.2008 bis 08.02.2009
u.a. mit Exponaten von Auguste Rodin,
„Künstlerpaare – Liebe, Kunst und Leidenschaft" im Wallraff-Richartz-Museum in Köln.
Rund einhundert Exponate erzählen vom Einfluss der Liebe auf die Kunst. Die Ausstellung bietet einen einzigartigen Blick hinter die Kulissen dieses faszinierenden Themas.
Info Skulpturen Auguste Rodin:
http://www.arteviva.de












