(openPR) Höhere Selengehalte im Kolostrum
(aid) - Für Milchkühe werden 200µg Selen je kg Trockensubstanz (T) der Gesamtration empfohlen. Während laktierende Kühe über Kraftfutter den Hauptteil ihres Selenbedarfs decken können, erreichen trockengestellte Kühe, die nur wirtschaftseigenes Futter erhalten, keine Bedarfsdeckung. Grassilage, Heu oder Weidegras enthalten im Mittel 26, 22 bzw. 18µg Selen je kg T, Maissilage nur etwa 10µg/kg T. Importiertes Kraftfutter aus Gebieten mit selenreichen Böden kann dagegen zehnfach höhere Werte aufweisen. In der Versuchsstation Hirschau der TU München erhielten trockenstehende Kühe vom 60. Tag vor der Kalbung bis zur Kalbung täglich 2,4 mg Selen/je Kuh als Selennatrium. Bei den Kontrolltieren ohne Selenzulage sank der Selengehalt im Blutplasma von 18µg/l Plasma (60 Tage vor Kalbung) auf unter 10µg bis 7 Tage vor Kalbung.
Die Selenzulage bewirkte dagegen einen Anstieg der Werte auf 36µg/l Plasma; dieser Wert fiel auch nach dem Kalben (ohne Selenzulage) nur langsam ab und erreichte am 21. Tag nach der Kalbung noch 23µg. Bei den Kontrolltieren war ein leichter Anstieg des Plasma-Selens erst nach der Kalbung bzw. mit der Kraftfutterzufütterung zu erkennen. Durch Selenergänzung verdoppelte sich nahezu der Selengehalt des Kolostrums, verglichen mit Kontrollkühen. Die Selenwerte der Normalmilch 7 und 21 Tage nach Kalbung unterschieden sich dagegen nicht sehr stark. Auch Milchmenge und Milchinhaltsstoffe schienen weitgehend unbeeinflusst von der Selenzulage. Neben der Bestimmung des Plasma-Selengehalts wurde auch die Glutathion-Peroxidase-Aktivität zur Bestimmung der Selenversorgung herangezogen. Beide Verfahren bestätigten eine ausreichende Selenversorgung jener Tiere, die bis zum Abkalben die Selenergänzung erhalten hatten.





















