(openPR) Lauterbach, den 16. Septemberg 2008 (Freie Stimme Lauterbach/Redaktion/Anka Bastian). Die Medienberichte von ARD und ZDF gelten bei immer mehr Menschen inzwischen als parteiisch, nicht zuletzt aufgrund der jüngsten undiplomatischen Verurteilung Russlands durch die deutsche Regierung.
Viele orientieren sich mittlerweile eher an andere deutschsprachige Sender, am Fernsehsender France 2 und dessen hauseigenen Bildquellen. Sogar CNN lasse öfter einmal ungekürzt die Politiker Russlands und Südossetiens zu Wort kommen, beklagen die Zuschauer des ARD-ZDF Fernsehens die Einseitigkeit der deutschen und europäischen Medien. Es mache Sinn , mehrere Nachrichtenquellen zu benutzen. Auch Berichte und Meinungen des „russischen CNN“, Russian Today (RT), der über den westeuropäischen Satelliten Hotbirdrund um die Uhr in Englisch sendet und in Deutschland nahezu unbekannt ist, werden in diesen Tagen häufiger gesehen als sonst. Dort kommen merkwürdigerweise Historiker und Experten aus Deutschland oder Österreich zu Wort, die in ihrer Deutschland ungehört bleiben soll.
Ebenfalls ungehört, da abseits der tagesaktuellen Ereignisse, beklagten die Führer der Osseten schon seit Monaten: „Die ‚Rosenrevolutionäre’ wollen ein monoethnisches Georgien.“ Das lässt sich bei Kultur und Religion zumindest teilweise beweisen. Vielen in Westeuropa sind objektive Fakten aus der Region nicht bewusst, weil sie wegen der Blockade, die unter Gamsakhurdia, Schewardnadse und nun ebenso durch den sogenannten Demokraten Saakaschwili aufgebaut wurde, nur einseitige Informationen über Südossetien erhalten. Der religiöse Status der Osseten ist keine Nebensache in diesem Konflikt der Völker und Kulturen. Laut Wikipedia sind die wichtigsten Religionen das Christentum in russisch-orthodoxer Ausprägung und der Islam. Etwa 80 % der Osseten sind orthodoxe Christen, 15–20 % sind Muslime. Der Islam ist vor allem in Nordossetien verbreitet. Ab dem 16. Jahrhundert breitete sich der Islam unter dem ossetischen Adel aus. Das ist auch für Muslime einmal mehr ein Beispiel dafür, dass sich der Islam auch friedlich, alleine durch die Kraft seiner Botschaft, ausbreiten konnte. 1774 trat Ossetien freiwillig dem Russischen Reich bei, das ja damals sehr eindeutig christlich-orthodox geprägt war. Warum dies so geschah, und welche Toleranz damals zwischen dem muslimischen Adel und St. Petersburg geherrscht haben muss, wäre es nach Meinung von Theologen Wert, wissen schaftlich untersucht zu werden.
Keineswegs tolerant sind die Georgier zu anderen Religionen als ihrer Staatsreligion. 84 % der Bevölkerung gehören der autokephalen Georgischen Orthodoxen Apostelkirche an. Patriarch der Kirche istIlia II. Am Unabhängigkeitstag steht er mit der Regierung auf dem Podium und segnet das Parlament zu Beginn der Legislaturperiode. Das georgische Parlament lehnt es ab, mit anderen Konfessionen einen Staatskirchenvertrag abzuschließen. Diese unterliegen dem Privatrecht und müssen sogar auf Hilfsleistungen Steuern zahlen. Zugleich leben in der georgischen Provinz Adscharien rund 376.000 Georgier, die unter osmanischer Herrschaft zum muslimischen Glauben konvertiert sind. 9,9 % der Einwohner Georgiens sind laut Wikipedia Muslime. In den 1990er Jahren wurden Kirchenbauten religiöser Minderheiten, unter anderem der Katholiken, enteignet und der Georgischen Orthodoxen Apostelkirche übergeben. Immer wieder kommt es zu religiös motivierten Ausschreitungen gegen Minderheiten, darunter gegen die Zeugen Jehovas und gegen die Baptisten. Georgien stand bis 2004 auf einer Liste der US-Kommission zur Religionsfreiheit in der Welt (USCIRF), die jene Länder nennt, in denen die Religionsfreiheit am wenigsten gewährleistet ist. Erst neuerdings wurde Georgien von dieser Liste gestrichen, obwohl bezweifelt wird, dass sich die Religionsfreiheit in Georgien verbessert habe.











