openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Datenschutzgipfel und seine Folgen - BVDW fordert differenzierte Betrachtung

10.09.200814:23 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft

(openPR) BVDW zudem skeptisch gegenüber erklärter Einigkeit beim Datenschutzgipfel ohne Beteiligung der Wirtschaft

Berlin/Düsseldorf, 10. September 2008 - Nach jüngst publik gewordenen Skandalen um den verbotenen Handel mit Kundendaten haben Vertreter von Bund und Ländern auf dem Datenschutzgipfel in der letzten Woche zur Verschärfung der Datenschutzgesetze getagt. Das Ergebnis: die Politik sieht gesetzgeberischen Handlungsbedarf und will insbesondere Lücken im Datenschutzrecht rasch schließen. Zudem solle durch Anpassungen des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG) der Vollzug des Datenschutzes in seinen Strukturen verbessert werden. Trotz Warnung gegenüber diesen Forderungen u.a. seitens des Bundesverbandes Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. sollen nun die Datenschutzgesetze doch verschärft werden. Der BVDW appelliert erneut an die Durchsetzung bestehender statt Schaffung neuer Regelungen und setzt sich zudem für eine differenzierte Betrachtung des Themas ein.



Anlässlich der jüngst mehrfach bekannt gewordenen Fälle von Datenschutzmissbrauch wurde auf Initiative von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble ein "Datenschutzgipfel" einberufen, an dem ausschließlich Vertreter von Bund und Ländern teilnahmen. Die Gipfelteilnehmer, zu denen insbesondere Justizministerin Brigitte Zypries, Wirtschaftsminister Michael Glos und Verbraucherminister Horst Seehofer, der Vorsitzende der Innenministerkonferenz Jörg Schönbohm sowie Bundes- und Landesdatenschutzbeauftragte zählten, einigten sich in erster Linie darauf, dass Adressdaten von Nutzern, die so genannten Listendaten, nur noch mit deren vorheriger Einwilligung (Opt-in-Prinzip) weitergegeben werden dürfen. Das bedeutet für die Praxis, dass solche Listendaten weder weiter gegeben noch "eingekauft" werden dürfen. Dies ist aber bei vielen Unternehmen weit verbreitet - vor allem für das Dialogmarketing per Post. Betroffen von dieser Einigung sind daher vor allem Dialogmarketingunternehmen.

Dennoch aber strahlt diese Einigung auch auf die gesamte Digitale Wirtschaft aus. Der BVDW begrüßt zunächst, dass man sich nicht auf ein generelles Verbot des Datenhandels einigen konnte, fordert aber hinsichtlich der betroffenen Branche eine differenzierte Betrachtungsweise: neue Regelungen für die Dialogmarketingbranche dürfen nicht dazu führen, dass sich auch der Handlungsrahmen für Unternehmen der Digitalen Wirtschaft ändert, deren wirtschaftliches Handeln gerade nicht den Adresshandel zum Gegenstand hat und die sich ganz überwiegend strikt an die geltenden Regelungen halten. Daher sieht der BVDW die Beschlüsse des Gipfels ohne Beteiligung der Wirtschaft sehr kritisch, da sie hier nicht ausreichend differenzieren und damit umfangreich in die Rechte auch derjenigen Unternehmen eingreifen, die grundsätzlich nicht betroffen sind.

Bereits in seiner Stellungnahme vom 20. August 2008 hatte der BVDW hatte darauf hingewiesen, dass der geltende Rechtsrahmen zur Verfolgung der aufgetretenen Missbrauchsfälle ausreichend sei und es aktuell eher an einer angemessenen und konsequenten Verfolgung dieser Rechtsverstöße fehle. Der BVDW ist daher vielmehr der Auffassung, das es deutlich effektiver ist, auf allen Seiten die Kompetenz im Umgang mit personenbezogenen Daten zu fördern. Dazu sieht der BVDW die Einführung eines entsprechenden Gütesiegels für sinnvoll, dessen Rahmen jedoch in einer ausgewogenen Balance zwischen berechtigten Interessen der Nutzer und der Unternehmen austariert werden muss.

"Die in Deutschland bestehenden rechtlichen Regelungen bieten eine umfassende Grundlage für einen wirkungsstarken Datenschutz - eine weitere und vor allem unverhältnismäßige Verschärfung würde für den Einzelnen nicht mehr Schutz vor kriminellen Handlungen bringen, für die Wirtschaft aber nachhaltig negative Folgen haben. Statt nach immer noch schärferen Datenschutzgesetzen zu rufen, sollten wir uns vielmehr auf eine konsequente Anwendung der bestehenden Regelungen und - im Falle von Verstößen - konsequente Ahndung und Sanktionierung konzentrieren. Wir alle - Politik, Wirtschaft, die Öffentlichkeit und jeder Einzelne - sind hier aufgefordert, dafür Sorge tragen, dass der Umgang mit personenbezogenen Daten an jeder Stelle und zu jeder Zeit sorgsam geschieht und diese Daten vor unberechtigten Zugriffen - ganz gleich von welcher Seite - geschützt werden", so Matthias Ehrlich, Vizepräsident im BVDW.

Der Handel mit umfassenden Kundendaten, wie er in den letzten Wochen augenscheinlich wurde, ist bereits auf Basis des geltenden Rechts illegal. Da die zuletzt beschlossenen Konsequenzen gesetzgeberischen Handelns dem Problem an sich keine Abhilfe schaffen, aber weit reichende Folgen für die gesamte Digitale Wirtschaft haben würden, ist der BVDW - insbesondere im Rahmen der nun angekündigten bundesweiten Anhörung zum Referentenentwurf für ein Ausführungsgesetz zum Datenschutz - weiterhin gerne zum Dialog bereit.

Weitere Informationen sind unter www.bvdw.org bereitgestellt.

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 241242
 102

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Datenschutzgipfel und seine Folgen - BVDW fordert differenzierte Betrachtung“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von BVDW

Bild: BVDW veröffentlicht aktuelles medien- und netzpolitisches GrundsatzpapierBild: BVDW veröffentlicht aktuelles medien- und netzpolitisches Grundsatzpapier
BVDW veröffentlicht aktuelles medien- und netzpolitisches Grundsatzpapier
„Goslarer Programm“ skizziert Rahmenbedingungen für Gesellschaft und Wirtschaft in einer digitalen Welt Düsseldorf / Berlin, 29. Juni 2011 – Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. veröffentlicht sein aktuelles medien- und netzpolitisches Grundsatzpapier. Mit dem „Goslarer Programm“ stellt der BVDW seine aktuellen Positionen zu Datenschutz, Online-Werbung, Netzsperren, Urheberrecht, Netzneutralität, Jugendschutz und Verbraucherschutz vor. Das Grundsatzpapier skizziert Rahmenbedingungen für Gesellschaft und Wirtschaft in einer digit…
Bild: Jury des DMMA OnlineStar 2011 steht festBild: Jury des DMMA OnlineStar 2011 steht fest
Jury des DMMA OnlineStar 2011 steht fest
23 hochkarätige Vertreter bewerten die besten Online-Arbeiten des Jahres / Kreativ- und Branchen-Award beweist führende Rolle in der digitale Wirtschaft Düsseldorf, 20. Juni 2011 - Die Jury des DMMA OnlineStar 2011 steht fest. Mit 23 hochkarätigen Vertretern aus Werbewirtschaft, Agenturen, Hochschulen und Fachmedien beweist der begehrte Kreativ- und Branchen-Award seine führende Rolle für die digitale Wirtschaft. Noch bis zum 15. Juli 2011 können kreative Werbe-, Design-, Internet- und Kommunikationsagenturen, Werbungtreibende sowie Einzelpe…

Das könnte Sie auch interessieren:

direct/ BVDW: Personalbedarf auf höchstem Stand seit sechs Jahren
direct/ BVDW: Personalbedarf auf höchstem Stand seit sechs Jahren
… befragten Unternehmen. Die Zertifizierung von Qualitätsstandards konnte in ihrer Bedeutung in den letzten Jahren leicht zulegen (3.1 gegenüber 2.9 Punkte im Jahr 2004). Die Betrachtung der Selbstbeschreibung verdeutlicht, dass sich das Selbstverständnis der Agenturen in den letzten Jahren verändert resp. weiterentwickelt hat. Hat sich vor sechs Jahren noch …
BVDW Standpunkt zu PRISM und TEMPORA
BVDW Standpunkt zu PRISM und TEMPORA
… Stellung zu aktuellen politischen Themen bezogen werden soll. Dabei geht es nicht nur um die Position der digitalen Wirtschaft, sondern auch um eine inhaltlich differenzierte Betrachtung der zumeist sehr komplexen Themen der digitalen Welt. Wir wollen mit dem BVDW Standpunkt relevante Debattenbeiträge liefern“, erläutert Dr. Joachim Jobi, Leiter Medien- und …
Bild: BVDW gründet Lab E-Mail 360°Bild: BVDW gründet Lab E-Mail 360°
BVDW gründet Lab E-Mail 360°
… am Markt durch die Schaffung von Definitionen, Standards und Leistungswerten für die digitale Kommunikation per E-Mail erhöhen. Anhand einer ganzheitlichen Betrachtungsweise von digitaler Geschäfts- und Service-Kommunikation und E-Mail-Marketing soll die vorherrschende dezidierte Betrachtung einzelner Spezial-Disziplinen unter dem Dach des BVDW gebündelt …
Datenschutzgipfel und seine Folgen - BVDW fordert differenzierte Betrachtung
Datenschutzgipfel und seine Folgen - BVDW fordert differenzierte Betrachtung
… 10. September 2008 – Nach jüngst publik gewordenen Skandalen um den verbotenen Handel mit Kundendaten haben Vertreter von Bund und Ländern auf dem Datenschutzgipfel in der letzten Woche zur Verschärfung der Datenschutzgesetze getagt. Das Ergebnis: die Politik sieht gesetzgeberischen Handlungsbedarf und will insbesondere Lücken im Datenschutzrecht rasch …
BVDW: Mobile Display Werbemarkt wächst im ersten Halbjahr 2012 um 76,5 Prozent
BVDW: Mobile Display Werbemarkt wächst im ersten Halbjahr 2012 um 76,5 Prozent
… Wirtschaftsbereiche: Automobilbranche an der Spitze Immer mehr werbungtreibende Unternehmen erkennen das Potenzial von Mobile Display Advertising in der Markenkommunikation. Bei der Betrachtung des Mobile Bruttowerbedrucks nach einzelnen Wirtschaftsbereichen überwiegt die Automobilbranche mit insgesamt 4,4 Millionen Euro. Damit löst der Kraftfahrzeug-Markt die …
Bild: Vorratsdatenspeicherung und Überwachungswahn: Piratenpartei mit hochrangigen Politikern auf PodiumsdiskussionBild: Vorratsdatenspeicherung und Überwachungswahn: Piratenpartei mit hochrangigen Politikern auf Podiumsdiskussion
Vorratsdatenspeicherung und Überwachungswahn: Piratenpartei mit hochrangigen Politikern auf Podiumsdiskussion
Am 14. April luden Schüler der Erasmus-Kittler-Schule Darmstadt zu einem Datenschutzgipfel in ihre Schule ein. Auf dem Podium begrüßten die Moderatoren Abdurrahman Ates und Markus Bauer die Bundestagsabgeordneten Brigitte Zypries (SPD) und Daniela Wagner (Grüne), die Landtagsabgeordneten Rafael Reißer (CDU) und Leif Blum (FDP) sowie Adrian Gabriel (Linke) …
Bild: BVDW prognostiziert 105 Millionen Euro für Mobile Werbung in 2013Bild: BVDW prognostiziert 105 Millionen Euro für Mobile Werbung in 2013
BVDW prognostiziert 105 Millionen Euro für Mobile Werbung in 2013
… Werbeumsätze aus und prognostiziert ein Wachstum von 70 Prozent. Dies entspricht einem Bruttowerbeerlös von 105,1 Mio. Euro. Automobilbranche führt Werbestatistik an In der Betrachtung der einzelnen Wirtschaftsbereiche zeigt sich für das Gesamtjahr 2012, dass der Kraftfahrzeugmarkt mit 11,7 Millionen Euro am intensivsten in den Mobile-Kanal investiert. …
Bild: BVDW identifiziert die wichtigsten Themen der digitalen Wirtschaft in 2013Bild: BVDW identifiziert die wichtigsten Themen der digitalen Wirtschaft in 2013
BVDW identifiziert die wichtigsten Themen der digitalen Wirtschaft in 2013
… 67 Prozent der befragten Unternehmen als zentrales Thema für 2013. Nur 10 Prozent der Befragten stimmen dieser Behauptung nicht zu. In der Einzelbetrachtung glauben 43,5 Prozent der Unternehmen daran, dass insbesondere Online-Bewegtbildwerbung zunehmend das Aufmerksamkeitspotenzial von TV-Werbung erreicht. Hingegen zeigen sich 32 Prozent bei dieser Fragestellung …
Bild: BVDW: 77 Prozent der deutschen Internetnutzer schauen Online-VideosBild: BVDW: 77 Prozent der deutschen Internetnutzer schauen Online-Videos
BVDW: 77 Prozent der deutschen Internetnutzer schauen Online-Videos
… Das aufgezeichnete TV-Programm (31 Prozent) oder Filme als Download (29 Prozent) folgen auf den hinteren Plätzen. Jeder Dritte schaut wöchentlich Online-Videos In der Betrachtung der wöchentlichen Nutzung zählen Online-Videos zu den klaren Favoriten: Jeder Dritte deutsche Internetnutzer (33 Prozent) konsumiert Videos mindestens wöchentlich. Die weiteren …
Bild: BAW ist neues Mitglied in der BVDW AkademieBild: BAW ist neues Mitglied in der BVDW Akademie
BAW ist neues Mitglied in der BVDW Akademie
… virtuelle Akademie integrieren zu können“, kommentiert BVDW-Geschäftsführerin Tanja Feller die Schritte. „Wir hoffen, dass sich weitere Anbieter ermuntert fühlen, dem Beispiel zu folgen.“ Mit der Aufnahme der Bildungsangebote der Bayerische Akademie für Marketing und Werbung (BAW) erhalten BVDW-Mitglieder die Bildungsangebote der BAW zu Sonderkonditionen …
Sie lesen gerade: Datenschutzgipfel und seine Folgen - BVDW fordert differenzierte Betrachtung