(openPR) Olympia ist zu Ende und die Paralympics haben begonnen, doch viele Sportler warten erst noch auf Ihren Auftritt. So auch Manja Marz, die erst im Oktober für zwei Wochen nach Peking fliegen wird. Die Leipzigerin reist in die chinesische Hauptstadt zu den „1st World Mind Sports Games“, (dt. "Weltdenksportspiele“). Nach den olympischen Sommerspielen im August und nach den Paralympischen Spielen im September messen sich vom 3. bis 18. Oktober 2008 die Besten in den Disziplinen Go, Bridge, Schach, Dame, und Xiang Qi, dem chinesischen Schach.
Die Disziplin der 27-jährigen Leipzigerin Manja Marz ist das asiatische Brettspiel Go, das vor rund viertausend Jahren in China entstanden ist und vor allem in den Ländern China, Japan und Korea verbreitet ist. In Deutschland führt Go, trotz stetig steidender Popularität, nur ein Nischendasein. Der Deutsche Go-Bund e.V. (DGoB) zählt ungefähr 2.100 Mitglieder. „In Europa ist Go lange nicht so bekannt wie Schach. In Asien wird Go systematisch in der Schule unterrichtet und große Wettkämpfe werden live im Fernsehen übertragen“, weiß die Deutsche Damen-Meisterin von 2007, die erst dieses Jahr zur Studenten-Weltmeisterschaft in Japan gereist ist, aus eigener Erfahrung zu berichten. Für die Sportler hat das Nischendasein jedoch auch einen Vorteil: Für die Teilnahme an den Spielen in Peking sind keine speziellen Qualifikationsturniere zu spielen. „In Deutschland werden die Kandidaten basierend auf den Ergebnissen in der Deutschen Meisterschaft nominiert.“ erklärt Martin Stiassny, Europas Vertreter bei der International Go Federation (IGF).
Einer speziellen Vorbereitung auf die „World Mind Sports Games“ unterzieht sich die Manja Marz nicht. „Wir, das sind zahlreiche Spieler unseres Team, sind gerade erst vom zweiwöchigen Go-Kongress in Schweden zurückgekehrt. Dort haben wir unsere Kräfte mit den europäischen Spitzenspielern und Gästen aus Korea, Japan und China messen können. Zudem gab es zahlreiche Workshop und Vorbereitungsspiele mit asiatischen Profis.“ Im September steht für Marz noch die Damen-Europameisterschaft in Koblenz an, die der Deutsche Go-Bund dieses Jahr als Gastgeber austrägt.
Anfang Oktober in Peking wird es dann für Manja Marz und ihr Team ernst. Das Team hoffte im Endergebnis als fünftbeste Mannschaft in der Sportart Go abzuschneiden. Das würde nach den traditionellen Go-Ländern China, Japan, Korea und Taiwan, die mit Berufsspielern antreten werden und denen die vorderen Ränge sicher sein können, der beste Platz für ein nicht-asiatisches Teilnehmerland sein. Insgesamt werden rund 600 Sportler aus über 60 Ländern für die Wettkämpfe im Go erwartet.
„Der Traum, irgendwann einmal zu einer olympischen Disziplin zu werden, ist von seiner Erfüllung noch fern, aber ein erster Schritt ist jetzt getan.“ erklärt Martin Stiassny von der IGF. Weil der IOC auf absehbare Zeit weder Go noch das Schach oder Bridge in sein Programm aufnehmen wird, gründeten die Weltverbände von Go, Schach, Bridge und Dame die International Mind Sports Association (IMSA). Diese Initiative wurde vom IOC durchaus begrüßt und nach Kräften unterstützt, so daß bei der Premiere in Peking insgesamt 36 Goldmedaillen zu vergeben sein werden, davon 9 für das Bridge, 10 für das europäische Schach, 6 jeweils für das Go und Dame und 5 für das Xiangqi, die chinesische Variante des Schachspiels.












