(openPR) Mit Wut im Bauch verfolgen die Chefs kleiner und mittlerer Firmen in Dortmund die steigenden Öl- und Spritpreise. RN-Redakteuer Achim Roggendorf sprach mit Dorothee Schenten (Bezirksgeschäftsführerin) des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW) östl. Ruhrgebiet.
Wie wirkt sich die Ölkrise auf die Konjunktur aus?
Schenten: Sie bremst. Die Konjunktur entwickelt sich zwar noch ganz gut, könnte aber kräftiger sein – wenn ihr die Energiepreise nicht Kaufkraft entziehen würden.
Sie haben sich bei Ihren Mitgliedern umgehört. Wie ist die Stimmung?
Schenten: Die Firmenchefs sind sauer, leiden unter den hohen Ölpreisen; lassen sie doch die Gewinne wie Butter in der Sonne schmelzen.
Sind auch die Mitarbeiter betroffen?
Schenten: Natürlich. Gerade Berufspendler stöhnen. Auf der einen Seite sollen sie flexibel sein, also weite Entfernungen zum Arbeitsplatz in Kauf nehmen. Auf der anderen Seite greift ihnen Vater Staat über die Mineralölsteuer tief in die Tasche. Da das Bruttogehalt schon von Sozialagaben massiv reduziert ist, sehen die Unternehmer eine erschreckende Entwicklung für ihre Mitarbeiter: Es bleibt kaum noch etwas in der Lohntüte.
Sind Arbeitsplätze in Gefahr?
Schenten: Das kann man wohl sagen. Vor allem Beschäftigte im Taxi- und Transportgewerbe , Logistikunternehmen müssen bangen, weil viele Firmen die hohen Benzinkosten nicht mehr bezahlen können und beim Personal einsparen müssen. Letzlich sind alle Unternehmen betroffen, bei denen die Ölpreisentwicklung die Produkt- und Dienstleistungspreise massiv beeinflusst.
Wer hat Schuld?
Schenten: Die gravierenden Auswirkungen der Ölpreisexplosion sind nicht zuletzt auch den Versäumnissen der Politik geschuldet. Unsere gewählten Vertreter hätten sich einfach früher um das Problem kümmern müssen.
Es gibt doch schon Lösungen. Leider liegen sie bei den Automobilbauern in der Schublade. Außerdem: Kann sich ein Bundesfinanzminister das überhaupt leisten? Schließlich fließt doch derzeit unglaublich viel Geld ins Staatssäckel.
Und was ist mit den Ölkonzernen?
Schenten: Die sitzen natürlich auch auf der Anklagebank. Dem Unternehmer wird immer Fairness im Geschäftsalltag abverlangt, denn er soll und will Vorbild sein. Weder Staat noch Konzerne sind aber Fairplayer für den Mittelstand.
Was tun die Unternehmer, um Energiekosten zu sparen?
Schenten: Sie verwenden etwa Energiesparlampen oder installieren sich eine Solaranlage aufs Firmendach. Einige Unternehmer investieren in ein Blockheizkraftwewrk, um unabhängiger von Konzernen zu werden. Auch stellen sie ihre Fahrzeugflotte auf Biokraftstoffe um. Aber es bleibt ein dickes Fragezeichen: Wie geht der Staat mit diesen Ensparungen um, fehlen ihm dadurch doch wieder Einnahmen.









