(openPR) Spezielle Untersuchung kann Lymphknoten-Entfernung ersparen, Methode bei Brustkrebs bereits etabliert
Fürth, den 09. Juli 2008. Auch wenn Scheideneingangskrebs (Vulvakarzinom) statistisch gesehen relativ selten vorkommt: Für die betroffenen Frauen ist es eine beunruhigende Diagnose. Bisher wurden im Rahmen der Behandlung alle Lymphknoten in der Leistengegend radikal entfernt, was oft zu schweren Nebenwirkungen führte. Nun setzt das Klinikum Fürth auf ein schonendes Verfahren aus der Brustkrebs-Therapie. Zunächst werden die so genannten Wächterlymphknoten, die Hinweise auf Metastasen geben, entnommen und untersucht. Sind diese tumorfrei, werden die übrigen Lymphknoten im Körper belassen.
Ein Wächter- oder Sentinel-Lymphknoten liegt zuvorderst im Abflussgebiet der Lymphe eines bösartigen Tumors. Damit ist er als erster von Absiedelungen befallen. Diese Eigenschaft nutzt das gynäko-onkologische Team des Klinikum Fürth um Prof. Dr. med. Volker Hanf jetzt auch bei der Behandlung des Vulvakarzinoms.
Vor der Operation kennzeichnen die Spezialisten die Lymphknoten in der Leiste, die das von Krebs betroffene Areal überwachen, mit einem radioaktiven Marker. Und nur diese markierten (Wächter-) Lymphknoten werden entfernt und sofort feingeweblich untersucht. Hat sich der Krebs angesiedelt, entnehmen die Mediziner wie bisher sämtliche Lymphknoten in dieser Region. Falls nicht, ist keine weitere Ausräumung erforderlich und die Patientin benötigt lediglich eine dreimonatige Nachsorge. „Dies bedeutet für uns Ärzte nur eine kleine Umstellung, für die Patientinnen aber einen erheblichen Fortschritt: Ihnen erspart die Vorgehensweise unnötige Radikalität“, weiß Hanf. Denn die Entfernung von Lymphknoten führt – abgesehen von Operationsschnitten, -schmerzen und -narben – häufig zu Störungen bei Wundheilung und Lymphabfluss.
Bewährt bei Brustkrebs – nun auch in Fürth bei Vulvakarzinom
Bei Brustkrebs ist die Entnahme von Wächterlymphknoten in der Achselgegend weltweit gängiger Standard. Ärzte in den USA nutzen die Methode zudem bei Scheideneingangskrebs. „Internationale Studien, etwa des renommierten amerikanischen National Cancer Institutes, belegen die hohe Sicherheit und Verträglichkeit“, bekräftigt der Chefarzt der Fürther Frauenklinik im Nathanstift.
Prof. Dr. med. Volker Hanf gehörte Ende der 90er-Jahre zum Team der Universitätsfrauenklinik Ulm unter Leitung von Prof. Dr. Rolf Kreienberg. Hier wurden in Deutschland die ersten systematischen Erfahrungen mit der Wächterlymphknotenentnahme aus der Achselhöhle bei Brustkrebs gesammelt.













