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Grenzen der Fiktion?

17.06.200810:50 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung
Bild: Grenzen der Fiktion?

(openPR) James Bond surft auf einer gigantischen Flutwelle mitten in der Antarktis, er springt von einem Motorrad einem Flugzeug hinterher und kann unter Wasser übermenschlich lange die Luft anhalten. Mit den Jahren sind die Aktionszenen und der Plot der James-Bond-Filme immer unglaubwürdiger geworden. Doch bei den Zuschauern des Spezialagenten und ähnlicher Filme lässt sich eine interessante Alltagsbeobachtung machen: Es scheint sie nicht zu stören.

Rezipienten gehen mit den Inhalten fiktionaler Filme erstaunlich tolerant um. Sie lassen sich von erkennbar unrealistischen oder auch unlogischen Inhalten kaum in ihrem Filmgenuss stören. Dahinter steckt ein Phänomen, das immer wieder als "Suspension of Disbelief" diskutiert wurde.

Die Medienwissenschaftlerin Saskia Böcking hat nun erforscht, wie sich dieses Phänomen im Rezeptionsprozess manifestiert. Bezieht sich die Toleranz auf bestimmte Inhalte? Welche Informationsverarbeitungsprozesse sind damit verbunden und wann hat die Toleranz des Publikums ein Ende?

Um diesen Fragen auf den Grund zu gehen, entwickelt Böcking eine medienpsychologisch orientierte Toleranztheorie. Anschließend untersucht die Autorin in einer Befragung und zwei Experimenten, ob und wie Zuschauer unrealistische und inkonsistente Aspekte in Filmen wahrnehmen und welchen Einfluss rezipientenabhängige Faktoren, wie etwa eine kritische Haltung zum Film, auf die Wahrnehmung haben.

Neben Wissenschaftlern und Studierenden aus der Kommunikations- und Filmwissenschaft liefert der Band auch Filmpraktikern neue Erkenntnisse über Möglichkeiten und Grenzen von Persuasionswirkungen fiktionaler Medieninhalte. Oder kurz: Was darf man dem Publikum zumuten, bevor es abschaltet?

Böckings Antwort wird Drehbuchschreiber und Regisseure zuversichtlich stimmen: Solange die Handlung in sich schlüssig ist und sich die Zuschauer gut unterhalten fühlen, verzeihen sie den Machern eine große Portion von Realitätsverletzungen. Die fiktionale Welt ist im Moment des Zuschauens wichtiger als die Wirklichkeit.


Saskia Böcking
Grenzen der Fiktion?
Von Suspension of Disbelief zu einer Toleranztheorie für die Filmrezeption
Unterhaltungsforschung, 5
2008, 352 S., 8 Abb., 18 Tab., Broschur, 213 x 142 mm
ISBN 978-3-938258-91-0

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