(openPR) „50PLUS gehörte 2008 zu den Top-Themen auf der Internationalen Tourismus-Börse (ITB) in Berlin und die Hoffnung der Branche auf Wachstum im Segment 50PLUS konnte man an der großen Anzahl spezieller Angebote ablesen,“ sagt Dr. Gunnar Joachimsohn, managing director von „inexsu“ und ergänzt: „Die Produktentwicklung ist natürlich wichtig, aber ohne „Verzahnung“ mit Vertrieb und Marketing erreicht man die Zielgruppe 50PLUS nur suboptimal. Man könnte vermuten, aus Ratlosigkeit entstand der Seniorenrabatt. - Hier herrscht Nachholbedarf!“ - Laut einer Untersuchung von Prof. Bloching sind nur 7% der Marken gut oder sehr gut an die Erwartungen und Bedürfnisse der ältere Konsumenten angepasst, 71% hingegen schlecht oder sehr schlecht.“
Nach eigenen Untersuchungen von inexsu ist die Spannbreite des Seniorenrabattes für den Reisenden kaum überschaubar. Seniorenrabatt gewähren Anbieter und Veranstalter ab einem Alter von 50, 55, 60 oder 65 Jahren des Reisenden, meist prozentual, zwischen 2% und 6%, in Ausnahmefällen bis zu 10%, oder als absoluten Betrag, meist 50€ oder 100€ bezogen auf eine bestimmte Höhe des Reisepreises, oft gebunden an bestimmte Reisezeiten, Zielgebiete und Hotels. „Dabei reagiert gerade die Gruppe der 50-59jährigen besonders empfindlich auf solche „Zuweisungen“ und Ansprachen,“ sagt Joachimsohn.
„Spätestens seit der „Brand Power Studie“ [Roland Berger] ist bekannt, dass mit zunehmendem Alter die „Geiz ist geil“-Mentalität einem eher konservativen Konsumprofil weicht. Auch die GFK bestätigt, dass sich die durchschnittliche Bedeutung des Preises bei älteren vs. jungen Kunden um die Hälfte – von 2/3 auf nur noch 1/3 – reduziert,“ sagt Joachimsohn und fährt fort: „Ein Rabatt von wenigen Prozent bzw. Euro ist nur für eine Minderheit kaufentscheidend, verkürzt aber – per se – den Umsatz der Anbieter und Veranstalter.“
„Mit dem Seniorenrabatt wertet man, gegenüber der lebenserfahrenen und kritischen Konsumentengruppe 50PLUS, die eigene Leistung ab, da für den Konsumenten der Preis auch immer ein Äquivalent für den mit dem Produkt verbundenen Nutzen bzw. Wert darstellt. Außerdem reduziert die zunehmende Finanzstärke der Zielgruppe 50PLUS die Wirksamkeit eines Nachlasses bzw. müsste durch eine stetig steigende Nachlässe kompensiert werden. Und dies alles gilt natürlich nicht nur für die Tourismuswirtschaft“, konstatiert Dr. Alfons Niebuer, Mitglied des Vorstands der Strategieberatung SMP AG und Partner im Netzwerk „inexsu“. Niebuer fährt fort: „50PLUS ist ein strukturelles Wachstumsthema mit massiven Auswirkungen auf die Umsätze der Touristikbranche und bedarf einer ganzheitlichen, strategischen Betrachtung. Schließlich geben Ältere nicht nur im Durchschnitt mehr pro Reise aus, sondern sie reisen auch öfter. Den Markt 50PLUS konsequent zu erschließen, Zielgruppen zu definieren und das Produkt- und Leistungsportfolio optimal auszurichten, sollte das Ziel von Marketing und Vertrieb sein.“











