(openPR) Warum Patienten Behandlung ablehnen und Termine platzen lassen
- Mit Spiegelneuronen gegen Zahnarztangst
- Einfühlungsvermögen als Kriterium für wirtschaftlichen Erfolg
- Instrumente beim Zahnarzt lösen Schmerzempfinden aus
Berlin (dentcollege/21.05.2008) „Wer Beschwerden hat, erwartet von seinem Zahnarzt eine rasche Diagnose des Problems. Dabei könnte die Fähigkeit des Arztes, sich in seinen Patienten einzufühlen, eine unerwartet große Rolle spielen“, vermutet Kerstin Schulz von DENTCOLLEGE. Die Praxis-Beraterin verweist auf jüngste Erkenntnisse der Hirnforschung über die Funktionsweise so genannter Spiegelneuronen. Danach könnte Mit-Gefühl davon abhängig sein, wie weit jemand den Gesichtsausdruck eines anderen übernehmen und auf diese Weise zu ähnlichen Empfindungen gelangen kann wie sein Gegenüber. „Ein eher unbewusster Prozess, aber von solchen Menschen fühlen wir uns angezogen“, so Kerstin Schulz weiter. „Die eingehende Untersuchung muss natürlich trotzdem sein. Doch die Kompetenz, uns helfen zu können, sprechen wir schneller jemandem zu, von dem wir glauben, dass er uns versteht“.
Welche Auswirkungen diese Erkenntnisse auf den wirtschaftlichen Erfolg eines Zahnarztes haben, liegt bislang völlig im Dunkeln. „Aber es könnte Teil einer Erklärung dafür sein, warum Patienten eine empfohlene Therapie ablehnen oder umfangreiche Terminplanungen ad-hoc canceln“, meint Kerstin Schulz. Aus ihrer Sicht werden wahrnehmungspsychologische Aspekte in Zahnarztpraxen viel zu selten berücksichtigt. Die Technik des Spiegelns oder Pacens wird u. a. beim Coaching eingesetzt. Sie ist ein probates Mittel, um in verschiedensten Kommunikationssituationen Konsens zu erlangen. „Das können sich auch Zahnärzte zunutze machen, indem sie ihre Kommunikation bewusst gestalten, ebenso ihre Körperhaltung und z. B. auch den Ort, an dem Patientengespräche stattfinden. Darüber hinaus sollten sie bei Mitarbeitern darauf achten, dass deren Disposition deutlich auf die Entwicklung positiver Beziehungen gerichtet ist“, erläutert die Inhaberin der auf Zahnärzte spezialisierten Praxis-Beratung DENTCOLLEGE.
Kerstin Schulz verweist in diesem Zusammenhang auf Forschungsergebnisse einer Gruppe von Wissenschaftlern um Vittorio Gallese, Professor an der Universität Parma. Die Forscher wollen derzeit herausfinden, ob man Einfühlungsvermögen trainieren kann. In einem Interview, das Prof. Gallese kürzlich für „Die Zeit“ gab, demonstriert er die Begriffe „Einfühlen“, „Mitgefühl“ und „Mitleid“ anhand dessen, was der Anblick eines Zahnarztbohrers beim Betrachter auslöst. „Dass die Zahnarztbehandlung im Zusammenhang mit Schmerzempfinden immer wieder als erstes bemüht wird, sollte für Zahnärzte Grund genug sein, sich mit den Wahrnehmungen ihrer Patienten intensiver auseinanderzusetzen“, ist Kerstin Schulz überzeugt. „Man kann negativen Gefühlen auf vielfältige Weise entgegensteuern. Denn das allein sorgt für stabiles Vertrauen zwischen Arzt und Patient und letztendlich für den wirtschaftlichen Erfolg einer Praxis.“ Die Praxis-Beraterin stellt weitere Informationen zum Thema auf ihrer Webseite www.dentcollege.de zur Verfügung.











