(openPR) Rabemann (kuenstler. rabemann.de) geht es in seiner Kunst um inhaltliche Zusammenhänge und um den Zusammenhang aller Dinge an sich, also um das Ganze.
So stellt er in seiner Kunst seit vielen Jahren zum einen Zusammenhänge zwischen Bild und Ort her, "weil zum einen ein Bild von einem Ort den Ort zu einem Bild macht wie auch das Bild zu einem Ort im Sinne der Wahrnehmung dieses Ortes wie auch zum anderen ein Bild an einem Ort sowohl Teil dieses Ortes wird wie auch der Ort wird Teil dieses Bildes".
Und zum anderen stellt der Künstler vom Anbeginn seiner künstlerischen Tätigkeit Bezüge zwischen Bild und Wort her, da sie ihm beide als gleichberechtigte Medien und beide als Abbilder der Wirklichkeit gelten - "weil das Wort letztlich nur Bild einer Sicht ist wie auch das Bild letztlich nur das gewählte Wort einer Wahrnehmung".
Seine hier nur sizzierte ungewöhnlich "ana-logische" Sichtweise führt ihn auf Wege und Ergebnisse, die eine ungewöhnlich gewordene, tiefsinnige Schlüssigkeit haben – so auch bei seiner jetzt im Mo-Hotel vorgestellten Bildserie "Erntesegen", deren Bilder sich im weiteren Sinne dem Thema "Leben und Fruchtbarkeit" widmen und die entstehen aus Leinölfarben auf uralten, mit Namen und Ortsangaben des Eigners bedruckten Leinen-Getreidesäcken, die damals dessen Ernte, "den Segen" des ganzen Jahres bewahrten und die Rabemann mit dem ihm typischen Bildreichtum und hier dazwischengefügten segnenden Worten zu einem stimmigen Gesamtinhalt "anfüllt".
Die Ausstellung kann täglich ganztags besucht werden und ist täglich geöffnet bis zum 30.4.2008. (Mo-Hotel Vaihingen-Schwabengalerie in der Stadtmitte, Hauptstrasse 26)
Der Künstler Rabemann
Der Künstler Ralf Rabemann blickt nun auf einen über 25 Jahre andauernden Werdegang zurück, den er als Autodidakt begann. Damals begann der diesen Werdegang damit, dass er fast 10 Jahre ausschliesslich mit blauer Tinte und mit schwarzer Tusche malte, um – so wie er sagt – "zunächst einmal zu klären, was aus mir heraus will".
Schon in diesen ersten Jahren entstanden einige hundert Werke, aber erst nach sechs Jahren zeigte er diese ab 1986 zum erstenmal auf Ausstellungen.
Sein weiterer Weg führte ihn über Ateliers in Sindelfingen, Villach, Stuttgart und Böblingen, den Betrieb von Galerien in Villach, Böblingen und Möglingen und zahlreichen regionalen und überregionalen Ausstellungen immer wieder zurück zu seinem Stammsitz in Böblingen, wo er seit 1997 eine Galerie im dortigen Künstlerviertel betreibt und mit der ebenfalls dort ansässigen Galerie Blaues Haus kooperiert.
Rabemanns Kunst ist weniger eine Suche nach dekorativen Formen und Farben als ein Suchen und das Bemühen um eine Bewahrung von Wahrheit. Seine archaisch wirkenden Gestalten und Symbole zeugen von einer Suche nach dem Urgrund, nach dem Gemeinsamen über alle Kulturen und Zeiten hinweg. Seine Bilder sieht er zwar zum einen in keiner Weise an das Materielle gebunden, aber er verwendet dennoch fast nur reale Bezüge in seiner Bildwelt, weil der Mensch seinem Gefühl nach nicht ohne die Formen des Realen auskommt, wenn er sich seiner eigenen Wahrheit und der Wahrheit an sich nähern will - sei es als Analogie, als Gleichnis, als Traum oder als Symbol.
Ihm gelten seine Bilder als Vermittler und Katalysatoren, welche diese – die eine – Wahrheit bewegen und bewahren sollen. Vor allem soll durch die von ihm geschaffenen Bildwelten eine Annäherung an Verlorenes und Verdrängtes erfolgen.
Arbeitsweise am Beispiel der Werkserie "Erntesegen"
Seine Ansätze verfolgt Rabemann in einer für in typischen Weise auf vielen Ebenen – so dienten z.B. als Bildträger für mehrere Werke dieser Ausstellung 150 Jahre alte Getreidesäcke von Mühlen der näheren Umgebung, einige Bilder tragen alte oder selbstverfasste Segens- und Danksprüche und einige Farbtöne wurden mit selbstgesammelten Erden oder getrockneten Pflanzen vermengt oder mit einem Lack aus Weihrauchharz überzogen, den Rabemann selbst herstellt. Denn neben den Bildelementen und den darin eingebetteten Worten, Zeichen und Symbolen galten ihm von Anfang an auch das Material an sich, der Bildträger und die Struktur und Schichtung des Bildes als Träger dieser Inhalte.
So werden Bild, Bildträger, Bildwerdung, Material, Gedanken, Gleichnisse und Worte in seinen Werken eins. Daher zeigt Rabemann in seinem Katalog nicht von ungefähr Bezüge zwischen seiner Kunst und der Alchemie sowie deren Suche nach dem Stein der Weisen auf, welche Carl Gustav Jung als praktikablen Individuationsweg beschreibt.
Daher finden Sie in Rabemanns Bildern nicht nur das, was sichtbar auf der Oberfläche erscheint, um scheinbar Bild zu sein, sondern Sie entdecken bei längerer Betrachtung ständig Neues, Verstecktes und sich Veränderndes, denn allein schon Rabemanns bevorzugte Bildwerdung durch mehrfache Übermalung verleiht den Bildern die Ausstrahlung eines anhaltenden Vorgangs, der auf Betrachter diese Wirkung zeigt. Bei dieser Werdung läßt er sich übrigens sehr durch Zufälle inspirieren wie z.B. Fundstücke, die er vor seinem Atelier findet und die er sofort in seine Bilder integriert.
So sind Rabemanns Bilder in vielfacher Hinsicht Ergebnis einer heute ungewöhnlich erscheinenden Sicht: aus dem Bild heraus scheint ein anderes Schauen gegenwärtig zu sein und sich dem Betrachter mitzuteilen.










