(openPR) „Die derzeit in Zwischenlagern befindlichen Siedlungsabfallmengen entsprechen lediglich 5 Prozent der gesamten Kapazität aller thermischen und mechanisch-biologischen Behandlungsanlagen in Deutschland“, so die Antwort der Bundesregierung auf die Frage des SPD-Abgeordneten Gerd Bollmann nach dem Stand der Zwischenläger für Hausmüll und hausmüllähnliche Gewerbeabfälle in Deutschland. Insgesamt seien das etwa 1,45 Millionen Tonnen. Davon ist etwa ein Drittel nicht zuvor behandelt worden und erfährt ungehindert den natürlichen Zersetzungsprozess. Dabei wird das so genannte Deponiegas freigesetzt, das zu 60 Prozent die klimaschädigenden Gase CO2 und Methan enthält. Methan wird dabei als bis zu 23-mal schädlicher als CO2 eingeschätzt.
Gleichzeitig klagen die Betreiber von Abfallbehandlungsanlagen über eine nicht ausreichende Auslastung der Anlagen. Bei rationaler Betrachtung sollte jedoch eine 100-prozentige Auslastung der Behandlungskapazitäten vorliegen, damit die Einrichtung von Zwischenlägern notwendig ist. Daher stellt sich die Frage, warum noch Zwischenläger eingerichtet werden.
Ein Grund ist die Vollzugshoheit bei der Abfallablagerungsverordnung, die die deutsche Müllwirtschaft regelt. Es sind die Länder, die Zwischenläger genehmigen dürfen und diese auch kontrollieren. Daher kann es dazu kommen, dass Betreiber von Abfallbehandlungsanlagen in Baden-Württemberg über mangelhafte Auslastung klagen, während im benachbarten Hessen tausende Tonnen Abfälle aufgrund mangelnder Kapazitäten zwischengelagert werden.
Die Klimaschädigung ist dabei nur ein negativer Aspekt. Durch unsachgemäße Lagerung kommt es im Umfeld der Läger zu erheblicher Umweltverschmutzung. Außerdem entstehen durch die Einrichtung der Zwischenläger Mehrkosten. Dieser trägt letztendlich der Verbraucher, der in der Regel erhebliche Müllgebühren ertragen muss.
Eine effiziente, klima- und umweltgerechte Abfallwirtschaft stellt sich anders dar. Insgesamt werden in Deutschland derzeit 3,7 Millionen Tonnen Abfälle zwischengelagert. Bei gleich bleibender Tendenz.










