(openPR) „War es ein Fehler?“ fragen sich Alexandra und George, als sie sich fünf Jahre nach der Scheidung ihrer nicht gerade kurzen Ehe zufällig in einem Restaurant treffen - beide auf dem Weg von der Toilette zurück zu ihren jeweils neuen Partnern.
Ja, jedem geht es bestens, danke der Nachfrage: mein Haus, mein Boot, mein Auto, mein neuer Partner. Sie versichern einander, die Trennung war kein Fehler! Man ist geneigt, den beiden zu glauben, wäre ihre Unterhaltung nicht so ein pointenreicher Schlagabtausch: jeder Satz ein Witz, jeder Witz ein Treffer. Humor verbindet. Das hat Folgen: Nichts ist besser als Sex mit dem Ex. Sie „recyclen“ ihre alte Liebe und in deren Folge leider auch die alten Fehler. Man ist, wie man ist, da hilft kein Scherz und kein Witz. Die Komödie nimmt ihren Lauf, und wie alle Komödien glaubt sie an ein glückliches Ende, denn das Gegenteil vom „Happy End“ wäre ein Doppelfehler.
Der Australier Barry Creyton – geschult durch New Yorker TV-Sitcoms – zeigt sich als ein Meister des geschliffenen Wortwitzes, der an den Charme und Esprit berühmter Hollywood Screwball-Comedies erinnert. Doch er geht weiter als diese und fischt nur scheinbar in den trüben Gewässern des Boulevard. Wo einst Witz nur brilliant war oder bestenfalls Mittel, die Zumutungen des Liebeslebens zu ertragen, benutzen seine Figuren ihren Humor nicht als Verbindendes sondern wollen sich mit Witz das Leben und die Liebe eigentlich vom Leib halten. Das kann so bitter enden wie ein Doppelfehler oder, da es sich ja um eine Komödie handelt: bitter-süß.
Schauspiel Neukölln No. 26
Doppelfehler
von Barry Creyton
Regie: Rüdiger W. Kunze
Mit Anke Rupp und Jean-Theo Jost
Premiere am 20. April 2008 um 20 Uhr
Weitere Vorstellungen:
23.-25., 27., 29. April,
4., 7., 8., 10., 11., 14., 16., 18. Mai
jeweils 20 Uhr
Kartentelefon: 030 – 6809 3779











