(openPR) Banken nutzen bereits seit Jahren Ratingsysteme zur Einschätzung der Zahlungsfähigkeit von Schuldnern. Durch die Einführung von BASEL II hat das Rating noch einmal an Bedeutung gewonnen. Von der Benotung des Kreditnehmers hängt ab, wie viel Eigenkapital die Bank für einen Kredit vorhalten muss. Erhält das Unternehmen eine gute Note, so ist die kalkulierte Ausfallwahrscheinlichkeit des Kredits niedrig. Somit muss die Bank nur einen geringen Prozentsatz an teurem Eigenkapital vorhalten. Im Gegensatz dazu führt eine schlechte Ratingnote zu einer hohen Eigenkapitalunterlegung. Die entstehenden Eigenkapitalkosten bzw. die höhere Ausfallwahrscheinlichkeit wird sich die Bank folglich durch einen höheren Zinssatz vergüten lassen – falls sie den Kredit nicht sogar aufgrund des vermeintlichen Risikos gleich ablehnt.
Im Bereich der kleinen und mittelständischen Unternehmen erfolgt die Einordnung üblicherweise nach bankeigenen Kriterien („internes Rating“). Beim internen Bankrating wie auch dem von Ratingagenturen angebotenen externen Ratings werden mittels mathematisch statistischer Verfahren Ausfallwahrscheinlichkeiten anhand von Ausfallmerkmalen errechnet und bewertet.
Hierbei fließen sowohl quantitative als auch qualitative Aspekte mit ein. Die quantitativen Faktoren (hard-facts) beziehen sich auf die Ertrags-, Vermögens- und Liquiditätslage eines Unternehmens, die sich aus den Bilanzen und Zwischenzahlen ergibt. Bei der qualitativen Analyse (soft-facts)
werden unternehmerische Aspekte wie Managementqualität, Unternehmensstrategie, Informationspolitik, Aufbau des Controllings und Risikomanagement, Organisations- und Prozessmanagement, Produkte, Mitarbeiterpotential, etc. untersucht und bewertet.
Obwohl die Ratingnote meist einen maßgeblichen Einfluss auf Genehmigung oder Ablehnung eines Kredites sowie auf die Kreditkonditionen hat, ist es erstaunlich, wie wenig Unternehmer diese Systematik kennen oder sogar für sich nutzen. In einer Unternehmensbefragung aus 2007 hat die Kreditanstalt für Wiederaufbau diesen Sachverhalt erneut bestätigt. Hiernach ist die eigene Ratingnote für einen Großteil der Geschäftsführer kleiner und mittelständischer Unternehmen weiterhin unbekannt.
Auch wenn die Beschäftigung mit dem eigenen Rating bis dato augenscheinlich nicht zu den „Lieblingsthemen“ deutscher Mittelständler gehört, so bietet der Ratingprozess durchaus vielfältige Chancen und Erkenntnisse für den Unternehmer. Es bietet sich an, eine professionelle Beratung durch einen zertifizierten Ratingberater (Ratingadvisor) in Anspruch zu nehmen.
Der Nutzen einer Ratingberatung liegt auf der Hand:
Neben der reinen Einstufung des Unternehmens in eine Bonitätsklasse erbringt ein Ratingberater eine wichtige Unternehmensberatungsfunktion. Durch die Erstellung eines ausführlichen Ratingberichts incl. einer objektiven Stärken- und Schwächen- sowie Umfeld-Analyse erhält der Unternehmer eine wichtige Rückkoppelung von außen. Risikopunkte, Probleme und Schwachstellen werden transparent und können vor dem Gang zur Bank oder zu anderen Investoren behoben werden.
Die Beratungsergebnisse ermöglichen eine professionelle Darstellung des Unternehmens gegenüber der Bank durch eine zielgerichtete Aufbereitung des Bankenreports.
Insbesondere eine regelmäßige weitere Begleitung durch einen Ratingberater führt für den Unternehmer zu einer erheblichen Transparenz interner Risikofaktoren und ist durch die damit verbundene gesicherte Entscheidungsgrundlage ein wichtiger Beitrag zur langfristigen Unternehmensstabilität.
Oftmals wird angenommen, dass eine Ratingberatung „lediglich“ darauf abzielt, das Rating und damit die Zinssätze bei Banken zu verbessern. Aus unserer Sicht stellen günstige Finanzierungskonditionen sowie die langfristige Sicherung der Kreditwürdigkeit eher positive Nebeneffekte dar, da der Hauptnutzen in der Verbesserung der Rentabilität und Stabilität des Unternehmens liegt.











