(openPR) GERSTETTEN, 19.02.2008. Gegensätzlicher hätte man es kaum wählen können: Auf der einen Seite das beschaulich heimelige Ambiente der Stadelwirtschaft „Zum Sontberger Michel“, als angestammter Veranstaltungsort für den Bürger-und Neujahrsempfang der Ökologisch-Demokratischen Partei (ödp). Auf der anderen Seite das Thema: „Schicksalsfrage Globalisierung? Eine Herausforderung für unsere Zukunft“. Bei den Bürgern fand dies jedenfalls großen Anklang. Bis auf den letzten Platz war der „Michel“ besetzt.
Gerd Eckhardt, der Kreisvorsitzender der ödp, bedankte sich in seiner Begrüßungsansprache bei allen Personen, die im vergangenen Jahr dazu beigetragen haben, das Kleinod „Hungerbrunnental“ vor Schaden zu bewahren. Doch genauso notwendig, wie die Sorge um den eigenen Lebensraum, sei der globale Gedankenansatz. Mit Frithjof Finkbeiner konnte die ödp einen unumstrittenen Fachmann zum Thema Globalisierung gewinnen. Gemeinsam mit dem Ulmer Professor Franz Josef Radermacher und dem österreichischen Vizekanzler a.D. Josef Riegler hat er im Jahr 2001 die Global Marshall Plan Initiative ins Leben gerufen.
Mit wenigen Zahlen gelang es Frithjof Finkbeiner, die globale Problematik auf den Punkt zu bringen: 30.000 Menschen sterben jeden Tag an Hunger! Dem stehen weltweit jährliche Rüstungsausgaben von 1.000 Milliarden, 115 Milliarden USD an Zinszahlungen des Südens an den Norden und nur 75 Mrd. USD an Entwicklungshilfe gegenüber. Diese Situation wird insbesondere durch zwei zusätzliche Effekte gekennzeichnet: Ressourcenintensiver Lebensstil des Nordens und ein schnelles Anwachsen der Weltbevölkerung, die den Lebensstil des Nordens nacheifern.
Aber auch auf politischer Ebene findet eine massive Veränderung statt. Während in den 70er Jahren die Staatsgewalt dominierte und ordnend in das Wirtschaftsgeschehen eingriff, dominiert heute die Wirtschaft und setzt zunehmend die Rahmenbedingungen. Doch allein auf die Ordnungskraft des Marktes zu vertrauen ist der falsche Weg.
Ein neuer weltwirtschaftlicher Denkansatz ist nach Ansicht von Frithjof Finkbeiner notwendig. Er setzt auf die Idee des Global Marshall Plans, dessen prominentester Unterstützer Al Gore ist. Öko-Soziale Marktwirtschaft ist das Schlüsselwort: Chancengleichheit, ein weltweit verbindlicher Ordnungsrahmen und weltweite Zusammenarbeit, sollen für mehr Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit sorgen. Dabei stehen auch die von der UNO im Jahr 2000 formulierten „Millenniumsziele“ im Blickfeld. Die dafür geschätzten erforderlichen 100 Milliarden USD, sollten durch die Einführung der so genannten Tobin Steuer (also eine Steuer auf Devisentransaktionen), einer Kerosinsteuer und zusätzlichen Gelder vom Internationalen Währungsfond aufgebracht werden. Mit diesen Maßnahmen hält Frithjof Finkbeiner, als Mitglied des „Club of Rome“ die Vision „einer Welt in Balance“ für möglich.











