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Kuba: Informatikstudent wegen Kritik an Internet-Zensur verhaftet

12.02.200813:37 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Kuba: Informatikstudent wegen Kritik an Internet-Zensur verhaftet
Kritik unerlaubt: Eliécer Ávila Sicilia (r.) wurde nach seinen kritischen Fragen an den Präsidenten der kubanischen Nationalversammlung, Ricardo de Alarcòn de Quesada (li.), verhaftet.
Kritik unerlaubt: Eliécer Ávila Sicilia (r.) wurde nach seinen kritischen Fragen an den Präsidenten der kubanischen Nationalversammlung, Ricardo de Alarcòn de Quesada (li.), verhaftet.

(openPR) Kritische Fragen an den Parlamentspräsidenten brachten Eliécer Ávila Sicilia ins Gefängnis

Havanna / Frankfurt am Main (12. Februar 2008) – Weil er dem Präsidenten der kubanischen Nationalversammlung, Ricardo de Alarcòn de Quesada, öffentlich kritische Fragen zur Zensur und anderen Einschränkungen in Kuba stellte, wurde ein Informatikstudent am Samstag, den 9. Februar 2008, in seinem Elternhaus in El Yarey verhaftet. Nach dem Bericht der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM), wurde die Kritik des Studenten Eliécer Ávila Sicilia und einiger Kommilitonen bei der öffentlichen Veranstaltung gefilmt und als 52-minütiges Online-Video ins Internet gestellt. Ávila wohnt in der Gemeinde Puerto Padre in der Provinz Las Tunas und studiert Computerwissenschaften.



Bereits einen Tag vorher wurde Eliécer Ávila Sicilia gewarnt, das Haus nicht zu verlassen, weil er abgeholt und nach Havanna gebracht werden würde. Seine Mutter, Elsa Sicilia, berichtete, es sei ihr verboten worden, den Sohn zu begleiten. Einer der Beamten, der sich als Sohn des Vizepräsidenten des Bundesrats und Sekretärs des Ministerrates, Carlos Lage, ausgab, sagte Avilas Großmutter, sie solle sich keine Sorgen machen, denn sie werde ihren Enkel bald im nationalen Informationsprogramm "Mesa Redonda" wiedersehen.

Die Menschenrechtlerin Ersilia Correoso suchte die Eltern des 21-jährigen Verhafteten auf und fand dort dessen verängstigte Mutter in Tränen aufgelöst und in Sorge, die politische Polizei würde den Sohn zwingen, öffentlich die Fragen zurück zu nehmen und sich von ihnen zu distanzieren, die er Alarcòn gestellt hatte.

Zensur und andere Einschränkungen

Der Informatikstudent hatte zusammen mit anderen Studenten den Präsidenten der kubanischen Nationalversammlung zur Rede gestellt und vor großem Publikum gefragt, weshalb es den Kubanern verboten ist, ins Ausland zu reisen oder Touristen-Hotels auf der Insel zu betreten. Er sprach auch die Not der kubanischen Bürger an, die in einer Währung bezahlt werden, die weit weniger wert ist, als die, in der sie einkaufen müssten. Eine Reihe von Gütern wird erst gar nicht in kubanischen Pesos angeboten. Zudem kritisierte er die Einschränkung der Internetnutzung durch die Regierung, die es den Kubanern nahezu unmöglich macht, sich zu informieren.

So ist es kubanischen Bürgern nicht möglich, Webseiten wie YouTube oder MySpace zu nutzen. Auch auf die Suchmaschine Google müssen sie verzichten und sich stattdessen mit einer Beta-Version einer in Kuba entwickelten Suchtechnologie zufrieden geben. Diese ist jedoch auf den Datenbestand von 150.000 offiziellen Webseiten reduziert. Während Touristen in Hotels über schnelle und völlig freie Internetzugänge verfügen, sind die Möglichkeiten der einheimischen Bevölkerung in dieser Hinsicht immens eingeschränkt.

Eingeschränkte Internetnutzung für Kubaner

Wer im Netz surfen will, kann dies meistens nur in Internet-Cafés tun, die von der Regierung streng kontrolliert werden. Doch der Gang ins Internet-Café ist für die Kubaner ohnehin zu teuer. Für vier Stunden Internet müssen fünf US-Dollar gezahlt werden. Der Durchschnittskubaner verdient jedoch umgerechnet lediglich zwischen zehn und zwölf Dollar im Monat. Ein Ausflug ins Internet ist daher für die meisten Kubaner unerschwinglich.

Von den insgesamt 3,5 Mio. Kubanern, die an ihrem Arbeitsplatz oder in einer öffentlichen Einrichtung Zugang zu einem Computer haben, haben kubanischen Angaben zufolge nur rund 27 Prozent eine direkte Internetverbindung. Die Mehrzahl der Nutzer muss sich mit dem nationalen Intranet begnügen. Dieses erlaubt zwar den Versand von E-Mails, ermöglicht aber nur Zugang zu Seiten offizieller Institutionen und Medien, sowie ausgewählter Unternehmen und einiger Universitäten.

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