(openPR) Wissenschaftler, die in Deutschland ein Life-Science-Unternehmen gründen wollen, stehen oft vor unüberwindlichen Schwierigkeiten. Wegen der langen Entwicklungszeiten und der damit verbundenen Kosten und Risiken sowie zahlreicher bürokratischer Hürden können sie ihre Projekte in Universitäten und vielen anderen öffentlich finanzierten Forschungseinrichtungen meist nicht zu dem Reifegrad entwickeln, der das Interesse von Investoren weckt.
Neben Finanzmitteln und einer geeigneten Infrastruktur fehlt gründungswilligen Forschern aber häufig auch das betriebswirtschaftliche und Management-Know-how, um ein Projekt in ein finanzierungsfähiges Stadium zu bringen. Viele gute Technologie- und Produktideen scheitern damit schon in einem sehr frühen Stadium.
Um Abhilfe für diese Problematik zu schaffen, wurde Mitte 2007 die Life Science Inkubator GmbH, kurz LSI gegründet. LSI ist am Forschungszentrum caesar in Bonn angesiedelt. Mit der Konzipierung und Umsetzung der Ausgründungsplattform für Projekte aus dem Bereich Life Science wurde Max-Planck-Innovation GmbH beauftragt, um ihre langjährige und erfolgreiche Erfahrung in der Betreuung und Beratung von Biotechnologie-Ausgründungen aus der Spitzenforschung sowie ein erstklassiges Netzwerk von Kontakten zu Partnern aus Industrie, Risikokapital und Beratern einzubringen.
Die von der Max-Planck-Innovation daraufhin gegründete Life Science Inkubator GmbH soll Gründern aus deutschen Universitäten und Forschungseinrichtungen dabei helfen, ihre Forschungsprojekte in den Bereichen Biotechnologie und Medizintechnik bis zu einer Phase zu führen, in der sie gründungsreif und für privates Kapital interessant sind. „Wir stellen ausgewählten und an einer Gründung interessierten Wissenschaftler-Teams neben einem auf ihren jeweiligen Bedarf zugeschnittenen Projektbudget auch die geeignete Infrastruktur und unser Netzwerk zur Verfügung“, sagt Ulrich Mahr, Mitglied der Geschäftsleitung der Max-Planck-Innovation und zugleich kommissarischer Geschäftsführer der LSI.
„Wir unterstützen zudem die Planung der Projekte und ihre Durchführung, unter anderem durch Einbezug geeigneter Industrie-Experten, um eine professionelle Basis für eine spätere Ausgründung zu gewährleisten.“
Voraussetzung für eine Aufnahme und Förderung ist zu allererst ein hoher Innovationsgrad und ein großes wirtschaftliches Potenzial, weil nur so eine Aussicht auf Finanzierung einer späteren Ausgründung besteht. „Der mit den Produkten der späteren Gründung adressierte Markt sollte ein nennenswertes Volumen aufweisen und ein hohes Wachstumspotential erwarten lassen“, so Dr. Jörg Fregien, Manager bei der Life Science Inkubator GmbH. „Zudem sollte das Produkt einen USP (Unique Selling Proposition) gegenüber Wettbewerbern besitzen.“
Daher wird LSI auch großen Wert darauf legen, dass die Technologien bzw. Produkte der Ausgründungsprojekte ausreichend patentrechtlich geschützt sind. „Darüber hinaus sollten einer Umsetzung des Vorhabens keine Patentrechte Dritter entgegenstehen“ so Mahr weiter, „und die Eigentümer der bestehenden Schutzrechte müssen einer kostenlosen Nutzung der Technologie während der Inkubationsphase zustimmen und sich vorab bereit erklären, einer späteren Ausgründung eine Lizenz zu angemessenen Bedingungen zu gewähren.“
Nach erfolgreichem Durchlaufen eines mehrstufigen Auswahlprozesses, werden die ausgewählten Projekt-Teams für die vereinbarte Dauer der jeweiligen Inkubation von LSI angestellt und genießen dann deutschlandweit einzigartige Vorteile:? Sie erhalten die notwendigen Finanzmittel zur Weiterentwicklung der gründungsrelevanten Technologien und Produkte und es werden ihnen moderne Labor- und Büroflächen mit der nötigen Ausstattung an Technik und Geräten zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus kann bei Bedarf fehlendes industrielles Entwicklungs-Know-how bzw. Management-Wissen ergänzt werden, indem externe Interimsmanager und Industrie-Experten hinzu gezogen werden. Last but not least bietet LSI eine umfassende Unterstützung im kaufmännischen Bereich, bei der Patentierung sowie bei der Erstellung von Marktanalysen und Businessplänen, um die Wissenschaftler von administrativen Tätigkeiten weitestgehend zu entlasten und ihnen so mehr Freiraum für ihre Forschung und Entwicklung zu bieten.
„Wir wollen damit den Projekten zu einem höheren Reifegrad verhelfen und die anschließende Ausgründung professionell vorbereiten“, so Fregien. „Wir glauben, dass wir damit eine solide Basis für eine Seed-Finanzierung durch Investoren aus unserem weit reichenden Netzwerk schaffen.“
Zu den Investoren der LSI zählen neben dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), das auch bereits die Aufbauphase stark unterstützt und dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Technologie (MIWFT) auch die NRW.Bank, die Sparkasse KölnBonn sowie namhafte Privatinvestoren.
Ende 2007 hat LSI seine operative Geschäftstätigkeit aufgenommen. „Der erste Antrag ist bereits eingegangen,“ so Fregien. „Wir freuen uns sehr auf weitere spannende Projektideen und hoffen, dass die ersten Teams im Laufe des Jahres einziehen können. Hier im Life Science Inkubator können wir 3-4 Projekte parallel begleiten.“





