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Schlechter Service „kostet“ die Krankenkassen fast eine Mrd. Euro

Bild: Schlechter Service „kostet“ die Krankenkassen fast eine Mrd. Euro

(openPR) Der Wettbewerbsdruck auf die Krankenkassen steigt seit der Liberalisierung des Krankenkassenmarktes Mitte der 90er Jahre kontinuierlich. Versicherte zu halten oder neue Versicherte hinzugewinnen nimmt somit beim „Überlebenskampf“ einen hohen Stellenwert ein. Dies kann zum einen sowohl über Preis und Leistungsangebot, als auch über den Service und das Image einer Krankenkasse geschehen. Da der Spielraum sowohl beim Leistungsangebot und dem Beitragssatz heute sehr gering ist, muss den Serviceaspekten eine besondere Bedeutung geschenkt werden.



Dies belegen auch die Ergebnisse des M+M Versichertenbarometers 2007. So wurde zwar von zwei Drittel der Befragten, die eine Wechselabsicht äußerten, als Wechselgrund in erster Linie der Beitragssatz genannt. Circa ein Drittel aber nannte auch ein schlechtes Service- und Leistungsangebot, welches durch ein entsprechendes Kundenbeziehungsmanagement positiv gestaltbar wäre.

Aus welchen Gründen wollen Versicherte ihre Krankenkasse wechseln? (Auszug; Mehrfachnennungen möglich)
1. Beitragssatz/Kosten 68,3%
2. Schlechtes Service- und Leistungsangebot 30,0%
3. Schlechte Beratung/Betreuung 15,0%
4. Fehlende Nähe zur Krankenkasse/Filialnetz 8,3%
Quelle: M+M Versichertenbarometer 2007

Um einmal plastisch zu verdeutlichen, welche monetären Auswirkungen fehlende Serviceorientierung hat, haben wir im Folgenden – bezogen auf die Ergebnisse des M+M Versichertenbarometers und unter Zugrundelegung des statistischen Datenmaterials des Bundesministeriums für Gesundheit – ein Berechnungsszenario auf Basis von 2 Modellannahmen entwickelt. Diese Modelldaten lassen sich auch von jeder Krankenkasse einfach auf ihre eigenen Gegebenheiten adaptieren.


Modellannahme 1
Anzahl Versicherte GKV 2006 70,4 Mio
Anzahl Mitglieder GKV 2006 50,3 Mio
-> davon Rentner 16,9 Mio
-> davon Pflicht-/Freiwillig Versicherte 33,4 Mio

Durchschnittliche Einnahmen 2005
pro Mitglied (einschl. Rentner) 2.782,32 €

Durchschnittliche Ausgaben für Leistungen
in 2005 pro Mitglied (einschl. Rentner) 2.674,32 €

Überschuss pro Mitglied (einschl. Rentner; ohne Verwaltungskosten und Sonstige Einnahmen der GKV`s) 108,00 €

Annahme*: Kostenvorteil pro Pflichtmitglied/Freiwillig Versicherter => 20% v. 2.674,32 Euro entspricht 534,86 Euro
Überschuss pro Pflichtmitglied/Freiwillig Versicherter (ohne Verwaltungskosten und Sonstige Einnahmen der GKV`s) 642,86 €

Quellen: Bundesministerium für Gesundheit; Arbeits- und Sozialstatistik; Kassenärztliche Bundesvereinigung

* Pflichtmitglieder steuern mit ihren Beiträgen positive Ergebnisse bei, während Rentner „subventioniert“
werden. Aus diesem Grund wurde die Gruppe der Rentner aus der Modellrechnung herausgelassen und
für die Gruppe der Pflichtmitglieder/ Freiwillig Versicherten ein Kostenvorteil – bezogen auf die durchschnittlichen Gesamtausgaben für Leistungen – von 20% in Ansatz gebracht.


Modellannahme 2
Feste Wechselabsicht von Befragten aus dem M+M Versichertenbarometer („Ich werde meine Krankenkasse bei nächster Gelegenheit wechseln und zu einer anderen gehen“)
= 1,9% der Befragten; normiert auf Pflichtmitglieder/Freiwillig Versicherte (ohne Rentner) = 0,9%

Durchschnittliche Versicherungsdauer der GKV-Versicherten (ohne Rentner) = 16,3 Jahre

Quelle: M+M Versichertenbarometer 2007


Bezogen auf die beiden genannten Modellannahmen ergäben sich folgende Wirkungen:

1. Von 33,4 Mio. Pflichtmitgliedern/Freiwillig Versicherten (ohne Rentner) wollen 0,9% in 2007 zu einer anderen Krankenkasse wechseln; dies entspricht 300.600 Mitgliedern, die ihre Krankenkasse in 2007 wechseln

2. Bei einem Überschuss von 642,86 € pro Pflichtmitgliedern/Freiwillig Versicherten (ohne Rentner) wären dies ein Verlust von 193,24 Mio. € jährlich.

3. Berücksichtigt man weiterhin, dass die durchschnittliche Versicherungsdauer eines Versicherten 16,3 Jahre beträgt, summiert sich ein Gesamtverlust im „Versichertenlebenszyklus“ von 3,15 Mrd. €.

4. Wechseln ca. 30% der Versicherten wegen schlechtem Service- und Leistungsangebot (=90.180 Mitglieder), so ergibt sich ein Verlust aufgrund von Servicemängeln in Höhe von 57,97 Mio. € jährlich bzw. 945 Mio. € summiert auf den Versichertenlebenszyklus.

Die aufgezeigte Modellrechnung soll verdeutlichen, dass Mängel im Serviceverhalten und der Serviceorientierung einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zum Unternehmenserfolg beinhalten. Mit steigender Austauschbarkeit der Leistungen und des Leistungsangebotes der Krankenkassen wächst auch die Bedeutung der Servicequalität in den Augen der Versicherten. Damit wird es gerade für Krankenkassen immer wichtiger, sich positiv vom Wettbewerb abzuheben. Die Qualität im Service und der persönliche Kontakt zum Versicherten wird daher immer mehr zur Meßlatte für den wirtschaftlichen Erfolg einer Krankenkasse.

Doch was ist bei einem kundenorientierten Management der Servicequalität zu beachten? Die Steuerung der Servicequalität muss auf den Marktanforderungen – auf systematisch erfassten Kundenanforderungen – basieren, die über daraus abgeleitete Qualitäts- und Serviceziele im Management der Prozesse und einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess umgesetzt werden.

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