(openPR) DIE Zukunft des Konsums gibt es nicht. Richten Sie sich auf Zukünfte ein.
Samstag, 22.45 Uhr
Gloria F. landet nach einer semierfolgreichen Arbeitswoche in Shanghai etwas verschlafen in Frankfurt am Main. Auf ihrem Weg durch die Gangway erhält sie eine automatisch generierte Meldung ihres Koffers, dieser hat sich gerade beim lokalen Concierge Service der Airport City angemeldet und bestätigt seine geplante Ankunftszeit am Ausgang des Gebäudes.
22.53 Uhr
Gloria beschließt, sich eine frische Pizza ihrer Lieblingsautomaten-Marke Fresh´n Fast zu kaufen, und lässt sich von ihrem PDP (Personal digital partner – eine Weiterentwicklung digitaler Assistenten) in die Automatenrestaurant-Corner des Flughafens navigieren. Auf dem Weg durch die Shopping Zone wird sie von so vielen virtuellen Verkaufsassistenten in den Schaufenstern angesprochen, dass sie bereits darüber nachdenkt, die Empfindlichkeit ihrer Werbe-Firewall höher einzustellen. ...
So könnte ein Shopping-Szenario der Zukunft aussehen. Die Trend- und Zukunftsforscher des Zukunftsinstituts Kelkheim halten das nicht für ausgeschlossen. Sie sind überzeugt, dass wir den immer schneller fahrenden Zug der Zukunft verpassen, wenn wir uns nur auf den „heiligen Preis“ fixieren. Preis und Discount sind keine substanziellen Trends. Und wir leben immer mobiler. Das Unterwegssein wird in den nächsten zehn Jahren weiter zunehmen. Das heißt, wir kaufen immer häufiger spontan und aus einer situativen Not heraus. Zu den Shopping-Szenarien zählt auch, dass Städte und Metropolen sowie urbanes Lebensgefühl und die Sehnsucht nach Stadtkernen, nach Fokussierung und Kommunikation zentral wichtig werden. Im gleichen Atemzug aber verliert das Einkaufen seinen hergebrachten Ort, denn das Internet hat in den vergangenen Jahren den entscheidenden Schritt von einem technoiden Männer-Spielzeug zur High-Touch-Inszenierung vollzogen. Es mutiert zum „Normalo“- Medium. Und es entwickelt sich vom Gravitationszentrum des Geizes zur Pforte unserer neuen multilokalen Shopping-Lust. Kein Wunder also, dass die Trendforscher nicht von einem Szenario sprechen, sondern von pluralen Szenarien für die Shoppingwelten von morgen: „Die Zukunft gibt es nicht: Richten Sie sich auf Zukünfte ein.“
Vier Shopping-Szenarien haben die Trend- und Zukunftsforscher entwickelt:
Szenario 1: Spaces of Identity
Für den bewussten Konsumenten ist Shopping ein selbstverständlicher Bestandteil seiner Lebenswelt. Billige Tricks ziehen bei ihm nicht. Das, was er sucht, ist Authentizität. Der bewusste Konsument begibt sich dazu an Orte, an denen er ein Wohlgefühl hat und mit denen er sich identifiziert. Dazu zählt auch die Wiederaneignung des urbanen Raums.
Szenario 2: Neo-Noblesse
Der Luxus-Shopper der Zukunft ist kein demonstrativer Konsument, denn Luxus wird immer mehr in Erfahrungen und Lebensstilen gesucht, weniger in teuren Produkten. Die Neo-Dandys sind die Romantiker des modernen Konsums. Sie sehnen sich nach einem Aufbruch aus der Normalität, nach Wiederverzauberung und Erotisierung des Konsums.
Szenario 3: Stand-up Consumer
Mobiler Lifestyle in einer 24/7-Gesellschaft. Der prototypische Stand-up Consumer ist der global agierende Business-Nomade. Er sucht nach der Vereinfachung seines Alltags und intelligenter Unterstützungsdienstleistung, die ihn durch eine stressige Welt navigiert. Konsum findet hauptsächlich dort statt, wo uns Infrastrukturen und Kommunikationswege entlang führen.
Szenario 4: Social-Shopping
Die Zukunft des E-Commerce liegt im konsumentengetriebenen Dialog-Handel. In den „handelsfreien Handelszonen“ werden sich künftig Millionen von Menschen tummeln, die aktive Rollen (Verkäufer, Produkttester, Ratgeber etc.) einnehmen. Sie sind medienkompetent, kritisch, kreativ, selbstdarstellerisch und community-affin.
Besonderes Plus dieser Publikation ist die Kopplung der Szenarien an die aktuellen Lebensstil-Typologien des Zukunftsinstituts (wir berichteten, s. www.zukunftsinstitut.de/verlag) und die Äußerungen von acht Experten der Branche darunter Dr. Thomas Middelhoff und Prof. Dr. Götz Werner. Dazu haben die Trendforscher des Zukunftsinstituts weltweit die wichtigsten Trendpioniere ausfindig gemacht und belegen so in anschaulicher Weise die konsumkulturellen Veränderungen.
Shopping Szenarien – Die neuen Sehnsüchte der Konsumenten
von Andreas Haderlein, Patrick Mijnals und Dr. Eike Wenzel
Zukunftsinstitut GmbH, 108 Seiten, 175 ,- Euro, Oktober 2007, ISBN 978-3-938284-35-3
Heike Reuther
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Das Zukunftsinstitut wurde 1998 von Matthias Horx gegründet und gilt als einer der einflussreichsten Think-Tanks der europäischen Trend- und Zukunftsforschung. Die Zentrale in Kelkheim/Frankfurt beschäftigt heute 15 feste Mitarbeiter. Darüber hinaus greift das Zukunftsinstitut auf ein satellitenartiges Netzwerk von Zukunftsforschern, Top-Referenten und Studienautoren zurück. In Wien gibt es ein weiteres Büro des Zukunftsinstituts.
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