(openPR) Lehrer sind weder dazu ausgebildet, die psychischen Probleme ihrer Schüler zu lösen, noch werden sie angemessen unterstützt
Münster, 3.12.2007 - Der Lehrerberuf erfordert eigenaktives und engagiertes Handeln. Doch rund 30 Prozent der Lehrkräfte verausgaben sich so sehr, dass sie Gefahr laufen auszubrennen und dauerhaft krank zu werden. So das Ergebnis einer Studie der Universität Potsdam. Untersuchungen zeigen, dass Burnout-gefährdete Lehrer oft höhere idealistische Erwartungen haben und stärker auf positive Rückmeldungen von Schülern hoffen als ihre Kollegen. Dem stehen 20 Prozent psychisch auffällige Kinder und Jugendliche mit einem Unterstützungsbedarf gegenüber, der im Schulalltag kaum zu leisten ist.
„Engagierte Lehrer, denen der Kontakt zu ihren Schülern wichtig ist, stecken oft in einem Dilemma. Gemäß ihrem pädagogischen Auftrag müssen sie primär das Interesse der Gruppe wahren. Auf Einzelschicksale können sie nur begrenzt eingehen, selbst wenn sie den individuellen Bedarf an Zuwendung und psychologischer Unterstützung erkennen. Und der hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen“, erklärt Silvia Uhle, Leitende Psychologin der Christoph-Dornier-Klinik für Psychotherapie in Münster.
Lehrer, die die psychischen Probleme ihrer Schüler lösen wollen, kommen schnell an ihre Grenzen. Auch Schülern ist damit nur selten geholfen, denn Lehrer sind keine Therapeuten. Weder sind sie dafür ausgebildet noch stehen ihnen Supervisoren zur Seite, die sie bei ihrer Arbeit unterstützen könnten. Eine Ausnahme bilden Beratungslehrer. Aber auch sie können die den Bedarf ihrer Kollegen an Krisenprävention und -intervention nur in begrenztem Umfang decken, sofern es sie überhaupt an Schulen gibt.
Der Hinweis des nordrhein-westfälischen Schulministeriums, dass der schulpsychologische Dienst ja nicht nur für die Beratung von
Schülern und Eltern, sondern auch für die der Lehrerinnen und Lehrer zuständig sei, wird von der Tatsache kontrastiert, dass derzeit ein Schulpsychologe für 8.700 Schüler und 600 Lehrer verantwortlich ist. Bundesweit kommen auf einen Schulpsychologen im Durchschnitt 16.000 Schüler - Berufsschüler nicht mit eingerechnet.
Die Bund-Länder-Kommission hat 1974 bereits eine Relation von eins zu 5.000 empfohlen. Der Berufsverband Deutscher Psychologen (BDP) fordert dies nun bis 2010. Fünf Jahre später soll das Verhältnis eins zu 1.000 betragen. Möglicherweise bleibt dann auch Zeit für Lehrkräfte, die am Rande eines Burnouts stehen.
„Die sich verändernden Arbeitsbedingungen und Aufgabenfelder von Lehrern sollten in der Ausbildung ebenso wie im beruflichen Alltag stärker berücksichtigt werden. Um auf psychisch gestörte Schüler angemessen reagieren zu können ohne sich mit eigenen Therapieversuchen zu verausgaben, müssen Lehrer über psychische Krankheiten des Kindes- und Jugendalters besser Bescheid wissen“, meint Silvia Uhle, die regelmäßig Fortbildungen für Lehrerinnen und Lehrer durchführt – meist zum Thema Essstörungen.
Die wichtigste Gegenmaßnahme zum Burnout ist Prävention. Dazu gehört auch, dass Lehrer sich ihrer Grenzen bewusst sind. Ihre Aufgabe ist es, psychisch kranke Schüler dabei zu unterstützen, den Weg in eine geeignete Therapie zu finden. Die Behandlung selbst gehört in die Hände eines erfahrenen Psychotherapeuten.
Weitere Informationen zu psychischen Störungen und Therapieansätzen erhalten Interessierte unter www.c-d-k.de.
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Christoph-Dornier-Klinik für Psychotherapie
Dr. rer. med. Silvia Uhle
Leitende Psychologin
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