(openPR) Berufsverband Deutscher Baubiologen VDB e.V. tagt in Soest
„Schadstoffproblematik in Innenräumen“
Baubiologen sehen sich häufig mit der Fragestellung der typischen Geruchsbelästigungen älterer Fertighäuser aus den 60er und 70er Jahren konfrontiert. Manchmal geht der Geruch sogar auf die Kleidung der Bewohner und das Mobiliar über. Das Problem fällt gerade jetzt auf, wo ein Generationenwechsel stattfindet und viele dieser Häuser neue Besitzer bekommen, weil sie verkauft oder vererbt werden.
Auf der zweitägigen Fachtagung „Schadstoffe in Innenräumen“ des Berufsverband Deutscher
Baubiologen VDB e.V. am 16. und 17. November 2007 in Soest referierten und diskutierten mehr als 60 Sachverständige zu diesem Thema.
In Ihrem Einführungsvortrag erläuterte Dipl.-Ing. Martina Clemens-Ströwer die Grundproblematik, dass immer mehr künstliche Materialien beim Bauen verwendet werden, die belastend für die Gesundheit sein können. Zudem wird dichter und luftundurchlässiger gebaut.
Dr. rer. nat. Christian Zorn, Bremer Umweltinstitut referierte in seinem Vortrag über typische Emissionsquellen in neuen Bauprodukten sowie Methoden zur Quellenermittlung. Anhand anschaulicher Fallbeispiele stellte er Messstrategien und Möglichkeiten zur Erfassung und Beschreibung einer (Belastungs)-Situation dar.
Der Sacherverständige Dr. Gerd Zwiener referierte in seinem Vortrag über faserförmige Stäube, Asbest und künstliche Mineralfasern. Trotz Asbestverbot kann es auch heute noch insbesondere durch Unkenntnis über asbesthaltige Baumaterialien zu erheblichen Asbestfaserkonzentrationen in der Raumluft kommen, wenn beispielsweise asbesthaltige Fußbodenbeläge oder Brandschutzplatten angebohrt oder gesägt werden. Offene Fragen „Wo verstecken sich Asbesthaltige Produkte bei Gebäuden im Bestand?“ „Was ist bei Umbaumaßnahmen zu beachten?“ wurden beantwortet und Beurteilungen, Handlungsempfehlungen und Hilfestellungen bei der Sanierungsplanung in der Praxis gegeben.
Dr. Wigbert Maraun, Arguk-Umweltlabor stellte anschaulich dar, mit welchen Schadstoffbelastungen in älteren Fertighäusern aus den 1960er und 1970er Jahren auch heute noch nach über 30 Jahren zu rechnen ist. Die landläufige Annahme, dass 30 Jahre nach Einbau formaldehydhaltiger Spanplatten kein Formaldehyd mehr frei wird, wurde anhand von Untersuchungsreihen in Fertighäusern widerlegt. Fazit: Auch heute noch kommt es zur erheblichen Freisetzung von Formaldehyd aus älteren Spanplatten. Neben Formaldehyd kann es zusätzlich zu extremen Geruchsbelastungen in diesen Häusern kommen. Schon kleinste Mengen (2 ng/m³) der geruchsintensiven Chloransiole sind für den Menschen wahrnehmbar. Der Geruch geht auf die Kleidung der Bewohner über und führt häufig zu einer „sozialen Toxizität“; d.h. die Bewohner werden sozial ausgegrenzt.
Auf diesen Vortrag setzte Dipl.-Ing. Walter L. Meyer, renopan AG auf, um die Sanierungsmöglichkeiten der Geruchsproblematik und Schadstoffe in alten Fertighäusern durch Rückbau der belasteten Materialien und Einbau Schadstoffabsorbierender Materialien ausführlich zu erläutern.
Wolfgang Schürings, raum + luft, stellte in seinem Vortrag die Möglichkeiten der Sanierung von Geruchsproblematiken und Schadstoffe durch den gezielten Einbau von Be- und Entlüftungsanlagen dar.
Die Tagung wurde moderiert von Dipl. Min. Andreas Stache und Dipl. Ing. Martina Clemens-Ströwer.
Abschließend hatten alle Teilnehmer die Möglichkeit in einer ausführlichen Diskussionsrunde mit den Referenten der Veranstaltung offen gebliebene Fragen zu klären.
Interessenten können das Handout zur Tagung beim VDB per Fax: 04181-2039451, E-Mail:
Jesteburg, Sabine Müller-Dietrich, Geschäftsführung, Berufsverband Deutscher Baubiologen VDB e.V., Reindorfer Schulweg 42, 21266 Jesteburg
Tel. 04181 - 2039450
Der Berufsverband Deutscher Baubiologen VDB e.V. ist ein Zusammenschluss von unabhängigen Spezialisten und vereidigten Sachverständigen aus den Fachbereichen Biologie Chemie, Elektrotechnik und Bauwesen. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit im Verbund mit Fachverbänden, Umweltmedizinern, Juristen und Bausachverständigen ermöglicht zielorientierte Ergebnisse durch ein ganzheitliches Vorgehen auf breiter Basis.
Unter der kostenfreien Gesünder-Wohnen-Hotline 0800 – 2001 007 erfolgt eine direkte Vermittlung an einen kompetenten und qualifizierten Baubiologen direkt vor Ort und Ratsuchende erhalten eine baubiologische Vorabberatung. Gerne können auch Sie sich an unsere Geschäftsstelle wenden, in der man sehr gerne mit Rat und Tat bei großen und kleinen Problemen zur Seite steht.








