(openPR) Sie sind mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen, aber hochwirksam im Kampf gegen den Krebs: Mit winzigen radioaktiven Kügelchen bekämpft ein interdisziplinäres Ärzteteam des Städtischen Klinikums Karlsruhe gezielt bösartige Lebertumore. Im Gegensatz zur herkömmlichen Bestrahlung werden bei der Selektiven Internen Radiotherapie (SIRT) Krebsherde nicht von außen, sondern direkt in der Leber bestrahlt. Die innovative Methode stammt aus Australien und kommt in Deutschland nur an wenigen Zentren zum Einsatz – das Städtische Klinikum ist eines davon. Mit der Aufnahme der Therapie in den Fallpauschalenkatalog für 2008 ist die Kostenerstattung der SIRT durch die gesetzlichen Krankenkassen nun endgültig für jeden Patienten gewährleistet.
Die SIRT ist eine minimal-invasive Therapie zur Behandlung von Leberkrebs und -metastasen: Millionen radioaktiver Kunstharzkügelchen – so genannte Mikrosphären – werden über einen Katheter in die Leberarterie eingebracht und auf diese Weise direkt zum erkrankten Gewebe geleitet. Dort sammeln sie sich in den kleinen tumorversorgenden Blutgefäßen an, geben ihre Strahlung punktgenau an die Krebszellen ab und verkleinern oder zerstören so den Tumor. „Die SIRT erlaubt es uns, Krebsgewebe ganz gezielt und hochdosiert zu bestrahlen. Das umliegende, gesunde Lebergewebe wird dabei weitgehend geschont“, erklärt Prof. Peter Reimer, Direktor des Zentralinstitutes für Bildgebende Diagnostik (ZIBID) des Städtischen Klinikums Karlsruhe. Für das kommende Jahr wurde die Therapie erstmals als Zusatzentgelt in den Fallpauschalenkatalog aufgenommen. Damit ist die Kostenerstattung der SIRT nun endlich für alle gesetzlich versicherten Patienten gewährleistet.
Die SIRT wird dann eingesetzt, wenn herkömmliche Behandlungskonzepte wie eine Operation oder Chemotherapie nicht in Frage kommen oder erfolglos waren. Einem ausführlichen Aufklärungsgespräch mit dem Patienten folgen verschiedene Voruntersuchungen wie zum Beispiel eine Computertomographie (CT) des Brust- und Bauchraumes und eine Magnetresonanztomographie (MRT) der Leber. Zudem werden zwei Wochen vor der SIRT die Gefäße im Bauchraum untersucht, um ein Abströmen der Mikrosphären in leberfremdes Gewebe auszuschließen. Damit wird ein reibungsloser Ablauf der Behandlung, die das radiologische Team des Städtischen Klinikums Karlsruhe in enger Zusammenarbeit mit den Kliniken für Nuklearmedizin und Onkologie durchführt, gewährleistet.
Mit der in Australien entwickelten SIRT wurden in Deutschland bereits etwa 400 Patienten therapiert, weltweit sogar mehr als 7.000. Das Städtische Klinikum Karlsruhe ist eines von elf Zentren in Deutschland, die diese innovative Strahlentherapie anwenden. Im Jahr 2005 hat es als erste medizinische Einrichtung in Baden-Württemberg begonnen, Patienten mit der SIRT zu behandeln.
Silke Stark
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